Die Griechen machten 1400 Jahre lang fast durchgehend schlimmste Erfahrungen mit expansiven und mörderischen muslimischen Barbaren. Während der Großteil des griechischen Volkes die logischen Schlüsse daraus zieht, tun sich die heutigen Linken des Landes als nützliche Idioten der Dschihadisten hervor.

Von Eric Angerer

Griechenland ist die Wiege der europäischen Kultur. Europäische Philosophie, Kunst, Naturwissenschaft und kritisches Denken haben hier ihren Ursprung.

Griechischer Kulturraum

Der antike griechische Kulturraum war weit größer als das heutige Griechenland. Er erstreckte sich auf alle Küstengebiete des Ostmittelmeers, also Zyperns, des Nahen Ostens, Nordafrikas, des Schwarzen Meeres, Süditaliens und insbesondere Kleinasiens (also der heutigen Türkei).

Politisch handelte es sich lange Zeit um konkurrierende Stadtstaaten, bis Alexander der Große die griechischen Gebiete vereinte. Seine Reichsbildung und die Nachfolgestaaten sorgten für eine partielle Hellenisierung weiterer Gebiete in Westasien und Nordafrika.

Im 2. Jahrhundert v. Chr. wurden die griechischen Gebiete dem römischen Imperium einverleibt. Die griechische Kultur wurde von den Römern leicht adaptiert in vielen Bereichen übernommen.

Mit der germanischen Völkerwanderung etwa im 5. Jahrhundert n. Chr. wurde das römische Reich zerschlagen. Während in der Westhälfte Staaten der Franken, Goten, Vandalen und Sachsen entstanden, wurde aus der Osthälfte das oströmische oder byzantinische Reich. Mit der Hauptstadt Konstantinopel (= Byzanz) wurde das griechischsprachige Reich über mehrere Jahrhunderte zur Hauptmacht im Ostmittelmeerraum.

Byzanz bewahrte die antike griechische Kultur- und Wissenschaftstradition. Nach der Eroberung Konstantinopels durch die Osmanen flohen byzantinische Gelehrte nach Westeuropa und trugen dort wesentlich zur Renaissance, also zur Wiedergeburt des antiken griechischen Wissens, bei. (Bei der Behauptung, dass dieses Wissen in arabisch-muslimischen Staaten konserviert worden sei, handelt es sich um ein islamophiles Märchen; in Wahrheit handelte es sich um byzantinische Gelehrte, die unter muslimischer Herrschaft zeitweise geduldet wurden.)

Mohammedanische Räuber

Im 7. Jahrhundert kam Byzanz durch die arabischen „Barbaren“ (von Griechisch „Varvari“ für Fremdsprachige) unter Druck. Die Wüstenbewohner lebten, wie andere Völker in kargen Gebieten, traditionell stark von Raubüberfällen. Durch den Islam politisch geeint verstärkten sie nun ihre Angriffe auf das Persische Reich und auf Byzanz, die sich zuvor gegenseitig geschwächt hatten.

Die arabische Eroberung von Syrien, Palästina und Ägypten (ca. 634–642 n. Chr.) war ein entscheidender Wendepunkt, bei dem moslemische Heere das byzantinische Reich in dessen wichtigsten Ostprovinzen besiegten. Diese bisher christlich-orthodoxen Gebiete wurden nun über mehrere Jahrhunderte arabisiert und islamisiert – durch Sondersteuern gegen „Ungläubige“, durch Frauenraub, durch Schikanen, Demütigungen und Gewalt im Alltag.

Nach diesen Gebietsverlusten war Byzanz in den folgenden vier Jahrhunderten auf Kleinasien, das heutige Griechenland, den Südbalkan sowie Küstengebiete in Süditalien und am Schwarzen Meer zurückgeworfen. Seine Küsten und die ägäischen Inseln waren besonders im 9. und 10. Jahrhundert ständigen und verheerenden Überfällen der Sarazenen, mohammedanischer Piraten aus Nordafrika, ausgesetzt.

Die Sarazenen nutzten die Schwäche der byzantinischen Marine in dieser Zeit, um sich durch Plünderungen und Sklavenhandel zu bereichern. Besonders verheerend war 904 der Angriff auf Thessaloniki, die damals zweitwichtigste Stadt des Reiches, bei dem über 20.000 Menschen in die Sklaverei verschleppt wurden.

Die Überfälle richteten sich aber auch gegen kleinere Städte und Dörfer. Die Folgen sind bis heute sichtbar: Die eigentlichen griechischen Dörfer sind oft nicht direkt an der Küste, sondern etwas erhöht und entfernt, um Zeit zu haben, Bewohner (und besonders junge Mädchen) in Sicherheit zu bringen. An der Küste waren deshalb traditionell nur kleine Häfen und Fischerhütten (die in den letzten Jahrzehnten zu touristischen Siedlungen wurden).

Die Osmanen

Im 11. Jahrhundert eroberten die bereits in Zentralasien islamisierten Türken schrittweise Ost- und Zentralanatolien, drängten die griechischen Christen immer weiter zurück und turkisierten und islamisierten Kleinasien immer mehr. Die türkischen Zentren waren nacheinander Konya (davor griechisch Ikonion), Bursa (davor Prusa) und dann Edirne (davor Adrianopel).

Ab 1300 wurden die Türken vom Herrschergeschlecht der Osmanen geführt, die immer aggressiver gegen die Byzantiner vorgingen. Nachdem zuvor mehrere Versuche gescheitert waren, wurde Konstantinopel schließlich 1453 erobert. Obwohl den etwa 100.000 Angreifern gerade einmal 7.000 Griechen auf den Mauern der Stadt gegenüberstanden, waren die Kämpfe lang und schwer. Konstantin XI. fiel im Kampf.

Die Stadt wurde vom Sultan für drei Tage der Plünderung freigegeben. Etwa 4.000 Zivilisten (und damit 10 % der Einwohner) wurden dabei massakriert, der Großteil der Frauen vergewaltigt. Die Hagia Sophia, die größte und wichtigste Kirche der orthodoxen Christen, wurde in eine Moschee umgewandelt. Das Zentrum der orthodoxen Christenheit verlagerte sich aus dem griechischen Byzanz nach Russland.

In der Folge kam auch das heutige Griechenland schrittweise unter osmanische Herrschaft. Thessaloniki war schon 1430 nach längerer Belagerung gefallen. Später wurden Athen (1458) und der Peloponnes von den Türken erobert. In der folgenden Phase war die Kontrolle über griechische Inseln und Küstenstädte zwischen der Republik Venedig und den Osmanen umkämpft, etwa im Krieg um Kreta (1645–1669).

Die Griechen lebten unter osmanischer Herrschaft im Millet-System, das nicht-muslimischen Gemeinschaften (hauptsächlich Christen und Juden) gewisse Autonomie gewährte – solange sie dem Sultan Treue schworen und spezielle Steuern (wie die Dschizya) zahlten. Immer wieder wurden griechische Mädchen und junge Frauen als Sklavinnen verschleppt.

Außerdem war Griechenland, wie die anderen christlichen Balkanländer, nun dem „Knabenzins“ (türkisch Devşirme, dt. „Einsammeln“) ausgesetzt, bei dem christliche Jungen ab acht Jahren zwangsrekrutiert wurden. Die Kinder wurden zum Islam zwangskonvertiert, in türkische Familien in Anatolien zur Akkulturation geschickt und anschließend in Militärschulen zu Soldaten ausgebildet.

Terror der Korsaren

Vom 16. bis zum 19. Jahrhundert waren die Korsarenüberfälle auf Griechenland ein verheerendes Phänomen. Sie waren Teil des „Dschihad“ auf See des Osmanischen Reiches gegen christliche Mächte – und hier besonders gegen Venedig, das die ionischen Inseln, Kreta und zeitweise Teile des Peloponnes kontrollierte. Vor allem aber dienten die Überfälle der Plünderung und dem Sklavenhandel.

Die Korsaren, auch „Barbaresken“ genannt, waren Piraten aus Algier, Tunis und Tripolis (meist im Dienste des osmanischen Sultans) und überfielen regelmäßig die griechischen Küsten und Inseln. Sie entführten zehntausende Menschen, um sie als Sklaven zu verkaufen oder Lösegeld zu erpressen. Besonders betroffen waren die Kykladen, Kreta, die Ionischen Inseln und die Küsten des Peloponnes. 

Die ständige Angst vor Überfällen führte dazu, dass Küstenorte befestigt, aufgegeben oder verlegt wurden. Die Wirtschaft der Inseln wurde durch die Entführung von Arbeitskräften und Plünderungen massiv beeinträchtigt. Die Korsarenüberfälle nahmen erst im 19. Jahrhundert ab, als insbesondere die jungen USA, deren Schiffe auch von den Korsaren überfallen wurden, den Piraten in Nordafrika den Garaus machten (wie in dieser Spieldoku gut beschrieben wird).

Unabhängigkeit und Kampf um griechische Gebiete

Während der etwa 400-jährigen osmanischen Herrschaft gab es in Griechenland ständige, jedoch meist lokal begrenzte Aufstände, insbesondere am Peloponnes. Eine kulturelle und religiöse Identität blieb durch die griechisch-orthodoxe Kirche erhalten, die in dieser Zeit weniger Herrschafts- als Volkskirche war.

Der griechische Unabhängigkeitskrieg begann 1821. Mit dem Londoner Protokoll wurde 1830 ein unabhängiger griechischer Staat gegründet, der allerdings nur den Peloponnes, Zentralgriechenland mit Athen und die Kykladen umfasst. Der Großteil des griechischen Siedlungsgebietes (Thessalien, Nordgriechenland, die meisten Inseln und kleinasiatischen Küstengebiete) blieb außerhalb des neugriechischen Nationalstaates.

Durch die Balkankriege konnte Griechenland 1913 weitere griechischsprachige Gebiete dazugewinnen, nämlich den südlichen Epirus, Südmakedonien, die nordostägäischen Inseln sowie Kreta. Im 1. Weltkrieg kämpfte das Osmanische Reich auf der Seite von Deutschland und Österreich-Ungarn, Griechenland auf der Seite der Entente.

Als Kriegssieger erhoffte man sich, nun auch die mehrheitlich griechischen Gebiete in Kleinasien zu bekommen. Dementsprechend erhielt Griechenland im Vertrag von Sevres 1920 auch Westthrazien (vom Kriegsverlierer Bulgarien) sowie Ostthrazien und die Region Smyrna (heute Izmir) vom Osmanischen Reich. Aufgrund verschiedener Großmachtsinteressen konnte Griechenland die meisten Gebiete nicht halten.

Der griechisch-türkische Krieg

Schon im Laufe des Weltkrieges verübte das türkisch-islamische Regime zwei Völkermorde an orthodoxen Christen: 1915/16 wurden bis zu 1,5 Millionen Armenier umgebracht, 1915-17 etwa 250.000 syrische Christen. Und auch schon während des Krieges begannen Übergriffe gegen die etwa zwei Millionen kleinasiatischen Griechen, die seit der Antike dort siedelten.

Während in der neuen türkischen Republik der Verlust von Ostthrazien und der Region Smyrna nicht akzeptiert wurde, sahen in Griechenland die Vertreter der „Megali Idea“ (also der „großen Idee“) ihre Stunde gekommen und wollten nun alle griechischsprachigen Gebiete erobern. Ein wichtiger Protagonist dieses Zieles war der Politiker Eleftherios Venizelos, der als Ministerpräsident in den Balkankriegen das griechische Territorium verdoppelt hatte (nach ihm ist heute der Flughafen Athen benannt).

Von Venizelos und anderen anvisiert waren nicht nur die Region Smyrna und Ostthrazien, sondern auch griechische Gebiete an der Schwarzmeerküste, an der türkischen Südküste sowie Konstantinopel (Istanbul). In der ehemaligen byzantinischen Hauptstadt waren trotz all der Islamisierung und Turkisierung der vergangenen Jahrhunderte die Griechen immer noch die relative Mehrheit der Einwohner (neben Türken, Armeniern, Juden, Slawen und Arabern).

Das Ergebnis war der griechisch-türkische Krieg von 1919 bis 1923. Türkische Angriffe auf Smyrna beantwortete Griechenland mit einer Offensive, die anfänglich auch erfolgreich war. Im Sommer 1921 wurden die weit vorgestoßenen Griechen dann aber von türkischen Truppen, geführt von Mustafa Kemal, in der Schlacht am Sakarya zurückgeschlagen, was den Wendepunkt im Krieg darstellte. Im August 1922 brach schließlich die griechische Front zusammen.

Ursachen der Niederlage

Ganz wesentlich waren dafür Großmachtsinteressen verantwortlich. Frankreich und Italien hatten ihre eigenen territorial-kolonialen Ambitionen in der Region. Sie wollten Griechenland nicht zu stark werden lassen und sabotierten die griechischen Anstrengungen. Frankreich hatte Syrien besetzt und wollte weitere Teile des ehemaligen Osmanischen Reiches annektieren.

Italien besaß ohnehin schon den (griechischsprachigen) Dodekanes und hatte eine Zone im Südwesten des kleinasiatischen Festlands zugesprochen bekommen, die teilweise griechisch bewohnt war und aus der man Griechenland fernhalten wollte. Besonders Italien belieferte deshalb die Türkei mit Waffen.

Dazu kam das Agieren des kommunistischen Russlands. Angesichts der Feindseligkeit und der Einkreisung durch diverse Großmächte suchte die bolschewistische Revolutionsregierung verzweifelt nach Verbündeten. Man fand sie in „antiimperialistischen“ Bewegungen, insbesondere in Asien. Man unterstützte beispielsweise in China lange die Kuomintang von Chiang Kai-shek (der dann 1927 zum Dank in Shanghai die chinesischen Kommunisten massakrierte).

Und auf der „Konferenz der Völker des Osten“ in Baku 1920 hatte Grigori Sinowjew die Islamgläubigen sogar wortwörtlich zum „Dschihad“ gegen die Kolonialisten aufgerufen. Dieser Kurs ist letztlich auch die Grundlage der Unterstützung für Ayatollah Khomeini durch die iranische Linke 1979 (die dann in den Jahren darauf von den islamfaschistischen Mullahs ermordet wurden).

Dieser Kurs hatte aber auch unmittelbare Auswirkungen – nämlich auf Griechen und Türken. Um zu verhindern, dass sich Briten und Franzosen in Kleinasien festsetzen und insbesondere die Meerengen Bosporus und Dardanellen kontrollieren, unterstützten die Bolschewiki nun das türkische Regime von Mustafa Kemal („Atatürk“), das sie massiv mit Waffen aufrüsteten. Sie opferten dafür auch die türkischen Kommunisten, die von den Kemalisten massakriert wurden.

Die Briten, die nach dem Weltkrieg die Meerengen kontrolliert hatten, hatten die Griechen zwar anfänglich politisch unterstützt. Sie wollten aber keine eigenen Truppen schicken. Das war nach dem Weltkrieg im eigenen Land zu unpopulär. Als dann die Kemalisten mit den Bolschewiki kooperierten, wollte man nicht riskieren, die Türkei (und die Meerengen) komplett an die Sowjets zu verlieren. Und so schloss Großbritannien einen Deal mit der Türkei und ließ die Griechen fallen.

Die „kleinasiatische Katastrophe“

Die Folge war die so genannte „kleinasiatische Katastrophe“. Die türkischen Truppen unter dem Kommando von Kemal rückten in die griechischen Siedlungsgebiete ein und verübten systematisch Massaker an der Bevölkerung. Allein in Smyrna wurden 40.000 Griechen ermordet und die griechischen und armenischen Stadtviertel niedergebrannt.

Insgesamt wurden 1915-1923 etwa 500.000 kleinasiatische Griechen umgebracht. 1,5 Millionen Griechen wurden nach Griechenland, das damals knapp 6 Millionen Einwohner hatte, vertrieben (1923 lebten in der Türkei 8-9 Millionen Türken). Damit wurde die 3000-jährige griechische Geschichte in Kleinasien beendet (die Türken sind seit etwa 1000 Jahren dort).

Um der trockenen Statistik etwas Leben zu geben: Vor gut 15 Jahren habe ich in Süddeutschland einen Marxisten aus der Türkei kennengelernt. Er hat mir erzählt, dass seine Oma, wenn sie sich allein glaubte, oft Lieder in einer Sprache sang, die er nicht verstand. Er hat sie irgendwann danach gefragt und sie hat ihm mit der Zeit immer mehr von ihrer Geschichte erzählt. Sie wurde in einer griechischen Familie in Kleinasien geboren. Als sie sieben Jahre alt war, musste sie mitansehen, wie türkische Freischärler ihre Eltern, ihre zwei Brüder und ihre dreizehnjährige Schwester, die sich gegen ihre Vergewaltigung durch mehrere Männer wild gewehrt hatte, ermordeten. Sie selbst wurde dann vom Anführer der Mörderbande zur Drittfrau genommen. Er wartete – nach dem Vorbild Mohammeds – mit dem „Vollzug der Ehe“, bis sie neun Jahre alt war. In der Folge gebar sie ihrem 40 Jahre älteren „Ehemann“ drei Kinder, darunter den Vater meines Bekannten. Nach dem Tod des Gatten übernahmen ihre Stiefsöhne, die älter waren als sie, die Kontrolle über ihr Leben. Die griechischen Lieder ihrer Kindheit sang sie in einer Mischung aus Wehmut und Trotz.

Im Vertrag von Lausanne 1923 musste Griechenland dann auch offiziell auf die Region Smyrna sowie auf Ostthrazien verzichten. Es wurde ein „Bevölkerungsaustausch“ vereinbart, durch den nun auch 400.000 Türken aus Griechenland abgesiedelt wurden. Lediglich die Griechen in Konstantinopel und die Türken in Westthrazien waren davon ausgenommen.

Die „kleinasiatische Katastrophe“ hat sich tief in das historische Gedächtnis der Griechen eingegraben. Zum Beispiel geht der berühmte griechische Musikstil des Rembetiko (des „griechischen Blues“) auf aus Kleinasien vertriebene Griechen zurück, die in den Armenvierteln von Piräus, Athen und Thessaloniki über Heimatverlust und die Sorgen der einfachen Leute sangen. Und in den Namen der bekannten Fußballklubs AEK Athen und PAOK Thessaloniki steht das K jeweils für Konstantinopel. Es sind die Klubs der vertriebenen Griechen.

Fortgesetzte türkische Aggression

Die kemalistische Türkei hatte, ähnlich wie Spanien unter General Franco, eng mit Nazi-Deutschland kooperiert, war aber ebenso klug genug, sich nicht direkt am Krieg zu beteiligen. Deshalb und wegen des Kalten Krieges wurde später von den westlichen Mächten über die NS-Nähe hinweggesehen und die Türkei 1952 als „Frontstaat“ gegen die Sowjetunion zeitgleich mit Griechenland in die NATO aufgenommen.

1955 kam es in Istanbul dennoch erneut zu einem Pogrom an den in der Stadt verbliebenen Griechen. Ein Mob von über 200.000 türkischen Nationalisten und Islamisten marodierte durch die Viertel der „Ungläubigen“. Die Folgen waren 400 Vergewaltigungen von jüdischen, armenischen und vor allem griechischen Frauen, 15 Morde, zahllose Verstümmelte und Zwangsbeschnittene, Plünderungen, niedergebrannte christliche Schulen und Kirchen, verwüstete Friedhöfe, 3500 Wohnhäuser und 5000 Geschäfte von Griechen, die man zuvor mit der Aufschrift „kein Türke“ markiert hatte.

125.000 Griechen wurden in der Folge aus Istanbul vertrieben. Nach einer neuerlichen antigriechischen Hetzkampagne wurden 1962 die letzten 50.000 Griechen aus Istanbul, einer Stadt, die lange vor der türkischen Landnahme im Spätmittelalter griechisch gewesen war, deportiert. 1974 ging die türkische Aggression mit der Besetzung Nordzyperns weiter, für 18 Prozent der zypriotischen Bevölkerung, die türkisch waren, wurden 40 Prozent des Territoriums in Anspruch genommen, die 80 Prozent Griechen auf etwa 53 Prozent des Landes zusammengedrängt.

Doch selbst damit ist der expansive türkische Nationalismus nicht zufrieden. Die Türkei erhebt seit Jahrzehnten Anspruch auf riesige Seegebiete, was die Ägäis bis an die Ostküste von Kreta und Teile des Mittelmeers weit südlich von Zypern zur türkischen „ausschließlichen Wirtschaftszone“ und all die griechischen Inseln in dem Gebiet zu Enklaven machen würde. Türkische Hardliner haben wiederholt ganz offen die Annexion der griechischen Inseln in der Osthälfte der Ägäis verlangt.

Immer wieder kam es in den letzten Jahrzehnten um griechische Inseln zu gefährlichen Konfrontationen zwischen der griechischen und türkischen Luftwaffe beziehungsweise Marine. Die Türkei ist dem Seerechtsabkommen der UNO nicht beigetreten. Es gibt Griechenland das Recht, die Hoheitsansprüche auf die international üblichen und völkerrechtlich erlaubten zwölf Seemeilen auszudehnen. Das ist bislang nicht erfolgt, denn die Türkei erklärte diese Ausdehnung auf zwölf Meilen durch Griechenland in der Ägäis offiziell zum Kriegsgrund.

Angesichts dieser ständigen Bedrohung hat sich Griechenland zuletzt verstärkt mit Zypern und Israel verbündet. Neben politischer und militärischer Kooperation sind dabei auch gegenseitige Sicherheitsgarantien und Beistandsgarantien wesentlich – um dem türkischen Regime klarzumachen, dass es nicht nur mit einem kleinen isolierten Staat zu tun hat (wir haben berichtet).

Arabischer Nationalismus gegen Griechen

Der Hass auf Griechen und Christen beschränkte sich nach dem 2. Weltkrieg aber nicht auf die Türkei. Im Libanon waren sie weiterhin dem demografischen Druck der Islamgläubigen ausgesetzt – und oft genug auch Übergriffen. Während des libanesischen Bürgerkriegs (1975-90) flüchteten etwa 30.000 griechisch-orthodoxe Christen nach Griechenland. Heute machen sie mit etwa 500.000 Personen noch etwa 8 Prozent der libanesischen Bevölkerung aus.

Vollständig vertrieben wurde bereits in den 1950er und 1960er Jahren die große griechische Gemeinde aus Ägypten. Ihre Geschichte reicht bis in die Antike zurück. Naukratis wurde bereits um 630 v. Chr. gegründet. Mit Alexander dem Großen (332 v. Chr.) und der Gründung Alexandrias wurde Griechisch zur Verwaltungs- und Kultursprache. Alexandria war ein antikes Zentrum der Wissenschaft und Kultur. Die Stadt beherbergte die größte Bibliothek der Antike. Die Muttersprache der berühmten Königin Kleopatra war, anders als viele glauben, nicht etwa Ägyptisch, sondern Griechisch.

Im 19. und frühen 20. Jahrhundert erlebte die griechische Gemeinde in Ägypten, die etwa 150.000 Menschen umfasste, eine neue Blütezeit. Organisierte Gemeinden bestanden in Alexandria, Kairo, Port Said, Mansoura, Tanta und Zagazig. Als wichtige Minderheit prägten die Griechen Wirtschaft, Handel und Kultur, auch in der kleinen Industriearbeiterschaft waren die Griechen überrepräsentiert.

Ab den 1940er Jahren gerieten die ägyptischen Griechen aber ins Visier, zuerst der Muslimbruderschaft, die ohnehin alle Ungläubigen loswerden wollte. Aus dem Land vertrieben wurden sie dann aber unter der Herrschaft von Gamal Abdel Nasser – als Ergebnis des aufstrebenden arabischen Nationalismus und der „Ägyptisierung“ der Wirtschaft.

Der Massenexodus begann nach der Sueskrise 1956 und erreichte seinen Höhepunkt um 1961/1962. Nassers „sozialistische“ Gesetze von 1961, die Banken, Handel und Produktionsunternehmen nationalisierten, entzogen vielen Griechen (als Eigentümer ebenso wie als Beschäftigte) die wirtschaftliche Existenzgrundlage.

Obwohl die Geschichte der Griechen in Ägypten länger zurückreicht als die der Araber, wurden sie nun wie koloniale Ausländer behandelt. In der Folge floh der Großteil der Griechen aus Ägypten – vor allem nach Griechenland, aber auch nach Australien, Südafrika, Kanada oder in die USA. Nur wenige tausend Griechen blieben im Land.

Die gestörte griechische Linke

Der Großteil der griechischen Bevölkerung hat aus den beschriebenen historischen Erfahrungen mit dem expansiven Islam gelernt. Man weiß, was man insbesondere von den „Turkalades“, aber auch von anderen Islambefolgern zu erwarten hat. In ländlichen Regionen des Landes kommt es schon mal vor, dass eine kleine Teufelsgestalt, die mit dem Osterfeuer verbrannt wird, in die türkische Fahne gehüllt ist. Und die aktuelle griechische Regierung orientiert sich zum Schutz des Landes am logischen Bündnis mit Israel.

Anders als die Mehrheit der Griechen nimmt die griechische Linke eine gestörte Haltung ein, die sich frontal gegen die Interessen des eigenen Landes und des eigenen Volkes richtet. Wie in Westeuropa ist die linke Szene in Griechenland proislamisch und rabiat antiisraelisch. Das speist sich aus vier Quellen.

Erstens waren in der griechischen Linken von der Zwischenkriegszeit bis in die 1970er Jahre die Stalinisten die dominante Kraft. Sie verteidigten blind und unreflektiert jede Wendung der sowjetischen Außenpolitik – darunter auch die Unterstützung des Kemalismus. Sie stellten sich damit gegen die eigene Nation und mehr oder weniger offen auf die Seite des völkermörderischen Feindes. 

Die zweite Quelle ist der traditionelle „Antizionismus“ der Stalinisten aus der Zeit des Kalten Krieges. Die Sowjetunion hatte zwar Israel im Unabhängigkeitskrieg 1948 unterstützt, später aber die arabischen Staaten gegen den Westen unterstützt. Politisch untermauert wurde das durch die „Theorie“ des „Antizionismus“, der sich zeitweise auch mit antisemitischen Kampagnen in der Sowjetunion kombinierte.

Dazu kommt drittens die „radikale“ Rhetorik der frühen PASOK unter Andreas Papandreou. Sie entstand zwar aus der liberalen Opposition gegen die Militärdiktatur (1967-74) und in Anschluss an die westeuropäische Sozialdemokratie, entwickelte angesichts der US-Unterstützung für die Militärjunta auch eine „antikolonialistische“ und in der Folge proarabische Schlagseite. Gemeinsam mit Bruno Kreisky aus Österreich und Olof Palme aus Schweden hofierte Papandreou die Terrororganisation PLO.

Die vierte Quelle der proislamischen und antiisraelischen Ausrichtung der griechischen Linken ist der auch an den griechischen Unis herrschende „Postkolonialismus“. Die Ideologie des weißen Selbsthasses ist von Akademikern in Nordamerika und Westeuropa ausgebrütet worden und von dort auch bei den griechischen Studenten eingesickert. Das hat besonders auf die studentisch geprägte, starke linksradikale und anarchistische Subkultur Einfluss.

Diese proislamische Ausrichtung ist in Griechenland besonders verrückt – angesichts der Erfahrungen des Landes mit dem Islam, der jahrhundertelangen Überfälle und des Mädchenraubes durch nordafrikanische islamische Piraten (den Sarazenen), der jahrhundertelangen osmanischen Unterdrückung, des türkischen Völkermordes, der Vertreibung der griechischen Minderheit aus Ägypten unter Gamal Nasser. Aber auch in Griechenland verstellt ideologischer Fanatismus den Blick auf die Wirklichkeit.



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