Im Alter von 88 Jahren ist der Maler und Bildhauer Georg Baselitz gestorben. Wie seine Galerie am Donnerstag, 30. April, mitteilte, gehörte er zu den weltweit bedeutendsten deutschen Künstlern.

Baselitz wurde 1938 im sächsischen Deutschbaselitz als Hans-Georg Kern geboren. Er studierte zuerst in Ost-Berlin Kunst, zog aber dann in den Westteil der Stadt.

Vom Skandal 1963 zum internationalen Durchbruch

1963 machte Baselitz dort zum ersten Mal nachhaltig auf sich aufmerksam: Zwei mit sexueller Symbolik beladene Gemälde wurden aus einer Galerie beschlagnahmt und ein Gerichtsverfahren eingeleitet.

Seinen internationalen Durchbruch erlangte Baselitz dann Anfang der 80er-Jahre. Weltberühmt wurde er unter anderem mit seinen auf dem Kopf stehenden Motiven. Auch Zeichnungen, Druckgrafiken und Holzskulpturen fertigte er später.

Baselitz Werke sind seit den 70er-Jahren weltweit in Museen und Galerien präsentiert. Mehrere Museen widmeten ihm Retrospektiven und Sonderausstellungen, darunter das New Yorker Guggenheim Museum. Zuletzt zählte er neben Gerhard Richter und Anselm Kiefer zu den höchstbezahlten deutschen Malern. Er lebte ab 2013 im österreichischen Salzburg.

Politiker würdigen Baselitz als prägenden Künstler von Weltrang

„Unser Land hat Georg Baselitz viel zu verdanken. Wir werden ihn nicht vergessen“, erklärte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Er hob Baselitz‘ „unverkennbaren Stil“ und „seine Ausdruckskraft“ hervor. Damit habe Baselitz einen festen Platz in der deutschen und internationalen Kunstlandschaft eingenommen – „und wurde weltweit bewundert und verehrt“.

Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) würdigte Baselitz als „einen der weltweit bedeutendsten bildenden Künstler unserer Zeit“. Weimer betonte: „Bereits zu seinen Lebzeiten waren seine Werke Bestandteil des Kanons zeitgenössischen Kunstschaffens – es gibt wenige Künstler, die dies erreicht haben.“

Baselitz habe sowohl die Malerei als auch die Bildhauerei nachhaltig beeinflusst, erklärte der Kulturstaatsminister. „Sein Tod ist ein großer Verlust für die Kunstwelt. Gleichzeitig bleibt sein umfangreiches Werk bestehen.“

„Wir verlieren einen der prägendsten Künstler der Gegenwart, dessen Werk die Kunstlandschaft weit über die Landesgrenzen hinaus nachhaltig beeinflusst hat“, erklärte Sachsens Kulturministerin Barbara Klepsch (CDU). „Sein Werk steht für künstlerische Unabhängigkeit und die stetige Infragestellung gewohnter Sehweisen.“ (afp/red)



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