Der am Freitag ausgebrochene Waldbrand auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz nahe des brandenburgischen Jüterbog hat sich weiter ausgebreitet. „Das Feuer frisst sich nach und nach durch“, sagte der Waldbrandschutzbeauftragte des Landes, Raimund Engel, am Sonntag dem Sender RBB. Inzwischen brenne es auf einer Fläche von 113 Hektar.

Bis Samstag waren demnach 37 Hektar betroffen gewesen. Es handele sich um den bisher größten Waldbrand der Saison, sagte Engel weiter. Die Fläche sei jedoch von Brandschutzschneisen abgegrenzt, was eine weitere Ausbreitung einschränken dürfte. „Das Feuer ist kontrolliert und ist nicht über die Schneisen gegangen“, sagte der Brandschutzbeauftragte.

„Es gibt keinen Grund zur Panik“, sagte auch Jüterbogs Bürgermeisterin Christiane Lindner-Klopsch (parteilos) am Sonntag der „Bild“-Zeitung. „Wir können damit umgehen“, fügte sie hinzu. Allerdings könne sich der Brand noch einige Tage hinziehen.

Auf dem früheren Truppenübungsplatz war es auch in der Vergangenheit immer wieder zu Bränden gekommen. Die Löscharbeiten sind dort schwierig, da sich Altmunition im Boden befindet.

Der Waldbrand auf dem mit Kampfmitteln belasteten Gelände bei Jüterbog ist der bislang größte Waldbrand in dieser Saison in Brandenburg.

Der Waldbrand auf dem mit Kampfmitteln belasteten Gelände bei Jüterbog ist der bislang größte Waldbrand in dieser Saison in Brandenburg.

Immer wieder kommt es zu Detonationen. Einsatzkräfte setzen auf Schutzstreifen, um das Feuer einzudämmen. Eine Ausbreitung über mehrere Tage hinweg gilt als möglich.

Wegen im Boden liegender Munition gestaltet sich die Brandbekämpfung bei Jüterbog schwierig.

Wegen im Boden liegender Munition gestaltet sich die Brandbekämpfung bei Jüterbog schwierig.

Brände auch in NRW, Hessen und Rheinland-Pfalz

Auch in Nordrhein-Westfalen kam es zu mehreren Bränden. Im Sauerland bei Attendorn sowie in Werdohl standen Wald- und Hangflächen in Flammen, zeitweise rückten mehrere hundert Feuerwehrleute aus. In Werdohl näherten sich die Flammen einer Wohnsiedlung, konnten jedoch gestoppt werden.

Ein weiterer, kleinerer Brand in Köln-Dellbrück war nach wenigen Stunden gelöscht. Drohnen und teils auch Hubschrauber unterstützten die Einsätze.

In Werdohl näherten sich die Flammen einer Wohnsiedlung, konnten aber gestoppt werden.

In Werdohl näherten sich die Flammen einer Wohnsiedlung, konnten aber gestoppt werden.

In Hessen flammte ein Brand nahe Romrod erneut auf, nachdem er zunächst gelöscht worden war. Rund 100 Einsatzkräfte bekämpften Glutnester auf etwa einem Hektar Fläche. Zeitweise mussten wichtige Verkehrsverbindungen wegen Rauchentwicklung gesperrt werden. Als mögliche Ursache wird fahrlässige Brandstiftung geprüft.

Bei Friesenhagen kämpften zeitweise mehr als 400 Kräfte gegen die Flammen.

Clone – Bei Friesenhagen kämpften zeitweise mehr als 400 Kräfte gegen die Flammen.

Foto: Sascha Ditscher/dpa

Ein größerer Einsatz lief auch in Rheinland-Pfalz bei Friesenhagen. Auf rund vier Hektar in steilem Gelände kämpften zeitweise mehr als 400 Kräfte gegen die Flammen.

Der Brand konnte unter Kontrolle gebracht werden, die Nachlöscharbeiten gestalteten sich jedoch aufwendig, da zahlreiche Glutnester händisch beseitigt werden mussten.

Beim Waldbrand bei Attendorn kam Hilfe aus der Luft.

Beim Waldbrand bei Attendorn kam Hilfe aus der Luft.

Internationaler Einsatz in den Niederlanden

Unterdessen stehen die internationalen Löscharbeiten bei großflächigen Vegetationsbränden in den Niederlanden kurz vor dem Abschluss.

Westlich von Weert konnten Einsatzkräfte aus mehreren Ländern, darunter Deutschland und Frankreich, die Feuer weitgehend eindämmen.

Der Einsatz der beiden internationalen Einheiten sollte am Samstagabend enden; die Feuerwehreinheiten aus Nordrhein-Westfalen sollen am Sonntag nach Hause zurückkehren. Die Nachlöscharbeiten übernehmen lokale Kräfte.

Verletzt wurde bei den Einsätzen nach bisherigen Angaben niemand. In vielen Regionen bleibt die Waldbrandgefahr aufgrund anhaltender Trockenheit erhöht. (dpa/red)



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