Es war nur eine Frage der Zeit. Wer dachte, nach dem Schnitzel, dem Diesel, dem Einfamilienhaus und Winnetou wäre das Ende der Fahnenstange erreicht, hat die Rechnung ohne die linkswoke Empörungsblase gemacht. Der neueste Staatsfeind der Tugendwächter: Frauen, die Sport treiben. Genauer gesagt: Pilates. Denn „high value men“ bevorzugen diese Frauen und nicht irgendwelche „body positivity“-Kampfemanzen.
Immer wieder mal treibt die Cancel-Culture eine neue Sau durchs sprichwörtliche Dorf. Von wegen abschalten und auspowern: Es musste ja so kommen. Wer heute noch glaubt, er könne nach Feierabend einfach in Ruhe auf seiner Yogamatte ein bisschen Sport treiben, hat die Rechnung ohne die links-woke Gesinnungspolizei gemacht. Denn nach Fleisch, dem Einfamilienhaus und dem Auto gerät nun das nächste völlig normale Stück Alltag ins Visier der Kulturkämpfer: Pilates. Ja, Sie haben richtig gelesen. Das Ganzkörpertraining steht ab sofort unter Generalverdacht. Wer sich auf der Matte dehnt, ist quasi schon mit einem Bein im rechten Lager.
Der Stein des Anstoßes ist – wie könnte es anders sein – wieder einmal das Internet. Ein Video einer jungen Amerikanerin auf Instagram ging bereits im vergangenen Jahr viral und löste in links-woken Kreisen eine Debatte aus. Deren steile These lautet dabei: Der „Konservatismus“ bevorzuge „kleinere Frauenkörper“. Deshalb seien Kurven jetzt out und die sogenannten „Pilates-Arme“ – also sichtbar definierte und elegante Muskeln, aber nicht zu muskulös – plötzlich wieder in.
In der links-woken Blase ist jedoch offensichtlich kein Platz für Frauen, die auf sich achten. Ein schlanker, trainierter Körper mit einem flachen Bauch ist kein Zeichen für Disziplin, Gesundheit oder schlichtweg persönliche Vorliebe mehr. Nein, vielmehr ist es in diesen ideologischen Kreisen der Ausdruck eines „elitären, angepassten und männlich geprägten Schönheitsideals“. Eine Unterwerfung unter das Patriarchat! Ein glatter Verrat an der „Körperpositivität“, die uns seit Jahren einreden will, dass ein massives Übergewicht und ein Sich-gehen-lassen das eigentliche Schönheitsideal sei.
Zwei Millionen Aufrufe sahnte das Instagram-Video in nur zwei Tagen ab. Die Empörungsmaschinerie lief heiß. Wenn auf TikTok und Instagram ein neues linkes Phantom gejagt wird, lassen die Mainstream-Medien nicht lange auf sich warten. Das einstige Weltblatt New York Times griff das Thema prompt auf und stellte allen Ernstes die Frage, ob Pilates nun „politisch“ sei. Und mit „politisch“ ist in diesen Kreisen natürlich immer nur eines gemeint: rechts und reaktionär. Wie kann man auch nur daran denken, seinem Körper etwas Gutes zu tun…
Wasser auf die Mühlen der woken Ideologen war ausgerechnet die sogenannte „Manosphere“ (Männerforen im Netz) und Teile der Popkultur, in denen Frauen, die Pilates machen, als besonders attraktiv beschrieben werden. Echte Männer finden sportliche, körperbewusste Frauen anziehend und bezeichnen sie als „Ehefrauenmaterial“ (wifey material) – wie schlimm ist das denn? Dass die „Frau von heute“ gleichzeitig verlangt, dass ihr „Kerl“ gefälligst mindestens 1,80 Meter groß und möglichst muskulös sein soll, sowie gleichzeitig mindestens ein Nettoeinkommen im oberen vierstelligen Bereich haben soll, wird dabei gerne ausgeblendet.
In der woken Welt von heute sind die (eigentlich ohnehin recht niedrig angesetzten) Vorstellungen der Männer „toxisch“, während die Mindeststandards der Frauen hinsichtlich der Männer, die sie daten würden, völlig unrealistisch – aber in den Augen der Feministen – legitim sind. Jene Frauen, die auf sich achten und dabei auch Pilates machen, werden so indirekt zum Feindbild der woken Neidgesellschaft. Denn diese Frauen sind es, die schlussendlich die Aufmerksamkeit der sogenannten „high value men“ auf sich ziehen – und nicht die 1,50 Meter große und 120 Kilo schwere „body positive“ Kampfemanze, die schon zwei Kinder von drei verschiedenen Männern hat und vier weitere bereits abtreiben ließ.
Dass der linke Zeitgeist mit Schönheit und Ästhetik nicht viel anfangen kann, beweist nicht nur deren seelenlose Architektur, wie man am Beispiel der aktuellen Pilates-Verdammung deutlich erkennt. Hässliche Menschen, die in hässlichen Betonklötzen wohnen sollen – ist das vielleicht das links-woke Ideal?