„Antifaschismus“ war die Streitaxt für die Staatsideologie der DDR. Jegliches Aufbegehren gegen die linksextreme Diktatur wurde als „faschistisch“ gebrandmarkt. So auch der Arbeiteraufstand vom 17. Juni 1953. Nach DDR-Verständnis war dessen blutige Niederschlagung mit Panzern, die viele Menschenleben kostete, eine „antifaschistische“ Aktion. Und die Mauer, die Menschen daran hinderte, das Land zu verlassen, wurde höhnisch als „antifaschistischer Schutzwall“ bezeichnet.

36 Jahre nach dem Ende der Diktatur ist deren Denken im neuen Deutschland wieder hoffähig. Dramatisch deutlich wurde das diese Woche im ZDF-Magazin „Volle Kanne“ – und in der Berichterstattung darüber, was dort passierte. 

Der „Focus“ schreibt: Als Musiker, der Unterhaltung mit politischer Haltung verbindet, wurde Sebastian Krumbiegel am Mittwoch im ZDF-Magazin „Volle Kanne“ vorgestellt. Wobei das Wort „Haltung“ hier im neudeutschen Sinne verwendet wird – für das, was man in der DDR „Klassenbewusstsein“ nannte.