Am Sonntag spielte sich ein energiepolitisches Desaster auf dem deutschen Strommarkt ab. Dank des massiven, unkontrollierten Ausbaus der Photovoltaik (PV) stürzten die Preise an der Strombörse in ein historisches Rekord-Tief. Dabei ist noch nicht einmal Sommer.

Der massive Ausbau von nicht abregelbaren Photovoltaikanlagen in Deutschland sorgt auf dem Strommarkt für enorme Probleme. Besonders deutlich wurde dies am vergangenen Sonntag, als in der Stunde zwischen 14:00 und 15:00 Uhr der Großhandelspreis auf unfassbare –41,3 Cent pro Kilowattstunde abstürzte. Das ist sozusagen eine Entsorgungsgebühr der Produzenten, die jedoch am Ende von den Steuerzahlern über die EEG-Umlage bezahlt werden muss.

Die PV-Anlagen im Land produzierten in der Spitze 39.203 Megawattstunden (MWh), während die gesamte Netzlast bei gerade einmal 42.555 MWh lag. Die Folge war eine stundenlange Stromflut, die niemand brauchte. Über stolze sieben Stunden hinweg, von 10:00 bis 17:00 Uhr, rutschten die Preise in den Minusbereich. Ein Trend, der sich bereits an den Vortagen andeutete. Und auch für den Mai zeichnen sich neue Negativ-Preisrekorde ab.

Für die Mär von der „kostenlosen“ Sonnenenergie blutet am Ende jedoch der hart arbeitende Bürger. Denn dass ein ganzer Kraftwerkspark Strom erzeugt, der an der Börse gegen hohe Kosten regelrecht entsorgt werden muss, ist alles andere als ein gesundes Wirtschaftssystem. Irgendwie müssen die gigantischen Kosten dieses Verlustgeschäfts schließlich wieder hereingeholt werden. Das geschieht auf zwei Wegen: Erstens durch explodierende, staatliche Subventionen, die letztlich der Steuerzahler stemmt. Und zweitens durch extrem hohe Großhandelspreise in der Nacht, wenn keine Sonne scheint und der Wind nicht weht. Die Zeche für die sonnigen Negativ-Rekorde zahlen wir alle bei der nächsten Stromrechnung.

Das wirklich Erschreckende an diesem historischen Negativpreis vom 26. April (welcher wohl nun am 1. Mai überboten werden dürfte) ist jedoch, dass wir noch nicht einmal Sommer haben. Der Sonnenhöchststand ist noch lange nicht erreicht. Bis zur Sommersonnenwende Ende Juni wird die Sonne am geographischen Mittelpunkt Deutschlands noch um weitere 10 Grad höher steigen. Die Tageslichtdauer wird um satte zwei Stunden zunehmen. Wenn uns schon der April stromtechnisch quasi um die Ohren fliegt, was passiert dann im Juni oder Juli?





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