Die Zahl der im Ausland geborenen Menschen in der EU hat 2025 einen neuen historischen Höchststand erreicht. Nach einer Analyse der Berliner Niederlassung der dänischen Wohltätigkeitsstiftung Rockwool Foundation (RF Berlin) lebten im Jahr 2025 rund 64 Millionen Menschen in den EU‑Mitgliedstaaten, die außerhalb der EU geboren wurden. Das sind etwa 2,1 Millionen mehr als im Vorjahr.
14 Prozent im Ausland geboren
Die im Ausland geborene Bevölkerung macht in der EU insgesamt etwa 10,4 Prozent der Gesamtbevölkerung aus (Stand 1. Jänner 2025). Die relative Zahl dieser Personen ist binnen eines Jahrzehnts deutlich gestiegen: Zwischen 2010 und 2025 wuchs der Anteil der im Ausland Geborenen von etwa zehn Prozent auf gut 14 Prozent der Wohnbevölkerung, wie Eurostat‑Daten und die RF‑Analyse belegen. Starke Einwanderungsländer wie Deutschland, Frankreich, Spanien und Italien tragen dabei den größten Anteil der Gesamtsumme.
Deutschland bleibt Traumland der Migranten
Deutschland ist nach wie vor das wichtigste Ziel der Einwanderung in die EU. In Deutschland lebten Anfang 2025 rund 16,9 Millionen Menschen, die außerhalb der EU geboren wurden, was einem Anteil von nahezu 17 Prozent der Gesamtbevölkerung entspricht. Die Zahl der im Ausland Geborenen ist in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen, getrieben von Arbeitsmigration, Bildungseinwanderung und Familienzusammenführungen.
Auch Österreich über EU-Durchschnitt
In Österreich sieht es nicht viel besser aus, auch hier liegt der Anteil der im Ausland Geborenen ebenfalls deutlich über dem EU‑Durchschnitt. Das Statistische Jahrbuch „Migration & Integration 2025“ und der Österreichische Integrationsfonds (ÖIF) zeigen, dass rund 23 Prozent der Bevölkerung in Österreich außerhalb des Landes geboren wurden. Besonders hoch ist der Anteil wenig überraschend in Wien, wo laut ÖIF‑Daten mehr als 40 Prozent der Bevölkerung Migrationshintergrund aufweisen, gefolgt von Vorarlberg (ca. 23,6 Prozent) und Salzburg (rund 22 Prozent).
Türken, Marokkaner und Osteuropäer
Die größten Gruppen unter den im Ausland Geborenen in der EU stammen traditionell aus Ländern wie der Türkei, Marokko, Serbien, Rumänien, Bulgarien und der Ukraine. Zudem hat die Zuwanderung aus westlichen Staaten wie den USA, Kanada oder dem Vereinigten Königreich ebenfalls zugenommen, hier allerdings vor allem im Bereich Hochqualifizierter. In Deutschland und Österreich dominieren laut Statistik Austria und dem Statistischen Bundesamt Bundesdeutsche und Rumänen als größte Zuwanderungsgruppen, gefolgt von Türken, Serben und anderen Balkan‑Staaten.
Die Nettoeinwanderung in die EU bleibt trotz leicht sinkender Asylantragszahlen hoch. 2025 kamen laut RF‑Bericht rund 2,1 Millionen neue Migranten in die EU, ein Rückgang gegenüber dem Vorjahr, aber weiterhin auf hohem Niveau. In Deutschland lag die Nettozuwanderung 2025 bei etwa 220.000 bis 260.000 Menschen, obwohl die Zahl der Asylanträge deutlich sank.