Im Iran-Krieg verstärken internationale Akteure die diplomatischen Bemühungen und Sicherheitsabstimmungen. In Zypern beraten EU und Partnerstaaten über die Lage sowie die möglichen Folgen für Energie- und Handelsrouten.

Parallel laufen Vermittlungsversuche zwischen den Konfliktparteien, während sich Israel militärische Optionen offen hält.

Die USA betonen ihre Ablehnung von Atomwaffen und unterstützen Gespräche. Auch die Lage im Libanon sowie politische Fragen im internationalen Sportumfeld zeigen die zunehmende regionale Ausweitung des Konflikts.

 

Die aktuellen Entwicklungen im Nahen Osten am 24. April:

Weißes Haus: US-Gesandte fliegen am Samstag zu Iran-Gesprächen nach Pakistan

Die US-Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner fliegen am Samstag zu erneuten Gesprächen über ein mögliches Ende des Iran-Kriegs nach Pakistan. Wie die Sprecherin des Weißen Haus, Karoline Leavitt, im Sender Fox News sagte, sollen Witkoff und Kushner in Pakistan mit iranischen Unterhändlern zusammentreffen. Iranische Staatsmedien hatte zuvor gemeldet, dass der iranische Außenminister Abbas Araghtschi am Freitagabend in die pakistanische Hauptstadt Islamabad reisen werde.

Pakistan vermittelt im Iran-Krieg und hatte vor rund zwei Wochen bereits Gespräche über eine Beendigung des Konflikts zwischen Vertretern Irans und der USA ausgerichtet, die jedoch ohne Ergebnis blieben. Neben Witkoff und Kushner war auch US-Vizepräsident JD Vance dabei gewesen.

„Ich kann bestätigen, dass der Sondergesandte Witkoff und Jared Kushner morgen früh erneut nach Pakistan aufbrechen werden, um Gespräche mit Vertretern der iranischen Delegation zu führen“, sagte Leavitt heute im Interview.

USA: Seit Beginn der Seeblockade wurden 34 Schiffe zurückgeschickt

Seit die Vereinigten Staaten eine Seeblockade zu und von iranischen Häfen im Golf von Oman und auf dem offenen Meer verhängt haben, wurden laut US-Kriegsminister Pete Hegseth 34 Schiffe zurückgeschickt.

Bei einer Pressekonferenz im Pentagon, an der heute auch der Vorsitzende der Vereinigten Stabschefs, Dan Caine, teilnahm, gab Hegseth ein Update zum Konflikt mit dem Iran, der derzeit im Rahmen eines Waffenstillstandsabkommens ruht.

„Jedes Schiff, das nach Ansicht der USA unsere Kriterien erfüllt, ob iranisches Schiff oder auf dem Weg zu bzw. von iranischen Häfen, wurde zurückgeschickt“, sagte Hegseth. „Stand heute Morgen 34.“

Darüber hinaus betonte Hegseth, dass die Blockade sowohl ausgeweitet als auch verschärft werde. „Die Blockade weitet sich nicht nur aus, in wenigen Tagen wird sich ihr auch noch ein zweiter Flugzeugträger anschließen”, sagte er und fügte hinzu: „Diese wachsende Blockade hat sich mittlerweile zu einer globalen Angelegenheit entwickelt.”

Laut Hegseth beschlagnahmten die Vereinigten Staaten diese Woche zwei Schiffe der iranischen Schattenflotte im Indopazifik. Die Schiffe hatten iranische Häfen verlassen, bevor die Blockade in Kraft trat.

Merz stellt Iran Lockerung der Sanktionen bei „umfassender Einigung“ in Aussicht

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat dem Iran unter der Bedingung einer „umfassenden Einigung“ mit den USA die Lockerung einiger Sanktionen gegen das Land in Aussicht gestellt. Bedingungen dafür seien die dauerhafte Öffnung der Straße von Hormus, das Ende des iranischen Atomprogramms und die Sicherheit Israels, sagte Merz heute nach einem EU-Gipfeltreffen in Zypern.

„Es muss jetzt eine schnelle, klare Verständigung für eine freie Schifffahrt in der Straße von Hormus geben“, sagte Merz. „Wir brauchen zweitens ein definitives Ende des iranischen Nuklearprogramms. Und schließlich drittens, Israel darf nicht mehr bedroht werden“, fügte er hinzu. „Aber da sind wir noch nicht“, räumte der Kanzler ein.

„Es ist zu früh, um über eine Lockerung der Sanktionen zu sprechen“, sagte EU-Ratspräsident António Costa. Auch EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen betonte, ein solcher Schritt müsse an „Fortschritte bei den internationalen Bemühungen, seine nukleare Bedrohung einzudämmen, und an eine Veränderung im Vorgehen gegen die eigene Bevölkerung“ geknüpft sein.

Irans Außenminister reist heute nach Islamabad

Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi reist heute in die pakistanische Hauptstadt Islamabad. Ziel der am Abend beginnenden Reise seien „bilaterale Konsultationen, die Erörterung der aktuellen Entwicklungen in der Region und die Überprüfung der Lage“ im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg, meldete die staatliche iranische Nachrichtenagentur Irna. Araghtschi reist demnach auch in Omans Hauptstadt Maskat und nach Moskau.

Zuvor war bereits aus pakistanischen Regierungskreisen verlautet, dass Araghtschi am Freitagabend in Islamabad erwartet werde. Unklar war aber, ob der iranische Chefdiplomat dort US-Vertreter treffen wird. Unmittelbar nach Bekanntwerden der Angaben aus Pakistan sank der Ölpreis in der Hoffnung auf neue Gespräche zwischen dem Iran und den USA.

Iranischer Außenminister telefoniert mit Pakistans Militärchef

Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi hat nach Angaben aus Teheran mit Pakistans einflussreichem Militärchef Asim Munir und Außenminister Ishaq Dar telefoniert. Araghtschi habe zudem mit dem Präsidenten der autonomen Region Kurdistan im Irak, Netschirwan Barsani, gesprochen, hieß es auf dem offiziellen Telegram-Kanal des iranischen Außenministers.

Die Gespräche erfolgten inmitten von Unsicherheit über die Zukunft der Friedensgespräche mit den USA. Pakistan ist zum führenden Vermittler in den Bemühungen zur Beendigung des Krieges zwischen dem Iran auf der einen und den USA und Israel auf der anderen Seite geworden. Nach ersten Gesprächen am 11. April lehnt es die Führung in Teheran bislang ab, eine Delegation für eine zweite Runde nach Islamabad zu entsenden.

Iran „in die Steinzeit“ bomben: Israel wartet auf „grünes Licht“ von Trump

Israel ist nach den Worten von Verteidigungsminister Israel Katz „bereit, den Krieg gegen den Iran wieder aufzunehmen“. Die Ziele seien „markiert“, sagte Katz am Donnerstag in einer Videobotschaft. „Wir warten auf grünes Licht aus den Vereinigten Staaten – in erster Linie, um die Chamenei-Dynastie vollständig zu eliminieren“, fuhr er mit Blick auf den obersten Führer Modschtaba Chamenei fort, der Nachfolger seines am 28. Februar getöteten Vaters Ali Chamenei ist. Darüber hinaus solle der Iran „ins dunkle Zeitalter und in die Steinzeit zurückversetzt“ werden.

US-Präsident Donald Trump hatte am Dienstag eine zweiwöchige Waffenruhe im Iran-Krieg auf vorerst unbestimmte Zeit verlängert. Die Waffenruhe gelte so lange, bis der Iran einen Vorschlag zur Beendigung des Konflikts vorlege und „die Gespräche in der einen oder anderen Form abgeschlossen werden“, sagte Trump. Ob es demnächst neue Verhandlungen zwischen Teheran und Washington gibt, ist unklar.

Vor eineinhalb Wochen waren Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran unter Vermittlung Pakistans über ein mögliches Ende des Iran-Krieges ergebnislos geblieben. Begonnen hatte der Krieg mit Angriffen Israels und der USA auf den Iran am 28. Februar.

Israels Verteidigungsminister Israel Katz erklärt, dass das Militär nun jeden iranischen Top-Funktionär ohne erneute Rücksprache töten dürfe.

Israels Verteidigungsminister Israel Katz erklärt, dass das Militär nun jeden iranischen Top-Funktionär ohne erneute Rücksprache töten dürfe.

Foto: Thanassis Stavrakis/AP/dpa

Trump: Atomwaffeneinsatz ist tabu – auch für die USA

US-Präsident Donald Trump schließt einen Einsatz von Atomwaffen im laufenden Krieg mit dem Iran aus und hält ihn auch ganz generell für unzulässig – egal durch welches Land. Bei einem Auftritt im Weißen Haus entgegnete er auf eine entsprechende Reporterfrage: „Nein, ich würde sie nicht einsetzen. Eine Atomwaffe sollte niemals von irgendjemandem eingesetzt werden dürfen.“

Allein schon die Frage, ob er einen Atombombenabwurf auf den Iran erwägen würde, sei „dumm“, befand Trump. „Wofür bräuchte ich eine Atomwaffe, wenn wir sie schon auf ganz konventionellem Wege auch ohne komplett dezimiert haben?“ Unklar blieb, wen oder was genau er mit „sie“ meinte – die iranische Führung, ihre Streitkräfte, das Waffenarsenal des Irans oder all das zusammen.

Befürchtungen vor einem möglichen Einsatz von Atomwaffen hatte Trump Anfang April selbst geschürt, indem er eine selbst für seine Verhältnisse drastische Drohung an den Iran richtete: „Eine ganze Zivilisation wird heute Nacht untergehen, um nie wieder zurückzukehren“, schrieb er auf der Plattform Truth Social – womit er international scharfe Kritik auslöste.

Ob und unter welchen Voraussetzungen Atomwaffen zum Einsatz kommen können, haben Atommächte in Leitlinien („Doktrinen“) formuliert. Die USA taten dies zuletzt 2022 unter Trumps Vorgänger Joe Biden. Der russische Präsident Wladimir Putin billigte 2024 neue Grundsätze für den Einsatz von Atomwaffen.

Zum Ende des Zweiten Weltkrieges hatten die USA 1945 Atombomben auf die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki abgeworfen. Es waren die ersten – und bislang einzigen – Atomwaffenangriffe der Kriegsgeschichte.

Trump will dem Iran Berichten zufolge nur noch wenige Tage Zeit für einen Vorschlag geben.

Trump will dem Iran Berichten zufolge nur noch wenige Tage Zeit für einen Vorschlag geben.

Foto: Alex Brandon/AP/dpa

Gipfeltreffen in Zypern: EU- und Nahost-Vertreter beraten über Lage im Iran

Die EU-Staats- und Regierungschefs haben eine Reihe von Vertretern aus dem Nahen Osten und der Golfregion zu ihrem Gipfeltreffen in Zypern eingeladen. Beim Mittagessen am Freitag soll es um den Iran-Krieg und die weiteren Verhandlungen gehen, an denen die Europäer nicht direkt beteiligt sind. Sie hoffen auf eine Öffnung der Straße von Hormus, damit die Ölpreise sinken.

Polizei und Militär sind beim Gipfeltreffen in höchster Alarmbereitschaft. (Archivbild)

Polizei und Militär sind beim Gipfeltreffen in höchster Alarmbereitschaft. (Archivbild)

Foto: Petros Karadjias/AP/dpa

Rubio: Iranische Nationalmannschaft ist bei Fußball-WM in den USA willkommen

Die US-Regierung hat sich von einem aus den USA kommenden Vorschlag distanziert, wonach das Nationalteam Italiens anstelle des Iran an der im Sommer unter anderem in den USA stattfindenden Fußball-Weltmeisterschaft teilnehmen soll. Niemand „aus den USA hat ihnen gesagt, dass sie nicht kommen können“, sagte US-Außenminister Marco Rubio mit Blick auf die iranische Nationalmannschaft am Donnerstag vor Journalisten im Oval Office.

Rubio warnte jedoch, die USA könnten Mitgliedern der iranischen Delegation die Einreise verweigern, sollten sie Verbindungen zu den iranischen Revolutionsgarden (IRGC) haben, die von Washington und mehreren anderen Regierungen als Terrororganisation eingestuft werden. „Das Problem mit dem Iran wären nicht die Athleten, sondern einige der anderen Personen, die sie mitbringen wollten, von denen manche Verbindungen zu den IRGC haben“, sagte der US-Außenminister. „Wir könnten sie möglicherweise nicht ins Land lassen, aber nicht die Athleten selbst“, fügte er hinzu. US-Präsident Donald Trump äußerte sich ähnlich. „Wir wollen die Spieler nicht bestrafen“, erklärte er.

Ein Gesandter von US-Präsident Donald Trump hatte einem Bericht zufolge zuvor den Weltfußballverband Fifa gebeten, den Iran bei der Fußball-WM durch Italien zu ersetzen. Der US-Sondergesandte Paolo Zampolli sagte der „Financial Times“, es wäre ein „Traum“, den viermaligen Weltmeister Italien bei dem Turnier zu sehen. Italien hat sich aber nicht qualifiziert, es war im vergangenen Monat in den Playoffs an Bosnien-Herzegowina gescheitert.

Rubio betonte, der Vorschlag spiegele nicht die Position der US-Regierung wider. „Ich weiß nicht, woher das kommt, außer aus Spekulationen, dass der Iran vielleicht beschließen könnte, nicht zu kommen, und Italien dann ihren Platz einnehmen würde“, sagte Rubio. „Aber das wäre nur, wenn sie sich aus freien Stücken entscheiden, nicht zu kommen, weil sie beschlossen haben, nicht zu kommen.“

Die iranische Nationalmannschaft ist für die WM im Sommer in den USA, Kanada und Mexiko qualifiziert. (Archivbild)

Die iranische Nationalmannschaft ist für die WM im Sommer in den USA, Kanada und Mexiko qualifiziert. (Archivbild)

Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon um drei Wochen verlängert

Wenige Tage vor dem Auslaufen der brüchigen Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon hat US-Präsident Donald Trump ihre Verlängerung bekanntgegeben. „Die Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon wird um drei Wochen verlängert werden“, erklärte Trump am Donnerstag in seinem Onlinedienst Truth Social. Das libanesische Gesundheitsministerium meldete derweil drei Tote bei einem israelischen Angriff. Die pro-iranische Hisbollah-Miliz feuerte Raketen auf den Norden Israels ab.

Nach dem Treffen kündigt Trump vor Journalisten ein Treffen zwischen ihm, dem israelischen Regierungschef Benjamin Netanjahu und dem libanesischen Präsidenten Joseph Aoun „in den kommenden Wochen“ im Weißen Haus an. Er sehe zudem eine „sehr gute Chance“ für ein Friedensabkommen zwischen den beiden Ländern noch in diesem Jahr, betonte er. „Ich denke, das sollte ein Leichtes sein“, sagte er.

Der US-Präsident hatte zuvor Vertreter Israels und des Libanon zu einer zweiten Gesprächsrunde auf Botschafterebene in Washington empfangen. An dem Treffen nahmen nach Angaben aus Washington US-Außenminister Marco Rubio, der israelische Botschafter in den USA, Yechiel Leiter, die libanesische Botschafterin Nada Hamadeh Moawad, der US-Botschafter im Libanon, Michel Issa, sowie der US-Botschafter in Israel, Mike Huckabee, teil. Am vergangenen Freitag war eine zehntägige Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon in Kraft getreten, die am Sonntag auslaufen sollte.

Libanesische Vertreter hatten vor dem Treffen erklärt, sie strebten eine Verlängerung des Waffenstillstands um einen Monat an. Aoun erklärte, dies müsse auch „ein Ende der Zerstörung von Häusern und der Angriffe auf Zivilisten, Gotteshäuser, Journalisten sowie den Medizin- und Bildungssektor“ umfassen.

Nach dem Treffen erklärte Israels Botschafter in den USA, sein Land wolle ein Friedensabkommen mit der libanesischen Regierung und glaube, dass die Hisbollah durch die Angriffe auf den Iran geschwächt worden sei. „Wir sind mit der libanesischen Regierung darin geeint, das Land von diesem bösartigen Einfluss namens Hisbollah befreien zu wollen“, sagte Leiter. Israel und der Libanon unterhalten keine offiziellen diplomatischen Beziehungen und befinden sich formell seit 1948 im Kriegszustand. Die direkten Gespräche in der vergangenen Woche waren die ersten dieser Art zwischen den beiden Nachbarländern seit mehr als drei Jahrzehnten.

Trotz der geltenden Waffenruhe waren zuvor bei einem israelischen Angriff im Süden des Libanon nach libanesischen Angaben drei Menschen getötet worden. Demnach wurde bei dem Angriff eine Straße in der Region Nabatäa getroffen, die mehr als 30 Kilometer nördlich der Grenze zu Israel liegt. Bei einem weiterem Angriff in Jater, gut vier Kilometer nördlich der Grenze, wurden demnach zwei Menschen verletzt, darunter ein Kind.

Während die Gespräche in Washington liefen, gab die Hisbollah außerdem bekannt, erneut Raketen auf den Norden Israels abgefeuert zu haben. „Zur Verteidigung des Libanon und seines Volkes und als Reaktion auf die Verletzung der Waffenruhe durch den israelischen Feind und seinen Angriff auf die Stadt Jater im Süden des Libanon“ sei „die Siedlung Schtula mit einer Raketen-Salve ins Visier genommen“ worden, teilte die Miliz mit. Die israelische Armee erklärte, mehrere Geschosse aus dem Libanon abgefangen zu haben. Die vom Iran unterstützte schiitische Miliz lehnt direkte Gespräche mit Israel und eine Waffenruhe ab.

Der Libanon war Anfang März in den Iran-Krieg hineingezogen worden.

Mit Material der Nachrichtenagenturen



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