Die Straßenumbenennungen in Berlin gehen weiter. Diesmal trifft es den Blücherplatz am Halleschen Tor in Berlin-Kreuzburg. Nachdem im Juni 2025 bereits die Bezirksverordnetenversammlung die Umbenennung beschlossen hatte, zog nun das Bezirksamt nach.

Das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg plant, den Blücherplatz in Eva-Mamlok-Platz umzubenennen. Dies bestätigte die Behörde gegenüber dem Sender rbb24 am Mittwoch. In Berlin sind die Bezirksämter für etwaige Straßenumbenennungen zuständig. Das Bezirksamt folgt damit einem Beschluss zur Umbenennung, den die Bezirksverordnetenversammlung vergangenes Jahr gefasst hatte. Grüne, Linke und SPD hatten damals einen entsprechenden Antrag gestellt.

Künftig wird der Platz den Namen der Berliner Widerstandskämpferin Eva Mamlok tragen, die als Jüdin erst nach Riga deportiert wurde und dann im KZ Stutthof umkam. Eva Mamlok war schon als junges Mädchen im antifaschistischen Widerstand aktiv: So hatte sie als 13-Jährige im Jahr 1932 auf einem Kaufhausdach die Parole „Nieder mit Hitler!“ angebracht. Das Kaufhaus befand sich am Blücherplatz.

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1934, also schon unter der Herrschaft der Nationalsozialisten, wagte sie es mit noch nicht mal 16 Jahren, zusammen mit einem Mitstreiter Blumen auf den Friedhof der Sozialisten in Friedrichsfelde niederzulegen. Auch nach einem halben Jahr KZ, das auf diese Aktion folge, setzte Mamlok ihre Widerstandstätigkeit fort.

Gegner der Umbenennung befremdet daher weniger die Person der Gewürdigten als vielmehr die Begründung der Blücher-Gegner. Neben dem Argument, es gebe bereits eine Blücherstraße im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg, schreibt die örtliche SPD-Fraktion in ihrem Antrag auch: „Um die Dominanz der frankophoben und militaristischen früheren Straßenbenennungspraxis zu relativieren, ist eine andere Akzentsetzung bei der Straßen- und Platzbenennung anzustreben, die dem heutigen antinationalistischen und antifaschistischem Grundkonsens entspricht.“

Die SPD-Fraktion Friedrichshain-Kreuzberg bringt damit den preußischen Generalfeldmarschall Gebhard Leberecht von Blücher, einen der großen Persönlichkeiten der Befreiungskriege, mit dem Franzosenhass einer späteren Epoche in Verbindung. Blücher, von seinen russischen Mitstreitern wegen seiner offensiven Herangehensweise „Marschall Vorwärts“ genannt, war maßgeblich an der Befreiung Mittel- und Westeuropas von der napoleonischen Besatzung beteiligt. Da er bereits 1819 verstarb, erlebte er den Nationalismus des späteren 19. Jahrhunderts, der eine Erbfeindschaft zu Frankreich pflegte, nicht mehr.

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Timur Husein, Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses und Sprecher für Antisemitismusbekämpfung der CDU-Fraktion, warf den antragstellenden Parteien sogar Missbrauch des Andenkens von Eva Mamlok vor. Auf der Plattform X schrieb er: „Um es klar zu sagen: Linke Mehrheit benutzt eine jüdische Widerstandskämpferin (Eva Mamlok), um einen ihnen verhaßten preußischen Helden (Generalfeldmarschall Blücher) aus dem Straßenbild zu tilgen! Blücher hat die französische Besetzung Europas beendet.“

Laut Bezirksamt wird die Umbenennung erst Ende 2026 vorgenommen. Der Grund für die Verzögerung: Man möchte noch die Wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus abwarten, die am 20. September stattfinden werden. Dieser Aufschub geschieht auf Wunsch des Landeswahlamtes Berlin, das die Bezirke gebeten hatte, in den Monaten vor den Wahlen nach Möglichkeit auf Umbenennungen zu verzichten. Änderungen der Adressdaten nach dem 1. April 2026 könnten ansonsten zu Schwierigkeiten beim Versand der Wahlunterlagen führen.

Immerhin: Da der Blücherplatz insgesamt nur drei Hausnummern hat (darunter ein Kaufhaus und die Amerika-Gedenkbibliothek), dürfte sich die Anzahl der vom Aufwand der Umbenennung Betroffenen im Rahmen halten.

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