Israelische Soldaten haben im besetzten Westjordanland nach palästinensischen Angaben einen 15-Jährigen erschossen.
Wie das Gesundheitsministerium in Ramallah mitteilte, wurde der Jugendliche am Donnerstag in Nablus im Norden des Palästinensergebiets getötet. Die israelische Armee teilte auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP mit, sie überprüfe die Information.
Ein Sprecher der Stadtverwaltung von Nablus sagte AFP am Telefon, die Soldaten seien mit sechs Jeeps in die Stadt gekommen. Sie hätten mit Händlern im Stadtviertel Rafidia gesprochen und kurz vor Ende ihres Einsatzes aus unbekanntem Grund den Jungen erschossen.
Westjordanland: Besatzung, Siedlungen und eskalierende Gewalt
Im seit 1967 von Israel besetzten Westjordanland leben neben rund drei Millionen Palästinensern auch mehr als 500.000 Israelis in Siedlungen und Außenposten, die nach internationalem Recht illegal sind.
Israel hält das Westjordanland seit 1967 besetzt. Seit dem Großangriff der islamistischen Palästinenserorganisation Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 und dem dadurch ausgelösten Gaza-Krieg hat die Gewalt auch im Westjordanland deutlich zugenommen.
Wie eine AFP-Zählung auf der Grundlage von Zahlen der Palästinenserbehörde ergab, wurden seitdem mindestens 1066 Palästinenser im Westjordanland von israelischen Soldaten oder Siedlern getötet.
Nach offiziellen israelischen Angaben wurden im selben Zeitraum 46 Israelis – Soldaten und Zivilisten – im Westjordanland getötet. (afp/red)