In der schwarz-roten Koalition liegen die Nerven offenbar blank. Zumindest, wenn man Medienberichten glauben schenken darf. Demnach soll Bundeskanzler Merz seinen Finanzminister vom Koalitionspartner SPD regelrecht angebrüllt haben.
Beim Koalitionsausschuss in der Villa Borsig muss es hoch hergegangen sein. Zumindest weiß das Nachrichtenmagazin Spiegel davon zu berichten, dass Bundeskanzler Friedrich Merz am vorvergangenen Sonntag, also am 12. April, Vizekanzler und Bundesfinanzminister Lars Klingbeil angeschrien hat. Der Spiegel beruft sich auf Gewährsleute, die an der Sitzung teilgenommen haben. Der Vorfall – sollte er so stattgefunden haben – wirft ein bezeichnendes Licht auf den Zustand von Schwarz-Rot, knapp ein Jahr nach Merz‘ Amtsantritt.
Dabei ist nicht einmal ganz klar, was zur Verbalattacke des Kanzlers geführt hat. Es soll um die unterschiedliche Interpretation von Absprachen gegangen sein, heißt es. Demnach habe Klingbeil auf die Verwirklichung von Zugeständnissen bestanden, die Merz ihm angeblich versprochen hätte. Merz wiederum wollte oder konnte sich nicht mehr erinnern, welche Zugeständnisse er versprochen haben sollte. Woran konkret sich die Meinungsverschiedenheiten entzündet haben, dazu gibt es unterschiedliche Angaben.

Jedenfalls soll Merz‘ Ausraster eine stundenlange Auseinandersetzung der Koalitionsvertreter vorausgegangen sein. Die Gespräche hätten sich ergebnislos im Kreis gedreht. Mal habe der eine Koalitionspartner etwas gegen einen Lösungsvorschlag einzuwenden gehabt, dann wieder der andere. Irgendwann muss es Merz dann gereicht haben: Der Kanzler fuhr aus der Haut.
Der verbale Schlagabtausch soll von beiden Seiten aus heftig gewesen sein. Was konkret Merz seinem Finanzminister vom Koalitionspartner SPD vorzuwerfen hatte, bleibt unklar. Danach mussten die Verhandlungen erst einmal unterbrochen werden. Kanzler und Vizekanzler zogen sich zu einem Vier-Augen-Gespräch zurück.
Auch wenn die Koalitionsvertreter später wieder zu einer sachlicheren Atmosphäre gelangten und am Montag darauf Entlastungspläne für die Bürger präsentieren konnten: Der Streit kam zu einer Zeit, in der sich die Schwierigkeiten häufen und die Koalition große Reformvorhaben zu bewältigen hat: von der sich verschärfenden Wirtschaftskrise über die hohen Energiepreise bis zur anstehenden Reform des Gesundheitswesens. Und die Bürger sind mit dem Gebaren der Regierungskoalition ebenso unzufrieden wie zu Ampel-Zeiten.

Bereits im Oktober 2025 glaubte einer Umfrage zufolge fast die Hälfte der Befragten an ein vorzeitiges Ende der schwarz-roten Regierungskoalition. Und erst kürzlich kam bei einer weiteren Umfrage heraus: Unter den demokratisch gewählten Regierungschefs ist Merz bei den Bürgern am unbeliebtesten. Sogar noch unbeliebter als sein Amtsvorgänger Olaf Scholz, der bereits miserable Umfragewerte zu verzeichnen hatte.
Und der Frust der Bürger trifft nicht nur Kanzler Merz: Auch Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche von der CDU kann mit ihrer Arbeit noch weniger von sich überzeugen als einst ihr Vorgänger Robert Habeck von den Grünen.
Aber angesichts des Höhenflugs der AfD in den Umfragen und der schlechten Umfragewerte der Koalitionäre sind Neuwahlen für die Regierungsparteien keine Option. Jetzt ist daher erst einmal Durchhalten angesagt.
Mehr zum Thema – Auch eine Leistung: Katherina Reiche bereits unbeliebter als Habeck es je war
Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des „Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes“ am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.