Doch die Bild-Zeitung kann sich in den Kanzler hineinversetzen und berichtet uns begeistert: „Der Kanzler blickt dabei über die Grenzen hinaus – und sieht Deutschland im Hintertreffen.“ Ja, über die Grenzen blickt er gerne, vor allem aus dem Flugzeug, da er sich mit Vorliebe im Ausland aufhält und sich nicht so recht mit den Niederungen des deutschen Alltags befassen möchte. Dass allerdings Deutschland im Hintertreffen ist, wird man kaum bestreiten wollen. Und woran könnte das liegen? Etwa an einer Politik, die es fertigbringt, sogar noch die Tage des seligen Olaf Scholz fast in einem sanften Licht leuchten zu lassen? Ich fürchte, das hat Merz nicht gemeint.

„Wenn man heute nach China schaut“, erfahren wir aus Kanzlers Mund, „selbst wenn man nach Amerika schaut – die Dynamik, die in diesen Volkswirtschaften nach wie vor oder jetzt vor allen Dingen in China vorhanden ist, die fehlt uns.“ Man fragt sich verzweifelt nach dem Grund. Ein Land, eine Volkswirtschaft, die mit konstanter Inkompetenz in den Ruin getrieben wird, indem man die Bedingungen des Wirtschaftens in atemberaubendem Tempo verschlechtert, indem man die Energie zur Erreichung angeblich höherer, in Wahrheit aber infantiler Ziele mit Freude bis zur Unerschwinglichkeit verteuert, indem man die Leistungsträger vertreibt und die Leistungslosen ins Land bringt – welche Dynamik sollen dieses Land und diese Volkswirtschaft an den Tag legen mit Ausnahme der einen, die sich aus dieser Politik von selbst ergibt: die Dynamik auf dem Weg nach unten?