Der Ausschluss des Tiroler Ex-SPÖ-Chefs Georg Dornauer aus der SPÖ sorgt nun für heftige Kritik in den eigenen Reihen. Mit einem emotionalen Posting meldete sich heute, Mittwoch, die frühere SPÖ-Staatssekretärin Christa Kranzl zu Wort.

„Ich frage mich, war das wirklich notwendig?“, sagte Kranzl auf ihrer Facebook-Seite. „Warum lernt die SPÖ nicht aus ihren Fehlern?“ Sie will nicht verstehen, dass der ehemalige SPÖ-Landeshauptmann-Stellvertreter von Tirol wegen der Forderung, die TIWAG (Tiroler Wasserkraft AG) möge Übergewinne an die Tiroler zurückzahlen, aus der Partei ausgeschlossen wurde. Und das auch noch einstimmig. 

Auch Hergovich sollte “entsorgt” werden

An die Parteispitze richtete Kranzl daher die Frage: 

Sagt nicht der SPÖ-NÖ Parteivorsitzende Sven Hergovich das Gleiche, die EVN (Energieversorgung Niederösterreich) möge Übergewinne an die Niederösterreicher zurückzahlen? Wäre das nicht eine ur-sozialdemokratische Forderung im Sinne einer gerechten Verteilung? Wo bitte liegt der Unterschied?

Wir erinnern uns: Offenbar sollte Hergovich durch einen Putsch womöglich aus der Löwelstraße mit einem lukrativen Jobangebot “entsorgt” werden. Doch die angekündigte Kandidatur der SPÖ-Staatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig gegen Hergovich endete – wie berichtet – in einer peinlichen Posse. 

Schaden für die Partei

Parteiausschlüsse, so die Ex-SPÖ-Staatssekretärin Kranzl, hätten noch nie etwas bewirkt, außer Schaden für die Partei selbst. Georg Dornauer sei in das eine oder andere Fettnäpfchen getreten und hat negative mediale Aufmerksamkeit auf sich und die SPÖ gezogen, keine Frage, das wäre alles andere als rühmlich gewesen, aber er habe auch viel für die SPÖ in Tirol bewirkt. Er wäre kritisch und manchmal auch unangenehm gewesen,  „aber ist es nicht genau das, was Parteien brauchen? Menschen, die hinterfragen und nicht alles unisono absegnen, Meinungsvielfalt und viel mehr Diskurs?“. Kranzl meinte weiter: 

Wenn die SPÖ als einst große Partei nicht in der völligen Bedeutungslosigkeit verschwinden möchte, dann wird sie ihren jetzigen Kurs gravierend ändern müssen. Verstärkte Kommunikation nach innen & außen unter Berücksichtigung der Meinungsvielfalt statt Parteiausschluss wäre besser. Ein gut gemeinter Rat von mir.



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