Die deutsche Gesundheitsministerin wollte nach Kritik von Robert F. Kennedy Jr. nichts von Einschränkungen der Therapiefreiheit und Verfolgung von Ärzten in Deutschland wissen. Ein neues Portal belegt nun eindrücklich das Gegenteil: Auf aerzte-mit-gewissen.org werden die Geschichten von mutigen Medizinern aus Deutschland und anderen Ländern dokumentiert, die trotz politischen Drucks in der sogenannten Pandemie das Wohl ihrer Patienten an erste Stelle gestellt haben – mit schwerwiegenden Konsequenzen.

Der folgende Artikel erschien zuerst beim MWGFD:

Seit 27. April 2026 ist online, was bisher gefehlt hat: eine systematische, dreisprachige Dokumentation der ärztlichen Verfolgung in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Weitere Länder werden folgen. Auf aerzte-mit-gewissen.org sammeln wir die Geschichten der Ärztinnen und Ärzte, die in den Corona-Jahren nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt haben und dafür strafrechtlich oder berufsrechtlich verfolgt wurden.

Was bisher fehlte

Einzelfälle wurden in lokalen Zeitungen verstreut behandelt. Mal eine Notiz im Lokalteil, mal ein Interview in einem alternativen Medium, mal ein YouTube-Video eines Unterstützerkreises. Doch nie ein Ort, an dem man die Fälle nebeneinander lesen, vergleichen, einordnen kann. Genau diese Lücke versuchen wir zu schließen.

Jeder Fall wird auf der Plattform mit identischer Struktur dokumentiert: 
berufliche Situation vor der Verfolgung, Art der Verfolgung, konkreter Vorwurf, Stellungnahme der betroffenen Person in eigenen Worten, Chronologie, finanzielle und persönliche Folgen, Reaktionen aus Kollegenschaft und Presse, Ausblick. Wer das Verzeichnis durchscrollt, sieht Muster, die nirgends sonst in dieser Klarheit zu erkennen sind: die zeitlichen Höhepunkte der Verfolgung, die typischen Vorwurfs-Paragraphen (vor allem § 278 StGB), die Standards der Verteidigung und die Abwehrlinien der Berufskammern.

Die wahre Größenordnung

Was offiziell gerne kleingeredet wird, lässt sich anhand der Zahlen widerlegen, die wir auf einer eigenen Seite „Amtliche Zahlen“ aufbereitet haben. Sie stammen aus den offiziellen Auskünften der Generalstaats-anwaltschaften von fünf Bundesländern, gesammelt durch den Datenanalysten Tom Lausen sowie die Rechtsanwälte Ivan Künnemann LL.M. und Sven Lausen.

Allein nach § 278 StGB sind in diesen fünf Bundesländern (etwa 30 % der deutschen Bevölkerung) seit 2020 1.521 Ermittlungsverfahren dokumentiert, dazu 2.887 Verfahren nach § 279 StGB gegen Patientinnen und Patienten. Hochgerechnet auf das Bundesgebiet ergeben sich etwa 5.000 Ermittlungsverfahren nach § 278 StGB allein gegen Ärztinnen und Ärzte, plus ein Vielfaches an Patientenverfahren. Aus elf Bundesländern, darunter Bayern und Nordrhein-Westfalen, fehlen die Zahlen bis heute. Die Plattform macht diese Lücke explizit sichtbar.

Eine Stimme aus dem Verzeichnis

Wie tief diese Verfahren in das Selbstverständnis ärztlichen Handelns einschneiden, zeigt sich am deutlichsten in der Bewertung der Betroffenen selbst. Dr. med. Sergio Dani, einer der dokumentierten Ärzte, schreibt zum Urteil gegen Dr. Bianca Witzschel:

„Die Verurteilung von Dr. Bianca Witzschel stellt einen unverhältnismäßigen staatlichen Eingriff in das Arzt-Patienten-Verhältnis dar. Selbst wenn der Staat Urkundenfälschung oder unrichtige Bescheinigungen überprüfen darf, war die verhängte strafrechtliche Sanktion angesichts des Fehlens eines klar nachgewiesenen konkreten Schadens missbräuchlich. Der Fall schafft einen gefährlichen Präzedenzfall: Er verwandelt medizinischen Dissens in Kriminalisierung, schüchtert Fachkräfte ein und schwächt die klinische Unabhängigkeit. Anstatt Patienten zu schützen, scheint die Entscheidung eher die Autorität einer umstrittenen öffentlichen Politik geschützt zu haben. Das Strafrecht sollte das letzte Mittel sein, insbesondere wenn es um ärztliches Handeln, wissenschaftliche Unsicherheit, fehlenden direkten Schaden und eine anfechtbare öffentliche Politik geht.“

Wem wir uns verpflichtet fühlen

Den Verfolgten zuerst. Jeder Fallbericht entsteht im Dialog mit der jeweiligen Person, jeder Text geht zur Freigabe an sie zurück. Für die inhaltliche Richtigkeit der einzelnen Aussagen ist die jeweilige Verfasserin oder der jeweilige Verfasser verantwortlich; die Redaktion prüft, ob eine Verfolgung im juristischen oder berufsrechtlichen Sinne tatsächlich vorliegt. Diese klare Trennung haben wir explizit ins Impressum und in jede Detailseite geschrieben: Transparenz ist Voraussetzung für Glaubwürdigkeit.

Drei Sprachen, eine Botschaft

Die Plattform liegt vollständig in Deutsch, Englisch und Französisch vor – mit eigenen Domains:
aerzte-mit-gewissen.org
doctors-of-conscience.org
medecins-ame-et-conscience.org

Diese Mehrsprachigkeit ist Voraussetzung für internationale Sichtbarkeit. Wenn US-Gesundheitsminister Kennedy am 10. Januar 2026 die deutsche Verfolgungspraxis öffentlich kritisierte und die Bundesgesundheitsministerin am selben Tag erwiderte, das habe „keine faktische Grundlage“, dann muss das Material, mit dem sich diese Aussage widerlegen lässt, auch in den jeweiligen Sprachen verfügbar sein.

Was wir uns wünschen

Wenn Sie selbst betroffen sind oder eine Kollegin, einen Kollegen kennen, deren Geschichte erzählt werden sollte – kontaktieren Sie uns. 
Über die Seite „Fall melden“ steht ein strukturierter Fragebogen bereit, der den Einstieg erleichtert. Veröffentlichung mit vollem Namen, mit Pseudonym oder anonym: Die Entscheidung trifft jede Person für sich.

Genauso willkommen sind Hinweise zu medizinischen Studien, Gerichtsprotokollen, juristischen Stellungnahmen, die wir in unsere thematischen Hintergrundseiten zu Maskenattesten, Impfunfähigkeitsbescheinigungen und dem Genfer Gelöbnis einarbeiten können.

Marathon, nicht Sprint

Die rund zwanzig Fälle, die heute auf der Plattform stehen, sind erst der Anfang. Konkret sind aktuell dokumentiert: Daniel Beha, Sergio Dani, Manfred Doepp-Manca, Hiltrud Förster, Andreas Heisler, Martina Herrmann, Carola Javid-Kistel, Monika Jiang, Rolf Kron, Thomas Külken, Friederike L., Christoph Nicklaus, Günther Riedl, Konstantina Rösch, Lukas Trimmel, Wolfgang Urmetzer, Adolf Ludwig Wasmer, Ronny Weikl und Bianca Witzschel  dazu zwei anonyme Meldungen, die ihre Geschichte ohne Namensnennung erzählen wollten.

Allein in Deutschland gibt es nach unseren Recherchen mehrere tausend Betroffene, weitere Länder kommen hinzu. Jede neue Dokumentation braucht Zeit: Recherche, Kontakt, Prüfung, Redaktion, Übersetzung in drei Sprachen.

In den kommenden Monaten und Jahren werden wir kontinuierlich weitere Fälle aufnehmen. Das wird kein Sprint, sondern ein Marathon. Genau deshalb brauchen wir Sie: als Hinweisgebende, als Multiplikatoren, als Verbündete.

„Die Ärzte, deren Fälle hier dokumentiert sind, haben das getan, was das Genfer Gelöbnis von ihnen verlangt: Sie haben ihren Patienten zugewandt gehandelt, auch wenn der Wind ihnen ins Gesicht blies.
Die Plattform sorgt dafür, dass diese Geschichten nicht in der Vergessenheit verschwinden und dass die Öffentlichkeit erfährt, was Ärztinnen und Ärzten in diesem Land widerfahren ist.“

(Aus dem Selbstverständnis der Plattform)

→ aerzte-mit-gewissen.org
→ Kontakt: [email protected]



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