Polymarket ist ein sogenannter Prognosemarkt: Hier kann auf Nachrichtenereignisse gewettet werden – auch aktuelle Kriege. Eine Recherche des Guardian zeigt, wie Polymarket Nachrichten beeinflusst. Und wer entscheidet, was „die Wahrheit“ ist


Wahlwerbung der anderen Art: Polymarekt-Kampagne 2024

Foto: Charles Guerin, ABACA, Imago


„Horekunden“ verlor schnell die Geduld. Auslöser seines Frusts war das Institute for the Study of War (ISW), ein US-amerikanischer Thinktank, der eine tägliche Karte der Frontlinie in der Ukraine erstellt.

Für Horekunden und einen anderen, anonymen Zocker, stellte die Karte ein „zusammenhangloses, inkohärentes Durcheinander dar … wie die Zeichnung eines Fünfjährigen“. Nicht hilfreich für ihr Vorhaben: Sie wollten eine Wette bei Polymarket abgeben.

Die Karte, mit der sie so unzufrieden waren, bildete die Stadt Kostjantyniwka ab, die ukrainische Truppen seit fünf Monaten inmitten von Bombardements und Dronenschwärmen hielten. Tausende von Zivilisten leben dort nach wie vor.

Über eine halbe Million Dollar sind darauf gesetzt worden, ob Russland Kostjantyniwka in diesem Jahr einnehmen wird. Die Wette ist entschieden, sobald das ISW eine Karte veröffentlicht, auf der Russland den Hauptbahnhof der Stadt unter Kontrolle hat.

Wetten auf eine Waffenruhe im Iran: 280 Millionen Dollar Einsatz

Es ist ein florierendes Online-Geschäftsfeld, Tausende diskutieren, wie sie vom Krieg profitieren können. Sie wetten auf den Krieg in der Ukraine. Sie wetteten auf eine Waffenruhe zwischen den USA und Iran – 280 Millionen Dollar waren der Einsatz. Sie wetten, ob die USA im Iran einmarschieren werden – es geht um 7,5 Millionen Dollar.

In Chatgruppen auf der Messaging-App Discord diskutieren sie, was passieren könnte: „Dieser Shit kann wirklich schiefgehen. WWW3 könnte losbrechen“, schrieb ein Nutzer, der Geld darauf gewettet hatte, ob die USA das Ölterminal auf der iranischen Insel Kharg bombardieren werden.

„Solange Amerika das Uranium des Iran erhält, kann ich mir das oben skizzierte Friedensszenario vorstellen“, schrieb ein anderer, der offensichtlich auf den Waffenstillstand gesetzt hatte.

Manchmal scheint es sogar so, als arbeiteten sie zusammen, um Ereignisse zu beeinflussen – oder zumindest deren Darstellung. Kritiker bezeichnen das als unmoralisch; Senatoren in den USA haben gefordert, Polymarket zu regulieren.

Als vor einigen Wochen Berichte darüber kursierten, dass Polymarket Insider-Wetten auf militärische US-Schläge gegen den Iran angenommen hätte, veröffentlichte das Unternehmen eine „Mitteilung zu den Märkten im Mittleren Osten“. Darin stand: „Nach Gesprächen mit den unmittelbar von den Angriffen Betroffenen, die Dutzende von Fragen hatten, erkannten wir, dass Prognosemärkte ihnen die gewünschten Antworten liefern konnten, wozu weder die TV-Nachrichten noch X in der Lage waren.“

Der rapide Aufstieg von Polymarket

Im Juli 2024, kurz vor der Wiederwahl Donald Trumps, verbuchte Polymarket ein Handelsvolumen von 400 Millionen Dollar für das laufende Jahr. Heute kann es an einem einzigen Tag deutlich mehr verbuchen. Es bezeichnet sich selbst als „Prognosemarkt“ – eine Möglichkeit, Daten über die Zukunft zu erheben, indem die Öffentlichkeit darauf Wetten abschließen kann.

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Langjährige Nutzer sagen jedoch, es gleiche immer mehr einem Casino – in dem alles, von Trumps Wutausbrüchen bis zur Wiederkunft Jesu Christi, monetarisiert werden kann. Und so versuchen die Spieler in diesem mächtigen Casino inzwischen, wo es nur geht, Einfluss auf die Welt zu nehmen, um sich ihren Gewinn zu sichern.

Nutzer von Polymarket bedrohten einen Journalisten

Polymarket-Zocker bedrohten kürzlich einen israelischen Journalisten und forderten, er solle einen Artikel ändern, damit sie eine Wette gewinnen würden. Es ging darum, ob der Iran Israel an einem bestimmten Tag angegriffen hatte. Experten gehen davon aus, dass Nutzer von Polymarket in der Lage sein könnten, ganze Märkte zu manipulieren, mit Folgen für Institutionen und Rentenfonds.

Was die Frontline in der Ukraine betrifft, so beschloss Horekunden einen Schritt weiter zu gehen, nachdem er seinem Ärger über die Karte des ISW auf Discord Luft gemacht hatte. Er wandte sich an einen anderen Nutzer, @tsybka, laut dessen X-Profil einer der „oberen 0.001 Prozent unter den Tradern“ auf der Plattform.

„Es ist dir mit deiner Reichweite schon einem gelungen, mit ihnen in Kontakt zu treten, ich wäre dankbar, wenn du versuchen könntest, dies an sie weiterzugeben“, schrieb Horekunden ihm.

„Das ist Nonsens, sie hören auf niemanden“, antwortete @tsybka, der auf eine Anfrage des Guardian nicht reagieren.

„Auf jeden Fall ist diese Karte unfassbar schlecht“, schrieb er. Dann beschloss er, selbst beim ISW anzurufen. „Leider können wir da nichts machen, alle anderen Kartographen sind leicht zu bestechen.“

So funktionieren Arbitrage-Wetten

Das ISW beteuert, es „es stehe nicht im Austausch mit den Nutzern oder den Verantwortlichen solcher Plattformen“. „Wir verurteilen es aufs schärfte, dass unsere Produkte mit dem abscheulichen Ziel genutzt werden, auf Kriege zu wetten, und haben dem nie zugestimmt“, erklärte ein Sprecher.

„Ich liebe es, zu zocken“, sagt Joseph Francia, der Anfang 30 ist. Während seines Wirtschaftsstudiums in Berkeley zählte er Karten in Casinos und verbrachte seine Wochenenden in Reno, Nevada mit Blackjack. Er sei kein Yolo-Zocker, der auf einen Kick aus ist, sagt er: Er wette nur, wenn er einen Vorteil gegenüber dem Haus hat.

Auf der Universität entschieden er und ein Freund sich dafür, die Daten einiger Offshore-Wettbüros zu sammeln und Arbitrage-Wetten zu setzen: Sie setzten auf die unterschiedlichen Quoten der verschiedenen Wettseiten. „Wenn auf der einen Wettseite die Quoten der Lakers sehr gut sind und auf einer anderen die der Pacers, dann konnte man im Grunde auf beide Teams bei verschiedenen Sportwettanbietern setzen und in jedem Fall Profit machen“, erklärt er.

Dieses Projekt war ein Spaß, den sie sich 2017 als Studenten machten. Aber als er 2025 plötzlich arbeitslos wurde, erinnerte er sich daran, da zur selben Zeit die Prognosemärkte durchstarteten.

„Ich bin eine spirituelle, religiöse Person“, sagt er. „Sekularere Menschen würden sagen, diese Gelegenheit ist Zufall. Aber ich für mich war überzeugt, dass es ein Zeichen war. Ich hänge mich da jetzt rein.“

Im Discord-Channel gibt es Alerts, um potenziellen Insidern zu folgen

Und so eröffnete Francia „Prediction Hunt“, einen Discord-Kanal, eine Online-Community, in der Tausende Tipps und Ideen austauschen, wie sich auf Polymarket Geld verdienen – und schlau wetten – lässt. Der Guardian hat sich rund drei Wochen in diesem Discord-Channel bewegt.

Es gibt dort Alerts, um sogenannte „Fade“-Wetten zu verfolgen, bei denen man versucht, dem smarten Geld zu folgen: Erfolgreiche Wallets wetteten zum Beispiel darauf, dass das iranische Regime noch vor dem 30. April fällt, während weniger erfolgreiche auf „Nein“ setzten.

Es gibt außerdem Alerts, um potenziellen Insidern zu folgen und auf deren Wetten zu setzen: Einer von ihnen scheint einen direkten Draht zu den Zinsentscheidungen der US-Notenbank zu haben.

Und dann gibt es da noch die Arbitrage-Alerts, mit denen man sich einen Gewinn sichern kann, wenn man die Quotenunterschiede zwischen verschiedenen Plattformen ausnutzt. Anfang März wies ein solcher Alert auf unterschiedliche Quoten auf Polymarket und einer anderen Prognosemarkt-Plattform namens Kalshi hin. Es ging um die Frage, ob Mojtaba Khamenei der nächste Oberste Führer des Iran werden würde.

So sollte es funktionieren: Man setze bei Polymarket 33,6 Cent auf „Ja“ und 47 Cent auf „Nein“ bei Kalshi. Diese beiden Wetten kosten 80,6 Cent, eine von beiden wird in jedem Fall gewonnen – entweder wird Mojtaba Khamenei zum Nachfolger ernannt oder nicht. Der Gewinn einer korrekten Wette beträgt 1 Dollar. Das ergibt in jedem Fall einen Gewinn von 19,4 Cent. Bei 1.000 Dollar Einsatz bedeutet das 194 Dollar Gewinn.

„Niemand will Geld mit Krieg verdienen. Aber …“

Auf Kriegswetten angesprochen, sagt Francia: „Das ist wirklich heikel, ich denke, es hat eine absolut makabre Seite. Niemand will Geld mit Krieg verdienen oder damit, wie viele Menschen in einem Krieg sterben. Ich habe aber auch gehört, wie Leute sagen – also, angenommen, man ist in der Ukraine oder einem anderen Land, das Krieg und Zerstörung erlebt, und man ist mittendrin im Nebel des Krieges, nicht wahr? Man weiß nicht, was Propaganda ist und was stimmt. Sagt deine Regierung, alles ist sicher, weil sie es wirklich glaubt? Oder weil sie ihren Leuten Vertrauen einflößen will. Das sind berechtigte Fragen und Polymarket ist dann eine gute Anlaufstelle.“

Kriegswetten seien ein „schwieriger Rahmen“, sagt Mike Kane, ein anderer User des Discord-Channels. „Ich weiß nicht mehr, ob es auf Kalshi oder Polymarket war – die hatten eine Wette laufen, wann Bodentruppen im Iran eingesetzt werden … Ich meine, das sind Ereignisse in der realen Welt, die bevorstehen. Und sie haben Auswirkungen auf unser Leben.“

Der Guardian sprach mit einigen weiteren Nutzern des Discord-Kanals. Ein US-amerikanischer Oberstufen-Schüler sagte, er zocke hauptsächlich in den „Mentions Markets“, wo Nutzer darauf wetten, wie oft eine Person des öffentlichen Lebens einen bestimmten Begriff in einer Rede erwähnte – zum Beispiel, ob Trump das Wort „Ballsaal“ sagen wird oder nicht. Es sei leicht gewesen, sich dabei einen Vorteil zu verschaffen; der Schüler studierte Transkripte vergangener Reden von Trump und anderen auf YouTube. Bisher hatte er nach eigenen Angaben 200 Dollar verdient, obwohl er anderswo mit Sportwetten Geld verloren hatte. Ein anderer Nutzer namens „Hacker666“ sagte, er wette hauptsächlich auf Sport und lehnte es ab, weitere Details zu nennen: „Ich gebe keine persönlichen Informationen heraus … Aus Datenschutzgründen, da ich wegen meines Reichtums schon mehrere Drohungen erhalten habe.“

Polymarket sagte Trumps Sieg 2024 korrekt voraus

Im Juli 2024 trat der US-amerikanische Meinungsforscher Nate Silver dem Beirat von Polymarket bei. Silver, der damit bekannt wurde, dass er 2012 nahezu exakt den Ausgang der US-Präsidentschaftswahl vorhersagte, begeisterte die Idee dahinter: Er pries Polymarket und dessen „wichtiger werdende Rolle dabei, Menschen zu helfen, die Zukunft zu verstehen und für sie Vorbereitungen zu treffen“.

In jenem Jahr gelang Polymarket, was selbst Silver mit seinen Umfragen nicht gelungen war: Die Plattform sagte Trumps Sieg bei den US-Präsidentschaftswahlen 2024 korrekt voraus.

Silver wies darauf hin, dass die Fähigkeit von Polymarket, alles zu monetarisieren, durchaus positive Effekte haben könnte. Meinungsforschern, Statistikern und der Öffentlichkeit ermögliche die Plattform, das turbulente Weltgeschehen tiefergehender zu untersuchen. Es eröffne eine „Quelle für Echtzeitdaten“ zu Fragen, die anderweitig „schwer zu quantifizieren“ seien, so Silver.

Die Märkte reagierten positiv. Im Oktober erklärte Intercontinental Exchange, Eigentümer der New Yorker Börse, es werde zwei Milliarden Dollar in Polymarket investieren – und zeitnah eine Sentiment-Analyse zu Polymarket für Investoren herausgeben.

Ein Forbes-Kolumnist bezeichnete Prognosemärkte als „Wahrheits-Indikatoren“

Goldman Sachs verwies in ihren Newslettern auf Polymarket-Prognosen zum US-Iran-Konflikt; die Nasdaq beantragte kürzlich bei der SEC die Zulassung für Binäroptionen – Ja/Nein-Wetten ähnlich wie bei Polymarket –, die an ihren Index gekoppelt sind.

Befürworter sehen darin eine positive Entwicklung. Umfragen versagten; die Mainstream-Medien setzten auf das falsche Narrativ. Prognosemärkte seien „ein ‚Wahrheits-Indikator‘, der schneller reagiere als Umfragen, Expertenmeinungen oder offizielle Berichte“, schrieb ein Kolumnist von Forbes.

„Früher hatten die Nachrichtensender bei wichtigen Ereignissen das letzte Wort“, sagt Discord-Kanal-User Mike Kane. „Das Motto lautete: ‚Das und das ist offiziell passiert, weil CNN und Fox News es verkündet haben.‘ Aber dank Polymarket gibt es nun einen neuen Impuls.“

Dass Polymarket andere Märkte beeinflussen kann, birgt allerdings gravierende Risiken. Zum einen ist da die Möglichkeit, dass Polymarket-Zocker weit größere Märkte manipulieren. Viele Tippgemeinschaften auf der Plattform bestehen aus wenigen Spielern, was bedeutet, dass kleine Summen klug investierten Geldes die Polymarket-Quoten für bestimmte Ereignisse verändern können.

Könnten Polymarket-Nutzer die Finanzmärkte manipulieren?

Die Daten, die Polymarket teilt, „eröffneten die Möglichkeit, Finanzmärkte zu manipulieren, indem die Quoten auf Polymarket verzerrt werden“, erklärt Yash Kanoria, Professor an der Columbia-Universität, der auf Financial Market Design spezialisiert ist. Größere Märkte könnten sich daran orientieren, weil sie glauben, es handle sich um Insiderwissen, oder ein „truth signal“ – zum Beispiel einen Indikator, dass die US-Notenbank ihre Zinsen nicht ändern werde.

Dann sei da die Frage, wer bei Polymarket entscheide, was „wahr“ ist, wenn ein Ergebnis umstritten ist.

Vergangenen Montag fragte ein anonymer Nutzer, der sich „Harshad“ nennt, in einem Discord-Channel, ob „die Chance bestehe“, dass er immer noch seine Wette gewinnen könne, ob US-Truppen vor Ende April in Iran eingesetzt werden. Er hatte auf „Nein“ gesetzt. Polymarket hingegen schien den Markt in Richtung „Ja“ aufzulösen, nachdem die USA eine Operation zur Rettung eines Soldaten durchgeführt hatten, der über Isfahan abgeschossen worden war.

„Verkauf einfach, Bro“, schrieb ein Nutzer. „Ich denke immer noch, dass die USA in Iran einmarschieren, bedeutet eine offizielle Invasion wie in Venezuela“, schrieb Harshad. „Dafür gibt es einen Invasion-Markt“, antwortete ein anderer Nutzer. Damit bezog er sich auf eine separate Wette, in der es darum geht, ob die USA einen Teil des iranischen Territoriums besetzen werden.

„Lies die Regeln“, kommentierte ein anderer.

Was „wahr“ ist, entscheiden Besitzer des Kryptotokens UMA

In Streitfällen auf Polymarket entscheidet aktuell eine anonyme Gruppe von Personen über das Ergebnis, die einen Kryptotoken namens UMA halten. Es ist ein ungewöhnlicher Weg, um zu entscheiden, was geschehen ist. Einige Nutzer, die schon länger dabei sind, fürchten, dass es die Plattform anfällig für Korruption macht. Verschiedene Personen halten unterschiedlich große Mengen an UMA, entsprechend unterschiedlich groß ist ihr Stimmgewicht.

Zu befürchten ist, dass diese ungewöhnliche Vorgehensweise die Plattform anfällig für Manipulationen macht. Da verschiedene Personen unterschiedlich große Mengen an UMA besitzen, haben sie auch unterschiedlich viel Stimmgewicht. Wer im Besitz der meisten UMA ist, oder was ihr Urteil beeinflusst, ist vollkommen unklar. Es ist durchaus möglich, dass die Personen, die über den Ausgang einer Wette entscheiden, selbst große Summen darauf gesetzt haben.

„Die Regeln besagen, dass man korrekt abstimmen sollte“, sagte Ben Yorke, der für die Medienplattform Cointelegraph gearbeitet hat, die sich mit Kryptowährungen und Blockchains befasst. „Aber [UMA] liegt ständig falsch. Und es gab bereits Fälle, in denen Abstimmungen von nur ein oder zwei Personen entschieden wurden, die sehr viele UMA-Token halten.“

Besitzer von UMA fällen ihre ganz eigenen Urteile zu Weltereignissen. Auf Polymarket gibt es Dutzende umstrittener Märkte, auf denen sich Zockernicht einig sind, was tatsächlich geschehen ist – zählt beispielsweise eine abgefangene Rakete als Angriff? Gilt ein Social-Media-Beitrag von Trump als formelle Waffenstillstandserklärung?

Die UMA-Besitzer entschieden kürzlich zum Beispiel darüber, ob man sagen kann, dass die USA und der Iran diese Woche tatsächlich einen Waffenstillstand vereinbart haben. Und sie prüften, ob 600.000 US-Dollar an Wettteilnehmer*innen ausgezahlt werden sollen, nachdem Israel bestätigte, dass es am Montag Muhammad Dawad, einen mutmaßlichen Sprengstoffexperten der Hamas, getötet und damit am 6. April eine „Militäraktion gegen Gaza“ durchgeführt hatte.

Und was ist mit der Intransparenz der traditionellen Märkte?

Aktuell beeinflussen ihre Abstimmungen hauptsächlich nur, ob anonyme Nutzer wie Harshad und „neverLose“ einen Gewinn ausgezahlt bekommen. Sollte Polymarket jedoch wirklich zunehmend zu einem „Wahrheits-Indikator“ werden, dann hieße das: Eine Gruppe von anonymen Anlegern, die große Mengen eines Kryptowährungstokens besitzen und womöglich selbst auf das Ergebnis Geld gesetzt haben, entscheiden darüber, was „wahr“ ist.

Wenn dies beunruhigend und anfällig für Korruption erscheint, so fragen sich manche, ob es wirklich schlimmer ist als die Regeln und Intransparenz traditioneller Märkte.

„Es wirkt fast so, als sei das Problem der gesamte Markt, oder? Schauen Sie sich zum Beispiel Nancy Pelosi und ihre Aktienportfolios an, die alles übertreffen. Da ist es wirklich schwer zu sagen, wo der Insiderhandel aufhört“, sagt Yorke. „Das macht Prognosemärkte zumindest insofern etwas transparenter, als dass man die Wallets nachverfolgen kann. Beim S&P 500 weiß niemand wirklich, wer Aktien kauft.“

Weder Intercontinental Exchange noch Polymarket reagierten auf Anfragen nach einer Stellungnahme.

sten leben dort nach wie vor.Über eine halbe Million Dollar sind darauf gesetzt worden, ob Russland Kostjantyniwka in diesem Jahr einnehmen wird. Die Wette ist entschieden, sobald das ISW eine Karte veröffentlicht, auf der Russland den Hauptbahnhof der Stadt unter Kontrolle hat.Wetten auf eine Waffenruhe im Iran: 280 Millionen Dollar EinsatzEs ist ein florierendes Online-Geschäftsfeld, Tausende diskutieren, wie sie vom Krieg profitieren können. Sie wetten auf den Krieg in der Ukraine. Sie wetteten auf eine Waffenruhe zwischen den USA und Iran – 280 Millionen Dollar waren der Einsatz. Sie wetten, ob die USA im Iran einmarschieren werden – es geht um 7,5 Millionen Dollar.In Chatgruppen auf der Messaging-App Discord diskutieren sie, was passieren könnte: „Dieser Shit kann wirklich schiefgehen. WWW3 könnte losbrechen“, schrieb ein Nutzer, der Geld darauf gewettet hatte, ob die USA das Ölterminal auf der iranischen Insel Kharg bombardieren werden.„Solange Amerika das Uranium des Iran erhält, kann ich mir das oben skizzierte Friedensszenario vorstellen“, schrieb ein anderer, der offensichtlich auf den Waffenstillstand gesetzt hatte.Manchmal scheint es sogar so, als arbeiteten sie zusammen, um Ereignisse zu beeinflussen – oder zumindest deren Darstellung. Kritiker bezeichnen das als unmoralisch; Senatoren in den USA haben gefordert, Polymarket zu regulieren.Als vor einigen Wochen Berichte darüber kursierten, dass Polymarket Insider-Wetten auf militärische US-Schläge gegen den Iran angenommen hätte, veröffentlichte das Unternehmen eine „Mitteilung zu den Märkten im Mittleren Osten“. Darin stand: „Nach Gesprächen mit den unmittelbar von den Angriffen Betroffenen, die Dutzende von Fragen hatten, erkannten wir, dass Prognosemärkte ihnen die gewünschten Antworten liefern konnten, wozu weder die TV-Nachrichten noch X in der Lage waren.“Der rapide Aufstieg von PolymarketIm Juli 2024, kurz vor der Wiederwahl Donald Trumps, verbuchte Polymarket ein Handelsvolumen von 400 Millionen Dollar für das laufende Jahr. Heute kann es an einem einzigen Tag deutlich mehr verbuchen. Es bezeichnet sich selbst als „Prognosemarkt“ – eine Möglichkeit, Daten über die Zukunft zu erheben, indem die Öffentlichkeit darauf Wetten abschließen kann.Placeholder image-1Langjährige Nutzer sagen jedoch, es gleiche immer mehr einem Casino – in dem alles, von Trumps Wutausbrüchen bis zur Wiederkunft Jesu Christi, monetarisiert werden kann. Und so versuchen die Spieler in diesem mächtigen Casino inzwischen, wo es nur geht, Einfluss auf die Welt zu nehmen, um sich ihren Gewinn zu sichern.Nutzer von Polymarket bedrohten einen JournalistenPolymarket-Zocker bedrohten kürzlich einen israelischen Journalisten und forderten, er solle einen Artikel ändern, damit sie eine Wette gewinnen würden. Es ging darum, ob der Iran Israel an einem bestimmten Tag angegriffen hatte. Experten gehen davon aus, dass Nutzer von Polymarket in der Lage sein könnten, ganze Märkte zu manipulieren, mit Folgen für Institutionen und Rentenfonds.Was die Frontline in der Ukraine betrifft, so beschloss Horekunden einen Schritt weiter zu gehen, nachdem er seinem Ärger über die Karte des ISW auf Discord Luft gemacht hatte. Er wandte sich an einen anderen Nutzer, @tsybka, laut dessen X-Profil einer der „oberen 0.001 Prozent unter den Tradern“ auf der Plattform.„Es ist dir mit deiner Reichweite schon einem gelungen, mit ihnen in Kontakt zu treten, ich wäre dankbar, wenn du versuchen könntest, dies an sie weiterzugeben“, schrieb Horekunden ihm.„Das ist Nonsens, sie hören auf niemanden“, antwortete @tsybka, der auf eine Anfrage des Guardian nicht reagieren.„Auf jeden Fall ist diese Karte unfassbar schlecht“, schrieb er. Dann beschloss er, selbst beim ISW anzurufen. „Leider können wir da nichts machen, alle anderen Kartographen sind leicht zu bestechen.“So funktionieren Arbitrage-WettenDas ISW beteuert, es „es stehe nicht im Austausch mit den Nutzern oder den Verantwortlichen solcher Plattformen“. „Wir verurteilen es aufs schärfte, dass unsere Produkte mit dem abscheulichen Ziel genutzt werden, auf Kriege zu wetten, und haben dem nie zugestimmt“, erklärte ein Sprecher.„Ich liebe es, zu zocken“, sagt Joseph Francia, der Anfang 30 ist. Während seines Wirtschaftsstudiums in Berkeley zählte er Karten in Casinos und verbrachte seine Wochenenden in Reno, Nevada mit Blackjack. Er sei kein Yolo-Zocker, der auf einen Kick aus ist, sagt er: Er wette nur, wenn er einen Vorteil gegenüber dem Haus hat.Auf der Universität entschieden er und ein Freund sich dafür, die Daten einiger Offshore-Wettbüros zu sammeln und Arbitrage-Wetten zu setzen: Sie setzten auf die unterschiedlichen Quoten der verschiedenen Wettseiten. „Wenn auf der einen Wettseite die Quoten der Lakers sehr gut sind und auf einer anderen die der Pacers, dann konnte man im Grunde auf beide Teams bei verschiedenen Sportwettanbietern setzen und in jedem Fall Profit machen“, erklärt er.Dieses Projekt war ein Spaß, den sie sich 2017 als Studenten machten. Aber als er 2025 plötzlich arbeitslos wurde, erinnerte er sich daran, da zur selben Zeit die Prognosemärkte durchstarteten.„Ich bin eine spirituelle, religiöse Person“, sagt er. „Sekularere Menschen würden sagen, diese Gelegenheit ist Zufall. Aber ich für mich war überzeugt, dass es ein Zeichen war. Ich hänge mich da jetzt rein.“Im Discord-Channel gibt es Alerts, um potenziellen Insidern zu folgenUnd so eröffnete Francia „Prediction Hunt“, einen Discord-Kanal, eine Online-Community, in der Tausende Tipps und Ideen austauschen, wie sich auf Polymarket Geld verdienen – und schlau wetten – lässt. Der Guardian hat sich rund drei Wochen in diesem Discord-Channel bewegt.Es gibt dort Alerts, um sogenannte „Fade“-Wetten zu verfolgen, bei denen man versucht, dem smarten Geld zu folgen: Erfolgreiche Wallets wetteten zum Beispiel darauf, dass das iranische Regime noch vor dem 30. April fällt, während weniger erfolgreiche auf „Nein“ setzten.Es gibt außerdem Alerts, um potenziellen Insidern zu folgen und auf deren Wetten zu setzen: Einer von ihnen scheint einen direkten Draht zu den Zinsentscheidungen der US-Notenbank zu haben.Und dann gibt es da noch die Arbitrage-Alerts, mit denen man sich einen Gewinn sichern kann, wenn man die Quotenunterschiede zwischen verschiedenen Plattformen ausnutzt. Anfang März wies ein solcher Alert auf unterschiedliche Quoten auf Polymarket und einer anderen Prognosemarkt-Plattform namens Kalshi hin. Es ging um die Frage, ob Mojtaba Khamenei der nächste Oberste Führer des Iran werden würde.So sollte es funktionieren: Man setze bei Polymarket 33,6 Cent auf „Ja“ und 47 Cent auf „Nein“ bei Kalshi. Diese beiden Wetten kosten 80,6 Cent, eine von beiden wird in jedem Fall gewonnen – entweder wird Mojtaba Khamenei zum Nachfolger ernannt oder nicht. Der Gewinn einer korrekten Wette beträgt 1 Dollar. Das ergibt in jedem Fall einen Gewinn von 19,4 Cent. Bei 1.000 Dollar Einsatz bedeutet das 194 Dollar Gewinn.„Niemand will Geld mit Krieg verdienen. Aber …“Auf Kriegswetten angesprochen, sagt Francia: „Das ist wirklich heikel, ich denke, es hat eine absolut makabre Seite. Niemand will Geld mit Krieg verdienen oder damit, wie viele Menschen in einem Krieg sterben. Ich habe aber auch gehört, wie Leute sagen – also, angenommen, man ist in der Ukraine oder einem anderen Land, das Krieg und Zerstörung erlebt, und man ist mittendrin im Nebel des Krieges, nicht wahr? Man weiß nicht, was Propaganda ist und was stimmt. Sagt deine Regierung, alles ist sicher, weil sie es wirklich glaubt? Oder weil sie ihren Leuten Vertrauen einflößen will. Das sind berechtigte Fragen und Polymarket ist dann eine gute Anlaufstelle.“Kriegswetten seien ein „schwieriger Rahmen“, sagt Mike Kane, ein anderer User des Discord-Channels. „Ich weiß nicht mehr, ob es auf Kalshi oder Polymarket war – die hatten eine Wette laufen, wann Bodentruppen im Iran eingesetzt werden … Ich meine, das sind Ereignisse in der realen Welt, die bevorstehen. Und sie haben Auswirkungen auf unser Leben.“Der Guardian sprach mit einigen weiteren Nutzern des Discord-Kanals. Ein US-amerikanischer Oberstufen-Schüler sagte, er zocke hauptsächlich in den „Mentions Markets“, wo Nutzer darauf wetten, wie oft eine Person des öffentlichen Lebens einen bestimmten Begriff in einer Rede erwähnte – zum Beispiel, ob Trump das Wort „Ballsaal“ sagen wird oder nicht. Es sei leicht gewesen, sich dabei einen Vorteil zu verschaffen; der Schüler studierte Transkripte vergangener Reden von Trump und anderen auf YouTube. Bisher hatte er nach eigenen Angaben 200 Dollar verdient, obwohl er anderswo mit Sportwetten Geld verloren hatte. Ein anderer Nutzer namens „Hacker666“ sagte, er wette hauptsächlich auf Sport und lehnte es ab, weitere Details zu nennen: „Ich gebe keine persönlichen Informationen heraus … Aus Datenschutzgründen, da ich wegen meines Reichtums schon mehrere Drohungen erhalten habe.“Polymarket sagte Trumps Sieg 2024 korrekt vorausIm Juli 2024 trat der US-amerikanische Meinungsforscher Nate Silver dem Beirat von Polymarket bei. Silver, der damit bekannt wurde, dass er 2012 nahezu exakt den Ausgang der US-Präsidentschaftswahl vorhersagte, begeisterte die Idee dahinter: Er pries Polymarket und dessen „wichtiger werdende Rolle dabei, Menschen zu helfen, die Zukunft zu verstehen und für sie Vorbereitungen zu treffen“.In jenem Jahr gelang Polymarket, was selbst Silver mit seinen Umfragen nicht gelungen war: Die Plattform sagte Trumps Sieg bei den US-Präsidentschaftswahlen 2024 korrekt voraus.Silver wies darauf hin, dass die Fähigkeit von Polymarket, alles zu monetarisieren, durchaus positive Effekte haben könnte. Meinungsforschern, Statistikern und der Öffentlichkeit ermögliche die Plattform, das turbulente Weltgeschehen tiefergehender zu untersuchen. Es eröffne eine „Quelle für Echtzeitdaten“ zu Fragen, die anderweitig „schwer zu quantifizieren“ seien, so Silver.Die Märkte reagierten positiv. Im Oktober erklärte Intercontinental Exchange, Eigentümer der New Yorker Börse, es werde zwei Milliarden Dollar in Polymarket investieren – und zeitnah eine Sentiment-Analyse zu Polymarket für Investoren herausgeben.Ein Forbes-Kolumnist bezeichnete Prognosemärkte als „Wahrheits-Indikatoren“Goldman Sachs verwies in ihren Newslettern auf Polymarket-Prognosen zum US-Iran-Konflikt; die Nasdaq beantragte kürzlich bei der SEC die Zulassung für Binäroptionen – Ja/Nein-Wetten ähnlich wie bei Polymarket –, die an ihren Index gekoppelt sind.Befürworter sehen darin eine positive Entwicklung. Umfragen versagten; die Mainstream-Medien setzten auf das falsche Narrativ. Prognosemärkte seien „ein ‚Wahrheits-Indikator‘, der schneller reagiere als Umfragen, Expertenmeinungen oder offizielle Berichte“, schrieb ein Kolumnist von Forbes.„Früher hatten die Nachrichtensender bei wichtigen Ereignissen das letzte Wort“, sagt Discord-Kanal-User Mike Kane. „Das Motto lautete: ‚Das und das ist offiziell passiert, weil CNN und Fox News es verkündet haben.‘ Aber dank Polymarket gibt es nun einen neuen Impuls.“Dass Polymarket andere Märkte beeinflussen kann, birgt allerdings gravierende Risiken. Zum einen ist da die Möglichkeit, dass Polymarket-Zocker weit größere Märkte manipulieren. Viele Tippgemeinschaften auf der Plattform bestehen aus wenigen Spielern, was bedeutet, dass kleine Summen klug investierten Geldes die Polymarket-Quoten für bestimmte Ereignisse verändern können.Könnten Polymarket-Nutzer die Finanzmärkte manipulieren?Die Daten, die Polymarket teilt, „eröffneten die Möglichkeit, Finanzmärkte zu manipulieren, indem die Quoten auf Polymarket verzerrt werden“, erklärt Yash Kanoria, Professor an der Columbia-Universität, der auf Financial Market Design spezialisiert ist. Größere Märkte könnten sich daran orientieren, weil sie glauben, es handle sich um Insiderwissen, oder ein „truth signal“ – zum Beispiel einen Indikator, dass die US-Notenbank ihre Zinsen nicht ändern werde.Dann sei da die Frage, wer bei Polymarket entscheide, was „wahr“ ist, wenn ein Ergebnis umstritten ist.Vergangenen Montag fragte ein anonymer Nutzer, der sich „Harshad“ nennt, in einem Discord-Channel, ob „die Chance bestehe“, dass er immer noch seine Wette gewinnen könne, ob US-Truppen vor Ende April in Iran eingesetzt werden. Er hatte auf „Nein“ gesetzt. Polymarket hingegen schien den Markt in Richtung „Ja“ aufzulösen, nachdem die USA eine Operation zur Rettung eines Soldaten durchgeführt hatten, der über Isfahan abgeschossen worden war.„Verkauf einfach, Bro“, schrieb ein Nutzer. „Ich denke immer noch, dass die USA in Iran einmarschieren, bedeutet eine offizielle Invasion wie in Venezuela“, schrieb Harshad. „Dafür gibt es einen Invasion-Markt“, antwortete ein anderer Nutzer. Damit bezog er sich auf eine separate Wette, in der es darum geht, ob die USA einen Teil des iranischen Territoriums besetzen werden.„Lies die Regeln“, kommentierte ein anderer.Was „wahr“ ist, entscheiden Besitzer des Kryptotokens UMAIn Streitfällen auf Polymarket entscheidet aktuell eine anonyme Gruppe von Personen über das Ergebnis, die einen Kryptotoken namens UMA halten. Es ist ein ungewöhnlicher Weg, um zu entscheiden, was geschehen ist. Einige Nutzer, die schon länger dabei sind, fürchten, dass es die Plattform anfällig für Korruption macht. Verschiedene Personen halten unterschiedlich große Mengen an UMA, entsprechend unterschiedlich groß ist ihr Stimmgewicht.Zu befürchten ist, dass diese ungewöhnliche Vorgehensweise die Plattform anfällig für Manipulationen macht. Da verschiedene Personen unterschiedlich große Mengen an UMA besitzen, haben sie auch unterschiedlich viel Stimmgewicht. Wer im Besitz der meisten UMA ist, oder was ihr Urteil beeinflusst, ist vollkommen unklar. Es ist durchaus möglich, dass die Personen, die über den Ausgang einer Wette entscheiden, selbst große Summen darauf gesetzt haben.„Die Regeln besagen, dass man korrekt abstimmen sollte“, sagte Ben Yorke, der für die Medienplattform Cointelegraph gearbeitet hat, die sich mit Kryptowährungen und Blockchains befasst. „Aber [UMA] liegt ständig falsch. Und es gab bereits Fälle, in denen Abstimmungen von nur ein oder zwei Personen entschieden wurden, die sehr viele UMA-Token halten.“Besitzer von UMA fällen ihre ganz eigenen Urteile zu Weltereignissen. Auf Polymarket gibt es Dutzende umstrittener Märkte, auf denen sich Zockernicht einig sind, was tatsächlich geschehen ist – zählt beispielsweise eine abgefangene Rakete als Angriff? Gilt ein Social-Media-Beitrag von Trump als formelle Waffenstillstandserklärung?Die UMA-Besitzer entschieden kürzlich zum Beispiel darüber, ob man sagen kann, dass die USA und der Iran diese Woche tatsächlich einen Waffenstillstand vereinbart haben. Und sie prüften, ob 600.000 US-Dollar an Wettteilnehmer*innen ausgezahlt werden sollen, nachdem Israel bestätigte, dass es am Montag Muhammad Dawad, einen mutmaßlichen Sprengstoffexperten der Hamas, getötet und damit am 6. April eine „Militäraktion gegen Gaza“ durchgeführt hatte.Und was ist mit der Intransparenz der traditionellen Märkte?Aktuell beeinflussen ihre Abstimmungen hauptsächlich nur, ob anonyme Nutzer wie Harshad und „neverLose“ einen Gewinn ausgezahlt bekommen. Sollte Polymarket jedoch wirklich zunehmend zu einem „Wahrheits-Indikator“ werden, dann hieße das: Eine Gruppe von anonymen Anlegern, die große Mengen eines Kryptowährungstokens besitzen und womöglich selbst auf das Ergebnis Geld gesetzt haben, entscheiden darüber, was „wahr“ ist.Wenn dies beunruhigend und anfällig für Korruption erscheint, so fragen sich manche, ob es wirklich schlimmer ist als die Regeln und Intransparenz traditioneller Märkte.„Es wirkt fast so, als sei das Problem der gesamte Markt, oder? Schauen Sie sich zum Beispiel Nancy Pelosi und ihre Aktienportfolios an, die alles übertreffen. Da ist es wirklich schwer zu sagen, wo der Insiderhandel aufhört“, sagt Yorke. „Das macht Prognosemärkte zumindest insofern etwas transparenter, als dass man die Wallets nachverfolgen kann. Beim S&P 500 weiß niemand wirklich, wer Aktien kauft.“Weder Intercontinental Exchange noch Polymarket reagierten auf Anfragen nach einer Stellungnahme.



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