Als der junge Fotograf Felix Pearl morgens in seinem Bett erwacht und noch vor sich hindämmert, hört er plötzlich einen ohrenbetäubenden Knall und wird im nächsten Moment gegen die Zimmerwand geschleudert. Er rappelt sich hoch und sieht durchs Fenster eine gigantische schwarze Rauchwolke. Was ist da nur passiert?

Am Anfang von Richard Price’ Roman Lazarus Man steht ein großer „Rumms“. Genau so ist auch das Kapitel überschrieben, das von der Explosion eines Hauses in East Harlem im Jahr 2008 erzählt. Was die Explosion verursacht hat, bleibt unklar. Aber was sie in der Folge auslöst, was die Nachbarschaft in diesem Ausnahmezustand in den Wochen danach umtreibt und wie sich das Leben auf der Straße verändert, das arbeitet der mittlerweile 76-jährige New Yorker Autor in seinem zehnten Roman detailliert und ungemein lebendig aus.

„Als Felix sich umdrehte, bemerkte er, dass sich die Zahl der Cops und Feuerwehrleute verdreifacht hatte, alle trugen Schutzmasken, und als die Menschen dies bemerkten, schrie jemand ‚9/11!‘ … und es kam zu einer weiteren Welle der Massenpanik.“ Erst langsam beruhigt sich die Lage. Die Erinnerung an 9/11, das sich bald zum 25. Mal jährt, liegt nahe und zeigt, wie präsent dieses Trauma auch heute ist.

Richard Price ist ein New Yorker Urgestein, wuchs in der Bronx auf

Bei der weitaus kleineren, aber doch heftigen Explosion eines Wohnhauses in East Harlem gibt es Tote, zahlreiche Verletzte und Vermisste. Und das Leben einiger Menschen in der Nachbarschaft ändert sich an diesem Tag schlagartig. Richard Price ist ein New Yorker Urgestein, wuchs in der Bronx auf und lebt auch heute noch im Norden von Manhattan. Sein Debütroman The Wanderers (1974) über eine Jugendbande in der Bronx wurde 1979 verfilmt. Die Geschichte der jungen Männer in goldenen Baseball-Jacken, die Anfang der 60er Jahre als Pulk durch die Bronx stromern und sich Kämpfe mit anderen Gangs liefern, hatte Kultstatus.

Erst gut zehn Jahre später erreichte das Phänomen Jugendgangs dann auch Berlin, unter anderem mit den 36 Boys, zu denen einst auch als Kreuzberger Jugendlicher Starkoch Tim Raue gehörte und über die gerade bei Blumenbar ein Sachbuch erschienen ist. Für Price, der sich in den 80ern vor allem einen Namen als Drehbuchautor machte und unter anderem mit Martin Scorsese und Spike Lee zusammenarbeitete, ist der urbane Raum, die Großstadt, das Viertel, der Kiez und seine sozialen Mechanismen eigentlicher Gegenstand seines Schreibens. Und das gilt mehr denn je für Lazarus Man.

Auf süffig geschriebenen und ziemlich dialoglastigen 400 Seiten, auf denen die Menschen so daherreden, wie sie auch in Wirklichkeit sprechen, verknüpft er die Geschichten von vier Personen aus der Nachbarschaft des explodierten Hauses. Price fokussiert darauf, wie die Tragödie das Leben dieser vier Menschen durcheinanderbringt und nachhaltig verändert. Da ist zum einen die weiße jüdische Polizistin Mary Roe, die für die Community Affairs arbeitet und sich als eine Art Kontaktbereichsbeamtin um die Nachbarschaft kümmern soll.

Unter Schutt begraben und gerade noch am Leben

Sie macht sich auf die Suche nach einem der Bewohner, der vermisst wird und dessen Frau in den Trümmern umkam. Tagelang spricht sie mit Nachbarn, Betroffenen, kondoliert, ermittelt, klappert die umliegenden Reviere ab und sucht nach einem Mann namens Christopher Diaz. Versteckt er sich nach der Explosion? Hat er etwas damit zu tun? Oder liegt er selbst noch unter den Trümmern?

Von dort, unter Schutt begraben und gerade noch am Leben mit flacher Atmung und überraschend wenig schweren Verletzungen, wird der 42-jährige Anthony Carter geborgen. Der hatte sich eigentlich für ein Vorstellungsgespräch auf den Weg gemacht und kam direkt an dem Haus während der Explosion vorbei. Seine Rettung wird von den Medien wie ein Wunder gefeiert. In einem Fernsehinterview spendet er Trost und taucht von da ab mit einem ganz eigenwilligen Sendungsbewusstsein als Redner auch auf Community-Veranstaltungen und Beerdigungen immer wieder auf.

Mit der Versorgung der Toten hat Bestattungsunternehmer Royal Davis zu tun. Der richtet dann auch die Beerdigungs- und Trauerfeier für all die toten Bewohner aus, die in einem öffentlichen Akt begangen wird. Aber Royals Arbeit, die mehr schlecht als recht läuft, beinhaltet auch immer wieder bizarre Aufträge, wenn er mitten in der Nacht angerufen wird und eine Leiche aus einer Wohnung bergen muss, die schon in Verwesung übergegangen ist oder steif geworden und eingeklemmt in einem winzigen Badezimmer feststeckt.

Der Fall geht der Polizistin an die Nieren

Für Royals ökonomisch havarierende Bestattungsfirma macht der junge Fotograf Felix Pearl ein Werbevideo. Der Anfang 20-Jährige, der eigentlich Künstler sein will und sich mit seinem New Yorker Leben von seinen wohlmeinenden linksliberalen Eltern zu emanzipieren versucht, ist ständig im Kiez auf Achse. Er filmt nebenher Teile des öffentlichen Raums für das Grünflächenamt und wird zum Chronisten dieser Geschichte, in der alle vier Hauptpersonen im Lauf des Romans und unzählige weitere Nachbarn miteinander zu tun haben. Immer wieder geht es auch um das große Thema Jugendgewalt, mit dem Price seine literarische Karriere begonnen hat.

Aber in Lazarus Man dreht es sich neben den Jugendlichen, die sich in dieser sozial randständigen Gegend auch mal Schießereien liefern, vor allem um die in die Jahre gekommenen Community-Organizer. Die engagieren sich nach langen Haftstrafen für eine gewaltfreie Stadt, verteilen fleißig T-Shirts mit ihrem Logo, machen Veranstaltungen in der Nachbarschaft, haben mit Beerdigungen zu tun und natürlich auch mit der Polizei, der die Menschen in Harlem aber nur wenig vertrauen.

Genau das zu ändern ist eigentlich Aufgabe der ermittelnden Polizistin Mary Roe von den East Harlem Community Affairs, die immer mehr integrativer Bestandteil der Nachbarschaft wird. Der Fall geht ihr an die Nieren. Nebenher geht es auch um ihre gescheiterte Ehe, das amouröse Verhältnis zu einem Kollegen und die Sorgen um die heranwachsenden Kinder. Der aus den Trümmern wiedererweckte und Titelgebende „Lazarus Man“ Anthony Carter beginnt eine Affäre mit der alleinerziehenden Mutter Anne, deren Sohn in eine Schießerei verwickelt wird, während Felix die junge Crystal kennenlernt, die ihn anschnorrt und ihm die Kamera klaut.

Die am Anfang des Romans stehende Explosion ist ein Weckruf

Alle Figuren in diesem Buch kämpfen gegen ihre Einsamkeit an und versuchen sie zu überwinden. Die am Anfang des Romans stehende Explosion ist wie ein Weckruf, um sich mit der eigenen Biografie, den darin schlummernden Sehnsüchten, verpassten Chancen, unverarbeiteten Traumata und aufkeimenden Hoffnungen zu beschäftigen.

Price wurde nach eigenen Angaben durch die Explosion eines Wohnhauses in Harlem 2014 zu diesem Roman inspiriert, der indirekt natürlich auch das Trauma von 9/11 mit aufarbeitet. Er selbst wohnte in der Nachbarschaft und nutzt dieses Buch, um ein soziales, kulturelles und stadtpolitisches Panorama von Harlem aufzufächern, das vor allem von den vielen Dialogen lebt.

Egal, ob es um die kleinteiligen Streitigkeiten des Bestattungsunternehmers Royal mit seinem Nachbarn geht, der einen Garten anlegt, weswegen Parkplätze verloren gehen, oder um den ehemaligen Leistungssportler, der alt geworden täglich auf der Treppe des Brownstone-Hauses abhängt, oder um den neurodiversen Jugendlichen, den die ganze Nachbarschaft kennt und der auf offener Straße Vorträge hält: Die eigentliche Story des Romans sind die unzähligen kleinen Geschichten, die ineinandergreifen und ein großstädtisches literarisches Milieu auf einzigartige Weise zum Leben erwecken.

„Lazarus Man“ steht in der bedeutenden Tradition New Yorker Großstadtliteratur

Auch wenn Lazarus Man 2024 bei seinem Erscheinen von der US-Kritik im Großen und Ganzen abgefeiert wurde, machte die New York Times vor allem eine mangelnde Plot-Line aus. Mary Roe ermittelt zwar, die Bestattungen nehmen ihren Lauf, Liebesgeschichten entfalten sich und ganz am Ende wartet der junge Fotograf mit einer verblüffenden Erkenntnis auf – aber die eigentliche Geschichte liegt in den Details.

Dabei erinnert Lazarus Man ein wenig an Jonathan Lethems außergewöhnlichen Roman Der Fall Brooklyn (2025), der in Form literarischer Vignetten eine Geschichte dieses Stadtteils erzählt. Auch dort gibt es keine eng geführte Geschichte im klassischen Sinn, das Buch ist eher eine künstlerische Hommage an den Mikrokosmos eines New Yorker Viertels.

Einer ähnlich fragmentierten Erzählweise zur Abbildung des großstädtischen Raums und der darin lebenden Menschen hatte sich vor 101 Jahren John Dos Passos in Manhattan Transfer bedient. Insofern steht Lazarus Man in einer bedeutenden Tradition New Yorker Großstadtliteratur und erweckt Harlem auf geniale Weise literarisch zum Leben.

Lazarus Man Richard Price Henning Ahrens (Übers.), S. Fischer 2026, 400 S., 26 €

hen danach umtreibt und wie sich das Leben auf der Straße verändert, das arbeitet der mittlerweile 76-jährige New Yorker Autor in seinem zehnten Roman detailliert und ungemein lebendig aus.„Als Felix sich umdrehte, bemerkte er, dass sich die Zahl der Cops und Feuerwehrleute verdreifacht hatte, alle trugen Schutzmasken, und als die Menschen dies bemerkten, schrie jemand ‚9/11!‘ … und es kam zu einer weiteren Welle der Massenpanik.“ Erst langsam beruhigt sich die Lage. Die Erinnerung an 9/11, das sich bald zum 25. Mal jährt, liegt nahe und zeigt, wie präsent dieses Trauma auch heute ist.Richard Price ist ein New Yorker Urgestein, wuchs in der Bronx aufBei der weitaus kleineren, aber doch heftigen Explosion eines Wohnhauses in East Harlem gibt es Tote, zahlreiche Verletzte und Vermisste. Und das Leben einiger Menschen in der Nachbarschaft ändert sich an diesem Tag schlagartig. Richard Price ist ein New Yorker Urgestein, wuchs in der Bronx auf und lebt auch heute noch im Norden von Manhattan. Sein Debütroman The Wanderers (1974) über eine Jugendbande in der Bronx wurde 1979 verfilmt. Die Geschichte der jungen Männer in goldenen Baseball-Jacken, die Anfang der 60er Jahre als Pulk durch die Bronx stromern und sich Kämpfe mit anderen Gangs liefern, hatte Kultstatus.Erst gut zehn Jahre später erreichte das Phänomen Jugendgangs dann auch Berlin, unter anderem mit den 36 Boys, zu denen einst auch als Kreuzberger Jugendlicher Starkoch Tim Raue gehörte und über die gerade bei Blumenbar ein Sachbuch erschienen ist. Für Price, der sich in den 80ern vor allem einen Namen als Drehbuchautor machte und unter anderem mit Martin Scorsese und Spike Lee zusammenarbeitete, ist der urbane Raum, die Großstadt, das Viertel, der Kiez und seine sozialen Mechanismen eigentlicher Gegenstand seines Schreibens. Und das gilt mehr denn je für Lazarus Man.Auf süffig geschriebenen und ziemlich dialoglastigen 400 Seiten, auf denen die Menschen so daherreden, wie sie auch in Wirklichkeit sprechen, verknüpft er die Geschichten von vier Personen aus der Nachbarschaft des explodierten Hauses. Price fokussiert darauf, wie die Tragödie das Leben dieser vier Menschen durcheinanderbringt und nachhaltig verändert. Da ist zum einen die weiße jüdische Polizistin Mary Roe, die für die Community Affairs arbeitet und sich als eine Art Kontaktbereichsbeamtin um die Nachbarschaft kümmern soll.Unter Schutt begraben und gerade noch am LebenSie macht sich auf die Suche nach einem der Bewohner, der vermisst wird und dessen Frau in den Trümmern umkam. Tagelang spricht sie mit Nachbarn, Betroffenen, kondoliert, ermittelt, klappert die umliegenden Reviere ab und sucht nach einem Mann namens Christopher Diaz. Versteckt er sich nach der Explosion? Hat er etwas damit zu tun? Oder liegt er selbst noch unter den Trümmern?Von dort, unter Schutt begraben und gerade noch am Leben mit flacher Atmung und überraschend wenig schweren Verletzungen, wird der 42-jährige Anthony Carter geborgen. Der hatte sich eigentlich für ein Vorstellungsgespräch auf den Weg gemacht und kam direkt an dem Haus während der Explosion vorbei. Seine Rettung wird von den Medien wie ein Wunder gefeiert. In einem Fernsehinterview spendet er Trost und taucht von da ab mit einem ganz eigenwilligen Sendungsbewusstsein als Redner auch auf Community-Veranstaltungen und Beerdigungen immer wieder auf.Mit der Versorgung der Toten hat Bestattungsunternehmer Royal Davis zu tun. Der richtet dann auch die Beerdigungs- und Trauerfeier für all die toten Bewohner aus, die in einem öffentlichen Akt begangen wird. Aber Royals Arbeit, die mehr schlecht als recht läuft, beinhaltet auch immer wieder bizarre Aufträge, wenn er mitten in der Nacht angerufen wird und eine Leiche aus einer Wohnung bergen muss, die schon in Verwesung übergegangen ist oder steif geworden und eingeklemmt in einem winzigen Badezimmer feststeckt.Der Fall geht der Polizistin an die NierenFür Royals ökonomisch havarierende Bestattungsfirma macht der junge Fotograf Felix Pearl ein Werbevideo. Der Anfang 20-Jährige, der eigentlich Künstler sein will und sich mit seinem New Yorker Leben von seinen wohlmeinenden linksliberalen Eltern zu emanzipieren versucht, ist ständig im Kiez auf Achse. Er filmt nebenher Teile des öffentlichen Raums für das Grünflächenamt und wird zum Chronisten dieser Geschichte, in der alle vier Hauptpersonen im Lauf des Romans und unzählige weitere Nachbarn miteinander zu tun haben. Immer wieder geht es auch um das große Thema Jugendgewalt, mit dem Price seine literarische Karriere begonnen hat.Aber in Lazarus Man dreht es sich neben den Jugendlichen, die sich in dieser sozial randständigen Gegend auch mal Schießereien liefern, vor allem um die in die Jahre gekommenen Community-Organizer. Die engagieren sich nach langen Haftstrafen für eine gewaltfreie Stadt, verteilen fleißig T-Shirts mit ihrem Logo, machen Veranstaltungen in der Nachbarschaft, haben mit Beerdigungen zu tun und natürlich auch mit der Polizei, der die Menschen in Harlem aber nur wenig vertrauen.Genau das zu ändern ist eigentlich Aufgabe der ermittelnden Polizistin Mary Roe von den East Harlem Community Affairs, die immer mehr integrativer Bestandteil der Nachbarschaft wird. Der Fall geht ihr an die Nieren. Nebenher geht es auch um ihre gescheiterte Ehe, das amouröse Verhältnis zu einem Kollegen und die Sorgen um die heranwachsenden Kinder. Der aus den Trümmern wiedererweckte und Titelgebende „Lazarus Man“ Anthony Carter beginnt eine Affäre mit der alleinerziehenden Mutter Anne, deren Sohn in eine Schießerei verwickelt wird, während Felix die junge Crystal kennenlernt, die ihn anschnorrt und ihm die Kamera klaut.Die am Anfang des Romans stehende Explosion ist ein WeckrufAlle Figuren in diesem Buch kämpfen gegen ihre Einsamkeit an und versuchen sie zu überwinden. Die am Anfang des Romans stehende Explosion ist wie ein Weckruf, um sich mit der eigenen Biografie, den darin schlummernden Sehnsüchten, verpassten Chancen, unverarbeiteten Traumata und aufkeimenden Hoffnungen zu beschäftigen.Price wurde nach eigenen Angaben durch die Explosion eines Wohnhauses in Harlem 2014 zu diesem Roman inspiriert, der indirekt natürlich auch das Trauma von 9/11 mit aufarbeitet. Er selbst wohnte in der Nachbarschaft und nutzt dieses Buch, um ein soziales, kulturelles und stadtpolitisches Panorama von Harlem aufzufächern, das vor allem von den vielen Dialogen lebt.Egal, ob es um die kleinteiligen Streitigkeiten des Bestattungsunternehmers Royal mit seinem Nachbarn geht, der einen Garten anlegt, weswegen Parkplätze verloren gehen, oder um den ehemaligen Leistungssportler, der alt geworden täglich auf der Treppe des Brownstone-Hauses abhängt, oder um den neurodiversen Jugendlichen, den die ganze Nachbarschaft kennt und der auf offener Straße Vorträge hält: Die eigentliche Story des Romans sind die unzähligen kleinen Geschichten, die ineinandergreifen und ein großstädtisches literarisches Milieu auf einzigartige Weise zum Leben erwecken.„Lazarus Man“ steht in der bedeutenden Tradition New Yorker GroßstadtliteraturAuch wenn Lazarus Man 2024 bei seinem Erscheinen von der US-Kritik im Großen und Ganzen abgefeiert wurde, machte die New York Times vor allem eine mangelnde Plot-Line aus. Mary Roe ermittelt zwar, die Bestattungen nehmen ihren Lauf, Liebesgeschichten entfalten sich und ganz am Ende wartet der junge Fotograf mit einer verblüffenden Erkenntnis auf – aber die eigentliche Geschichte liegt in den Details.Dabei erinnert Lazarus Man ein wenig an Jonathan Lethems außergewöhnlichen Roman Der Fall Brooklyn (2025), der in Form literarischer Vignetten eine Geschichte dieses Stadtteils erzählt. Auch dort gibt es keine eng geführte Geschichte im klassischen Sinn, das Buch ist eher eine künstlerische Hommage an den Mikrokosmos eines New Yorker Viertels.Einer ähnlich fragmentierten Erzählweise zur Abbildung des großstädtischen Raums und der darin lebenden Menschen hatte sich vor 101 Jahren John Dos Passos in Manhattan Transfer bedient. Insofern steht Lazarus Man in einer bedeutenden Tradition New Yorker Großstadtliteratur und erweckt Harlem auf geniale Weise literarisch zum Leben.



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