Ein Angreifer hat in einem Wohnviertel der ukrainischen Hauptstadt Kiew mindestens fünf Menschen getötet. Weitere zehn Menschen wurden nach der Gewalttat mit Verletzungen und Traumata ins Krankenhaus eingeliefert, wie Präsident Wolodymyr Selenskyj mitteilte.
Der Täter hatte nach Angaben der Ermittler auf der Straße das Feuer eröffnet und dann in einem Supermarkt mehrere Geiseln genommen. Er wurde von Sondereinsatzkräften der Polizei getötet.
Drei Geiseln überlebten
Laut Generalstaatsanwalt Ruslan Krawtschenko schoss der Täter auf einer Straße im Süden der Hauptstadt um sich, bevor er in den Supermarkt eindrang.
Nach Angaben Selenskyjs konnten die Spezialkräfte bei ihrem Zugriff vier Geiseln befreien. Eine der Geiseln sei von dem Täter erschossen worden, teilte Innenminister Ihor Klymenko mit.

Die Polizei untersucht eine Person, die am 18. April 2026 vor einem Supermarkt in Kiew von einem Bewaffneten erschossen wurde.
Foto: Serhii Okunev/AFP via Getty Images
Laut Klymenko feuerte der Mann auch auf die Polizisten, die ihn lebend zu ergreifen versucht hätten. Die Sicherheitskräfte hätten zuvor etwa 40 Minuten lang versucht, den Mann dazu zu bewegen, aufzugeben und seine Geiseln freizulassen.
Die Polizisten hätten den Täter auch dazu bringen wollen, die Versorgung eines mutmaßlich blutenden Menschen in dem Geschäft zuzulassen – „aber er hat nicht geantwortet“. „Deshalb wurde der Befehl erteilt, ihn zu eliminieren“, teilte der Innenminister mit.

Die Polizei hat den Täter erschossen.
Foto: Dan Bashakov/AP/dpa
Hintergründe sind unklar
Die Hintergründe des Verbrechens waren zunächst unklar. Nach Angaben von Generalstaatsanwalt Krawtschenko war der Täter 58 Jahre alt und in Moskau geboren.
Nach ersten Erkenntnissen habe er aus einer Schnellfeuerwaffe geschossen. Auch sei ein Feuer in der Wohnung ausgebrochen, in welcher der Täter gemeldet gewesen sei.

Ein Polizist einer Spezialeinheit telefoniert nach einer Schießerei in Kiew am 18. April 2026.
Foto: Sergei Supinksy/AFP via Getty Images
Selenskyj erklärte, „alle Umstände“ der Gewalttat würden nun ermittelt. Er forderte eine „schleunige Untersuchung“. Den Hinterbliebenen der Opfer sprach der Präsident sein Beileid aus.
Eine Angestellte des Supermarkts mit dem Vornamen Tetjana sagte AFP, sie habe Geräusche aus dem Inneren des Ladens gehört, die sich wie das Knallen von Champagnerkorken oder platzende Luftballons angehört hätten. „Dann haben die Kunden angefangen zu schreien: ‚Rennt‘!“. Sie hätten sich dann hinter den Kühlschränken versteckt, berichtete Tetjana. (afp/red)