„Im Einklang mit dem Waffenstillstand im Libanon wird die Durchfahrt für alle Handelsschiffe durch die Straße von Hormus für die verbleibende Dauer des Waffenstillstands auf der bereits von der Hafen- und Seeschifffahrtsorganisation der Islamischen Republik Iran angekündigten koordinierten Route vollständig geöffnet“, schrieb der iranische Außenminister Seyed Araghchi am 17. April in den sozialen Medien.

Seine Ankündigung erfolgte kurz nach einer von den USA vermittelten Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon. Dort kämpften israelische Streitkräfte gegen die mit dem Iran verbündete Terrorgruppe Hisbollah, die als Reaktion auf den Iran-Krieg Angriffe gegen Israel verübt hatte.

„Vielen Dank!“, reagierte Trump mit einem Beitrag auf Truth Social und fügte hinzu, die iranische Ankündigung bedeute, dass die Straße von Hormus „vollständig geöffnet und für die uneingeschränkte Durchfahrt bereit“ sei.

In einer nachfolgenden Nachricht erklärte Trump, die US-Seeblockade gegen Schiffe mit Verbindungen zum Iran werde so lange in vollem Umfang aufrechterhalten, bis das von Washington mit Teheran ausgehandelte Friedensabkommen zu 100 % abgeschlossen sei.

Dies geschieht, während sich der pakistanische Armeechef am Donnerstag in Teheran mit iranischen Funktionären traf. Das Treffen fand im Rahmen der Vermittlungen zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran statt, um die vorübergehende Waffenruhe zu verlängern und zu einem dauerhaften Friedensabkommen beizutragen. Es bleibt jedoch große Unsicherheit darüber, ob die hektische Diplomatie zu einer Einigung führen kann.

Energiepreise fallen, DAX deutlich im Plus

Die Nachricht von der offenbar erfolgten Wiedereröffnung der Meerenge, die lange als der gefährlichste Brennpunkt für die globalen Energiemärkte galt, löste umgehend Reaktionen an den Finanzmärkten aus. Während die Ölpreise am letzten Handelstag der Woche um mehr als zehn Prozent fielen, steuerte die Wall Street auf ein neues Rekordhoch zu.

Zum Wochenausklang hat der Dax kräftig zugelegt. Zum Xetra-Handelsschluss wurde der Index mit 24.702 Punkten berechnet, ein Plus in Höhe von 2,3 Prozent im Vergleich zum Vortagesschluss.

Der S&P 500 legte um 0,7 Prozent zu, sodass sich die US-Aktien dem Abschluss der dritten Woche in Folge mit deutlichen Kursgewinnen näherten. Der Dow Jones Industrial Average stieg um ein Prozent und auch der Nasdaq Composite legte um ein Prozent zu.

Dennoch lassen Araghchis Bemerkungen, wonach der Schiffsverkehr einer „koordinierten Route“ folgen müsse, darauf schließen, dass die Wiedereröffnung der Meerenge genau abgestimmt ist und nach Ablauf der zehntägigen Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon wieder rückgängig gemacht werden soll.

Die Internationale Seeschifffahrts-Organisation (IMO), die Schifffahrtsbehörde der Vereinten Nationen, erklärte, sie werde den Schiffsverkehr durch die Meerenge überwachen, um zu überprüfen, ob diese tatsächlich geöffnet sei.

„Wir überprüfen derzeit die jüngste Ankündigung bezüglich der Wiedereröffnung der Straße von Hormuz im Hinblick auf ihre Vereinbarkeit mit der Freiheit der Schifffahrt für alle Handelsschiffe und der sicheren Durchfahrt unter Verwendung des von der IMO festgelegten Verkehrstrennungssystems“, sagte IMO-Generalsekretär Arsenio Dominguez in einem Beitrag in den sozialen Medien.

Gegenüber Euronews sagte Dominguez am 16. April, der Iran habe im Rahmen seiner Maßnahmen einen anderen Korridor in der Straße von Hormuz eingerichtet als den von der IMO anerkannten. Ihm fehlten Informationen über dessen Sicherheit für die Schifffahrt.

„Wir haben seit 1968 ein zwischen Oman und Iran koordiniertes Verkehrstrennungssystem, das im Einklang mit internationalem Recht steht”, sagte er. „Es ist bereit, den Betrieb wieder aufzunehmen.“

Dominguez erklärte, dass die IMO nach Beendigung des Konflikts bereit sei, ein Evakuierungsprogramm für in der Straße von Hormus gestrandete Schiffe und Seeleute umzusetzen und den Transitverkehr wiederherzustellen. Er fügte hinzu, dass die technischen Pläne hierfür sowohl mit den Vereinigten Staaten als auch mit dem Iran geteilt worden seien.

In einem separaten Beitrag vom 17. April erklärte Trump, der Iran habe zugestimmt, „die Straße von Hormus nie wieder zu schließen“, und dieser wichtige Schifffahrtsknotenpunkt, durch den rund 20 Prozent des Seetransports von Öl und Gas erfolgen, werde nie wieder als „Waffe“ gegen den Rest der Welt eingesetzt werden.

Er fügte hinzu, dass der Iran mit Hilfe der Vereinigten Staaten alle in der Straße von Hormus verlegten Minen entfernen werde.



Source link

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert