Der US-Senator Ron Johnson erhebt schwere Vorwürfe gegen die amerikanischen Gesundheitsbehörden und spricht von einer systematischen Verharmlosung von Risiken im Zusammenhang mit COVID-19-Impfstoffen. Grundlage seien rund 11 Millionen Seiten interner Regierungsdokumente, die seinem Ausschuss nach einem offiziellen Auskunftsersuchen – unterstützt vom neuen HHS-Minister Robert F. Kennedy Jr. – zur Verfügung gestellt wurden. Interview hier in Englisch.
Demnach hätten Behörden wie die Centers for Disease Control and Prevention (CDC) und das United States Department of Health and Human Services (HHS) bereits früh Hinweise auf schwerwiegende Nebenwirkungen erkannt, diese jedoch gegenüber der Öffentlichkeit nur abgeschwächt oder gar nicht kommuniziert.
So sei etwa das Risiko von Myokarditis – insbesondere bei jungen Männern nach mRNA-Impfungen – laut internen Unterlagen bereits Anfang 2021 bekannt gewesen und innerhalb der CDC spätestens im Mai desselben Jahres als klares Sicherheitssignal anerkannt worden. Eine entsprechende öffentliche Warnung blieb jedoch aus; stattdessen habe die Behörde vorsichtige Formulierungen gewählt, die das Risiko relativierten.
Auch bei späteren Hinweisen auf ein erhöhtes Schlaganfallrisiko bei über 65-Jährigen nach Auffrischungsimpfungen sei die Kommunikation abgeschwächt worden: Intern zunächst als „mäßig erhöht“ eingestuft, sei das Risiko später als „leicht erhöht“ bezeichnet worden. Johnson wertet dies als bewusste Entscheidung zur Beruhigung der Öffentlichkeit.
Zudem wirft er den Behörden vor, ein ungeeignetes statistisches Auswertungssystem verwendet zu haben, das Warnsignale systematisch abschwächte. Das eingesetzte Verfahren habe Nebenwirkungen der Impfstoffe von Pfizer und Moderna miteinander verrechnet, wodurch Risiken statistisch weniger sichtbar wurden. Interne Warnungen von Experten seien ignoriert worden; kritische Forscher seien laut Johnson teilweise diskreditiert worden.
Als weiteren Beleg verweist der Senator auf das Meldesystem VAERS, in dem bereits 2021 ein deutlicher Anstieg gemeldeter Todesfälle nach Impfungen zu beobachten gewesen sei. Besonders auffällig sei die Häufung von Todesfällen am Tag der Impfung oder kurz danach. Zwar beweise VAERS keine Kausalität, doch der zeitliche Zusammenhang sei aus Johnsons Sicht zu signifikant, um ignoriert zu werden.
Als möglichen Grund für die zurückhaltende Kommunikation nennt Johnson interne Befürchtungen vor wachsender Impfskepsis. Innerhalb der Behörden und im Weißen Haus habe die Überzeugung geherrscht, dass die Impfkampagne „um jeden Preis“ erfolgreich sein müsse – potenziell problematische Informationen seien daher vorsichtig behandelt oder zurückgehalten worden.
Der Senator sieht darin ein grundlegendes Muster und weitet seine Kritik auf die gesamte US-COVID-Strategie aus: Nebenwirkungen seien heruntergespielt, alternative Behandlungsmethoden wie Ivermectin unterdrückt und abweichende wissenschaftliche Positionen marginalisiert worden. Auch Betroffene mit Impfschäden würden häufig nicht angemessen anerkannt oder behandelt.
Johnson kündigte an, dass sein Ausschuss weitere Anhörungen durchführen und zusätzliche Dokumente veröffentlichen werde. Ziel sei es, nachzuweisen, dass die US-Bevölkerung während der Pandemie nicht vollständig und transparent über interne Erkenntnisse der Regierung informiert wurde.