In Kürze:

  • US-Präsident Donald Trump spricht von fallenden Spritpreisen nach Kriegsende.
  • Zunächst werde es aber weitere Preissprünge nach oben geben.
  • Der Ölpreis befindet sich stabil über der 100-US-Dollar-Marke.
  • Auch Branchenfachleute sehen zunächst deutlich steigende Spritpreise.

 

US-Präsident Donald Trump erklärte am 30. April, die Spritpreise würden einbrechen, sobald der Krieg mit dem Iran beendet sei. Gleichzeitig sehen sich die US-Autofahrer aufgrund anhaltender Störungen der weltweiten Ölversorgung mit den höchsten Tankstellenpreisen seit vier Jahren konfrontiert.

Bei einer Pressekonferenz im Oval Office brachte Trump die hohen Spritkosten direkt mit dem andauernden Konflikt und der anhaltenden Sperrung wichtiger Schifffahrtsrouten in Verbindung. Er zeigte sich jedoch überzeugt, dass ein reichliches weltweites Angebot die Preise schnell nach unten drücken werde, sobald der ungehinderte Rohöltransport in einer Nachkriegswelt wieder aufgenommen werde.

Trump: Es gibt so viel Öl

„Die Benzinpreise werden sinken. Sobald der Krieg vorbei ist, werden sie wie ein Stein fallen“, sagte Trump. „Es gibt so viel davon, es ist überall, es liegt überall in den Ozeanen der Welt.“ Gemeint sind die fossilen Brennstoffe.

Trump erklärte zuvor, dass die Amerikaner sich „für eine gewisse Zeit“ auf höhere Spritpreise einstellen müssten, solange der Konflikt andauern würde. Am Donnerstag, 30. April, betonte er jedoch, dass die Preise „rasch sinken“ würden, sobald die Feindseligkeiten nachließen.

Er fügte hinzu, dass die wirtschaftlichen Auswirkungen weitaus gravierender wären, sollte der Iran eine Atomwaffe erlangen und einsetzen. Im Oval Office erklärte er gegenüber Reportern, dass in einem solchen Szenario „die ganze Welt ein anderer Ort“ sei.

Eine zentrale Forderung Trumps war, dass der Iran seine nuklearen Ambitionen aufgibt, einschließlich der Aufgabe seiner Bestände an hochangereichertem Uran.

Das Regime in Teheran hat sich bisher geweigert, dies zu tun. Der iranische Führer Mojtaba Chamenei gelobte am 30. April, die Nuklear- und Raketenprogramme des Landes zu verteidigen, und bezeichnete sie als nationales Gut.

Preise steigen, da Öl über 100 US-Dollar bleibt

Die Spritpreise klettern weiter, angetrieben von gestiegenen Rohölkosten und Versorgungsengpässen durch den Iran-Konflikt. Laut Daten der American Automobile Association (AAA) vom Donnerstag stieg der nationale Durchschnittspreis für Normalbenzin auf 4,30 US-Dollar (3,65 Euro) pro Gallone (3,8 Liter), ein Anstieg um 27 US-Cent innerhalb einer Woche und mehr als 1 US-Dollar höher als vor einem Jahr.

Die Organisation erklärte, die Preise befänden sich auf dem höchsten Stand seit Juli 2022, da Öl über 100 US-Dollar (85 Euro) pro Barrel (159 Liter) gehandelt und es keine Anzeichen dafür gebe, wann die Straße von Hormus wieder vollständig geöffnet werde.

Trump

Hohe Benzinpreise sind an einer US-Tankstelle mit wehender amerikanischer Flagge in El Segundo, Kalifornien, am 8. April 2026 zu sehen.

Foto: Mario Tama/Getty Images

Weitere Preissteigerungen zu erwarten

Unabhängige Erhebungen der US-Spritpreis-App GasBuddy deuten darauf hin, dass die Preise möglicherweise noch schneller steigen. Analyst Patrick De Haan sagte in einem Beitrag vom 30. April auf 𝕏, dass Echtzeitdaten einen nationalen Durchschnittspreis von 4,40 Dollar pro Gallone zeigten, ein Anstieg um 35 Cent innerhalb einer Woche.

„Wir werden vorerst weiter nach oben tendieren“, sagte De Haan in einem Beitrag auf 𝕏 Anfang dieser Woche. Er beschrieb den jüngsten Anstieg als das schnellste Wachstum seit Jahren. Die Ölmärkte stehen weiterhin unter Druck, da diplomatische Bemühungen zur Lösung des Konflikts kaum unmittelbare Fortschritte zeigen.

Rohöl der Marke Brent notierte am 1. Mai bei rund 111 US-Dollar pro Barrel, US-Rohöl der Sorte West Texas Intermediate kostete über 105 US-Dollar. Beide Referenzwerte sind auf dem Weg zu starken Wochengewinnen, nachdem sie kurzzeitig auf Mehrjahreshochs gestiegen waren.

Der Anstieg ist eine Folge der US-amerikanischen und israelischen Angriffe auf den Iran Ende Februar, die Vergeltungsmaßnahmen Teherans auslösten. Dazu zählen Angriffe auf die Schifffahrt und die Verhängung von Beschränkungen in der Straße von Hormus. Diese Engstelle wickelt normalerweise etwa ein Fünftel der weltweiten Öl- und Flüssiggasströme ab.

Das indische Schiff „Nanda Devi“ mit einer Ladung Flüssiggas (LPG) läuft am 17. März 2026 den Hafen von Vadinar im Bezirk Jamnagar im Bundesstaat Gujarat an, nachdem der Iran ihm die Durchfahrt durch die Straße von Hormus gestattet hatte.

Foto: AFP via Getty Images

Krieg treibt Energieschock und Inflationsdruck an

Der Anstieg der Kraftstoffpreise in den letzten rund zwei Monaten zeigt, dass geopolitische Schocks schnell in die Verbraucherpreise und die allgemeine Inflation einfließen können. Laut Daten der AAA lag der durchschnittliche Benzinpreis in den USA nur wenige Tage vor der Eskalation Ende Februar bei rund 2,98 US-Dollar pro Gallone. Auch die Dieselpreise sind gestiegen, wobei der nationale Durchschnittspreis bei über 5,40 US-Dollar pro Gallone liegt.

Höhere Energiekosten tragen ebenfalls zur Inflation bei. Der von der Federal Reserve bevorzugte Maßstab, der Index der persönlichen Konsumausgaben, stieg im März im Vergleich zum Vorjahr um 3,5 Prozent. Ökonomen sehen Energie als einen der Haupttreiber. Internationale Institutionen haben gewarnt, dass es einige Zeit dauern könnte, bis die Auswirkungen des Krieges wieder abklingen.
Der Internationale Währungsfonds erklärte kürzlich in einer Mitteilung, dass Störungen wichtiger Schifffahrtsrouten auch nach Beendigung der Feindseligkeiten anhalten könnten. Gleichzeitig prognostiziert die Weltbank einen allgemeinen Anstieg der Energie- und Rohstoffpreise durch den Konflikt.

„Der Krieg im Nahen Osten hat den See- und Luftverkehr schwer beeinträchtigt, die Infrastruktur beschädigt und Transportkorridore unterbrochen, die für die globale Energie- und Warenversorgung von entscheidender Bedeutung sind“, so der IWF. „Selbst im besten Fall wird es keine nahtlose und reibungslose Rückkehr zum Status quo geben.“

Die Trump-Regierung hält an einer Seeblockade gegen iranische Ölexporte fest, um Teheran zu einem Abkommen zu drängen, das sowohl die nukleare Bedrohung durch den Iran neutralisieren als auch die vollständige Wiedereröffnung der Straße von Hormus gewährleisten würde. Diese Bedingung wird weithin als entscheidend für die Stabilisierung der globalen Energiemärkte angesehen.

 

 



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