Der Betreiber eines Kraftwerks im Industriehafen der Stadt Lubmin will die seit Jahren stillgelegte Anlage an einen ukrainischen Betreiber verschenken. Die Gemeinde samt „Zweckverband Industriehafen“ stimmte der „humanitären Hilfe“ zu. Der zuständige Bürgermeister meldet nun Zweifel an der Aktion an.

Der private Betreiber eines Kraftwerks im Lubminer Industriehafen im Landkreis Vorpommern-Greifswald will nach mehrmaligem Scheitern eines Verkaufes eine stillgelegte Anlage zu „humanitären Zwecken“ an einen ukrainischen Kraftwerksbetreiber verschenken. Die Bedingung lautet jedoch, dass der zukünftige Betreiber die Anlage selbst demontiert und abtransportiert. Der Bürgermeister von Lubmin und Vertreter des Industriehafens hinterfragt nun das Vorhaben mit dem Verweis, dass der bisherige Standort weiterhin eigentlich „sehr gut geeignet“ sei, um das funktionsfähige Kraftwerk aus Notwendigkeit vor Ort zu behalten.

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Die stillgelegte Anlage, die laut einem NDRBericht bis zum Jahr 2022 zuverlässig Strom produzierte, um damit Gas zu erwärmen, das von Russland durch die Nord-Stream-Pipelines in Lubmin angelandet wurde, soll laut Plänen des aktuellen Besitzers weiterhin im Verlauf des Jahres kostenfrei in die Ukraine transportiert werden. Dabei handelt es sich um „eine Kraft-Wärmekopplungs-Anlage (KWK)“. Dazu heißt es im NDR-Beitrag:

„Alle Versuche, das Kraftwerk zu verkaufen, seien gescheitert, teilte ein Sprecher der zuständigen ‚Sefe Energy GmbH‘ mit. Nun solle es im Rahmen der humanitären Hilfe einem ukrainischen Kraftwerksbetreiber zur Verfügung gestellt werden und zur Aufrechterhaltung der ukrainischen Energieinfrastruktur beitragen.“

Die Zeitung Nordkurier berichtet, dass im Rahmen der Demontagepläne demnach bis dato Einigkeit zwischen dem Besitzer und der Gemeinde besteht. So wollen auch weiterhin „Verantwortliche von Gemeinde und Industriehafen Lubmin helfen, ein demontiertes Kraftwerk so durch den Hafen zu transportieren, dass möglichst kein großer Rummel entsteht“. 

Die Sorge lautet nun, es bestünde die Gefahr, dass der Abtransport „politisch missbraucht“ werden könnte. So formuliert es Lubmins Bürgermeister Axel Vogt in einem der Zeitung vorliegenden Brief an die verantwortliche Politik, dass – ausgehend der Realität im vierten Jahr nach Beginn der Ereignisse in der Ukraine, während die Region mittlerweile absehbare Energieengpässe zu befürchten hat, parallel das Kraftwerk an ein Land verschenkt wird, wo laut Nordkurier-Artikel „Kräfte in der Ukraine im Verdacht stehen, die Nord-Stream-Leitungen schwer beschädigt zu haben“.

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Bürgermeister Vogt, zugleich Vertreter des Industriehafens, führt in dem Schreiben weiter aus, dass der Standort aus seiner Sicht für ein solches Kraftwerk „sehr gut geeignet“ sei. Die Forderung lautet:

„Er wünsche sich daher eine flankierende Kommunikationsstrategie für den Abtransport des Kraftwerks, denn dieser müsse ‚zwingend über den Industriehafen Lubmin erfolgen‘. Ein Hafen mit hohen Sicherheitsstandards.“

Der Bürgermeister fürchtet laut dem Schreiben an den Zweckverband Industriehafen Lubmin zudem, so der NDR ergänzend, dass der Hafen „auf zusätzlichen Sicherheits-Kosten in fünfstelliger Höhe sitzenbleibt“, die aus seiner Sicht die „beteiligten Unternehmen“ tragen müssten. Dies widerspreche seinem „Verständnis des ‚Verursacherprinzips'“.

Nikolaus Kramer, AfD-Mitglied im Landtag und im Kreistag Vorpommern-Greifswald, bezeichnet die Schenkung samt der Planung gegenüber der Nordkurier-Redaktion als „absurd“. Dazu heißt es:

„Während seine Fraktion im Kreistag den Landrat auffordern werde, die Landesregierung zum Bau eines neuen Gaskraftwerks am Standort Lubmin zu bewegen, ’soll genau dort eine voll funktionsfähige KWK-Anlage abgebaut und an die Ukraine verschenkt werden‘, so Kramer.“

Ein Sprecher der Gesellschafter der Industriekraftwerk Greifswald GmbH bekräftigt demgegenüber die beabsichtigten Pläne mit der Begründung:

„Mit der Einstellung der russischen Gaslieferungen durch die Ostsee im September 2022 und dem damit verbundenen Wegfall des Wärmebedarfs wurde der Betrieb der KWK-Anlage wirtschaftlich unrentabel.“

Zudem wären alle Optionen der sonstigen Verwertung der Anlage geprüft worden. Ein Rückbau durch das Unternehmen samt Verschrottung der Anlage wäre insgesamt kostenintensiver ausgefallen, da sich im Verlauf der Jahre parallel auch kein Käufer gefunden hätte. 

Das ukrainische Unternehmen muss dabei nun laut Vorgaben an den zukünftigen Betreiber das Kraftwerk selbst demontieren lassen und abholen. Dies wird laut Informationen der ARD-Tagesschau bis zum Sommer geschehen.

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