In einer Höhle auf der Schwäbischen Alb ist ein Mann in Not geraten und gestorben. Der Tourengänger erlitt am Freitag, 1. Mai, während einer geführten Gruppentour tief in der Falkensteiner Höhle einen medizinischen Notfall, wie ein Sprecher des Polizeipräsidiums in Reutlingen sagte.

Er verstarb rund 1300 Meter tief in der Höhle.

Insgesamt bestand die Gruppe samt Höhlenführer demnach aus acht Menschen. Die restlichen Teilnehmer konnten die Höhle im Landkreis Reutlingen dem Polizeisprecher zufolge nach dem Notfall eigenständig und unverletzt verlassen.

Die Bergung des Verstorbenen sollte sich aufgrund des schwierigen Terrains voraussichtlich bis zum Abend hinziehen. Insgesamt waren mehr als 100 Kräfte von Bergwacht, Höhenrettern, Feuerwehr, Polizei und weiteren Rettungsdiensten im Einsatz.

Schwerer Einsatz ohne Funk

„Der Einsatz gestaltet sich äußerst kompliziert, weil im Inneren der Höhle kein Funkempfang besteht“, sagte ein Sprecher der Polizei. Außerdem sei die Höhle in Grabenstetten im Landkreis Reutlingen nur zu Fuß über unwegsames Gelände zu erreichen. Das erschwere den Einsatz.

Die Falkensteiner Höhle liegt in Baden-Württemberg auf der Schwäbischen Alb zwischen Grabenstetten und Bad Urach. Nach Angaben der Gemeinde Bad Urach ist die Erkundung nicht ungefährlich. Lediglich die ersten 20 Meter können bei anhaltend trockenem Wetter mit Helm und Taschenlampen begangen werden. Das weitere Vordringen in die Höhle ohne Führer ist nur mit einer Genehmigung möglich.

Gegend für ihre Höhlen bekannt

Die Schwäbische Alb ist für ihre Höhlen bekannt – besonders beliebt ist die Falkensteiner Höhle. Der Eingang zur Höhle wirkt wie ein Schlund in einer Wand aus Stein, im kilometerweiten Innern ist es stockdunkel, verwinkelt und nass. Denn die Höhle ist eine „aktive Wasserhöhle“, aus der der Fluss Elsach ins Freie entspringt.

Laut Stadtverwaltung handelt es sich um eine sogenannte wilde Höhle. Seit 2018 ist der Zugang zur Falkensteiner Höhle wegen der Gefahr plötzlicher Hochwasser offiziell verboten und nur mit Ausnahmegenehmigung der Gemeinde Grabenstetten möglich.

Erinnerung an andere Einsätze

Die Falkensteiner Höhle ist nicht das erste Mal Schauplatz eines großen Rettungseinsatzes. Zuletzt waren im vergangenen Mai zwei Männer vom Wasser überrascht und eingeschlossen worden.

Für bundesweite Schlagzeilen sorgte eine Rettungsaktion in der Höhle vor sieben Jahren. Im Sommer 2019 waren ein Führer und sein Kunde aus der Höhle gerettet worden. Nach starken Regenfällen saßen sie etwa 650 Meter vom Höhleneingang entfernt fest, weil der Rückweg durch den starken Wasseranstieg in der Höhle versperrt war. Nach 24 Stunden konnten sie aus der Höhle gebracht werden. (afp/dpa/red)



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