Im September letzten Jahres hatte Friedrich Merz die Deutschen aufgefordert, nicht so „larmoyant und wehleidig“ zu sein. Nun schimpft er in einem Interview mit dem „Spiegel“: Wie er angegriffen und herabgewürdigt würde – „kein Bundeskanzler vor mir hat so etwas ertragen müssen“.

Friedrich Merz erklärt den dummen Bürgern die Welt (denn das mache man in einer „Demokratie“ so): „Große Teile der Bevölkerung, aber auch der politischen Klasse unterschätzen, was sich in der Welt da draußen gerade abspielt“, so befand er im Interview mit dem „Spiegel“. Man habe sich in einer „Wohlstandsumgebung“ eingerichtet. Man müsse nun aber „mehr tun, als wir bisher getan haben“. Er fühle sich seinem Amtseid und seinem Gewissen verpflichtet (das deutsche Volk kann sich an dieser Stelle wohl nur wundern). Daher müsse er der Bevölkerung sagen: „Wir können nicht einfach so weitermachen wie in den letzten 20 Jahren.“

Der Spiegel wies darauf hin, dass Schröder am Ende einen hohen Preis für seine Reformen gezahlt und sein Amt verloren habe. Daraufhin sagte Merz: „Schröder hatte mit hartem Widerstand zu kämpfen, aber er wurde nicht so angefeindet, wie ich angefeindet werde.“

Er sei nur gelegentlich auf Social Media unterwegs, so Merz. „Aber wenn Sie mal schauen, was dort über mich verbreitet wird, wie ich da angegriffen und herabgewürdigt werde – kein Bundeskanzler vor mir hat so etwas ertragen müssen.“ Er beschwere sich nicht darüber, so wäre es.

Auch beim Spiegel wunderte man sich und wies korrekterweise darauf hin, dass auch Merz‘ Vorgänger Olaf Scholz „einiges wegzustecken“ hatte. Merz wiegelte ab. Scholz hätte ja nicht Klartext mit den Bürgern geredet. Er schon.

Im Interview bekräftigte Merz später auch seine stetige Kritik an der deutschen Bevölkerung. Auf Nachfrage des Spiegels – „Sie wirken ein bisschen unzufrieden mit Ihrem Volk, oder?“ – monierte Merz:

Ich bin unzufrieden mit der Atmosphäre, die in Deutschland herrscht. Wie soll ich das ausdrücken, ohne dass es sofort wieder uminterpretiert wird? Wir leben seit mehr als 80 Jahren in Frieden, seit 36 Jahren sind Ost- und Westdeutsche wieder vereint. Jetzt erleben wir einen tiefen Umbruch. Keinen offen ausgebrochenen Krieg in der Mitte Europas, aber die Auswirkungen sind wahrscheinlich nicht minder groß. Darauf müssen wir uns einstellen, aber das ist noch nicht gelungen, weil viele ihren Besitzstand wahren wollen und sich gegen jede Veränderung wehren.

Im September hatte Merz noch gefordert, die Deutschen sollten gefälligst „anpacken“, „Zuversicht auch nach draußen tragen“ und aufhören, „so larmoyant und so wehleidig zu sein“.

Es scheint dabei eher, als wären die Deutschen nicht wehleidig genug, denn die Bundesregierung unter Merz nimmt den Menschen immer mehr weg, zerstört Lebensgrundlagen heutiger und nachfolgender Generationen – und rechtfertigt das mit einer absurden Kriegsrhetorik. Der „tiefe Umbruch“ ist politisch forciert worden. Es sind westliche Politiker, die Krieg wollen. Die Deutschen sollten ihren Besitzstand mit Klauen und Zähnen zu wahren versuchen, denn was die schwarz-rote Planierraupe in Berlin einmal dem Erdboden gleichgemacht hat, das werden sie nie wieder zurückbekommen.





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