Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, fordert angesichts der aktuellen Energiekrise autofreie Sonntage und ein Tempolimit.

Fratzscher sagte dem Nachrichtenportal „T-Online“, dass die weltweite Verknappung von Öl und Gas eine Reduzierung des Verbrauchs erfordere.

Er kritisierte die Bundesregierung scharf für ihre Entlastungsmaßnahmen und bezeichnete diese als „Mogelpackung“. Besonders die Entlastungsprämie von 1.000 Euro für Beschäftigte sei sozial unausgewogen, da sie vor allem Arbeitnehmer mit Tarifvertrag begünstige.

Deutsche Goldreserven „sinnvoll investieren“

Als unkonventionellen Vorschlag brachte Fratzscher den Verkauf eines Teils der deutschen Goldreserven ins Spiel, um die finanziellen Belastungen der Krise abzufedern.

Er argumentierte, dass die Goldpreise auf Rekordniveau seien und die Reserven „sinnvoller investiert“ werden könnten, etwa in Bildung oder Infrastruktur. Die Bundesregierung müsse jedoch einen Weg finden, das Gold zu veräußern, da es von der Bundesbank verwaltet werde.

Tankrabatt und steigende Lebesnmittelpreise

Der Tankrabatt der Bundesregierung sei kontraproduktiv, da er die Deutschen nicht ausreichend zum Sparen anrege und in anderen Bereichen, wie bei Lebensmitteln, zu höheren Preisen führe.

Fratzscher warnte zudem vor weiter steigenden Lebensmittelpreisen infolge geopolitischer Spannungen und möglichen Versorgungsproblemen bei Energie.  (dts/red)



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