Ein Team besonders erfahrener Bergsteiger – in Nepal als „Eisbruch-Doktoren“ bekannt – bereitet alljährlich die Aufstiegsroute zum Everest-Gipfel mit Leitern und Seilen vor. In diesem Jahr mussten die Arbeiten wegen eines großen Brockens aus Gletscher-Eis über dem Khumbu-Eisbruch bereits vor zwei Wochen unterbrochen werden.
„Wir warten darauf, dass das Eis schmilzt“, sagte Eisbruch-Doktor Dawa Jangbu Sherpa der Nachrichtenagentur AFP. Dies könne voraussichtlich noch einige Tage dauern.
Auf dem Weg zum Gipfel müssen Bergsteiger zunächst den Khumbu-Eisbruch überwinden, ein sich ständig veränderndes und gefährliches Feld aus Eisbrocken und Schluchten. Ein Team aus Experten und besonders erfahrenen Bergführern sei auf dem Weg, um die Lage zu überwachen und notfalls eine Alternativroute auszuarbeiten, sagte der Sprecher des nepalesischen Tourismusminsteriums, Himal Gautam. „Wir versuchen dafür zu sorgen, dass es keine Verzögerungen gibt und werfen Ausrüstung per Hubschrauber ab, damit die Routen laut Zeitplan vorbereitet werden können.“
Mit acht der zehn höchsten Gipfel der Welt zieht Nepal alljährlich im Frühling hunderte Bergsteiger an. Der Bergsteiger-Tourismus ist eine wichtige Einnahmequelle für das Land am Himalaya. In diesem Jahr hat die Regierung mehr als 900 Aufstiegsgenehmigungen für die verschiedenen Gipfel erteilt, darunter 410 für den Mount Everest.
Im Jahr 2023 waren am Khumbu-Eisbruch drei Bergführer durch einen abbrechenden Eisbrocken mitgerissen worden und ums Leben gekommen. 2014 starben bei einem Lawinenunglück an dem Eisbruch 16 Bergführer. (afp/red)