Norwegen will noch in diesem Jahr ein Social-Media-Verbot für Unter-16-Jährige in die Wege leiten. „Wir führen dieses Gesetz ein, weil wir eine Kindheit wollen, in der Kinder Kinder sein dürfen“, hieß es in einer Erklärung von Ministerpräsident Jonas Gahr Störe vom Freitag.
„Spiel, Freundschaften und das tägliche Leben dürfen nicht durch Algorithmen und Bildschirme ersetzt werden“, fügte er hinzu.
Für die Durchsetzung sollen die Tech-Unternehmen verantwortlich sein, erklärte die Ministerin für Digitalisierung und Verwaltung, Karianne Tung. „Kindern kann nicht die Verantwortung übertragen werden, sich von den Plattformen fernzuhalten“, erklärte Tung. „Diese Verantwortung liegt bei den Unternehmen, die diese Dienste anbieten. Sie müssen eine wirksame Altersüberprüfung vornehmen und die Gesetze einhalten.“ Der Gesetzentwurf soll bis spätestens Ende des Jahres vorgelegt werden.
Im Dezember war in Australien als erstem Land der Welt ein Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren in Kraft getreten, im März folgte Indonesien. In der Türkei stimmte das Parlament am Donnerstag einem solchen Verbot für Unter-15-Jährige zu, es wird voraussichtlich noch in diesem Jahr in Kraft treten.
Die österreichische Regierung hat für den Sommer ein Gesetz für ein Verbot für unter 14-Jährige angekündigt. In Griechenland soll ab dem nächsten Jahr ein Verbot für Unter-15-Jährige gelten. Auch in Frankreich ist ein Social-Media-Verbot für Minderjährige unter 15 Jahren geplant. In Deutschland wird ebenfalls über ein solches Vorhaben diskutiert. (afp/red)