Wer weniger Pflege- und Kosmetikprodukte nutzt, hat schon nach wenigen Tagen weniger Schadstoffe im Urin. Das geht aus einer Studie hervor, die das französischen Gesundheitsforschungsinstitut Inserm veröffentlichte.

Für die Studie, die zuerst in der Fachzeitschrift „Environment International“ veröffentlicht wurde und an der auch die Universität Grenoble und das französische Forschungszentrum CNRS beteiligt waren, wurden rund hundert Studentinnen aus Grenoble gebeten, fünf Tage lang weniger Kosmetik- und Pflegeprodukte wie Shampoo oder Make-up zu nutzen.

Hygieneprodukte wie Seife oder Zahnpasta wurden zugleich von den Forschenden durch Alternativen ersetzt, die keine gesundheitsschädlichen Stoffe wie synthetische Phenole, Parabene, Phthalate oder Glykolether enthalten. Die Wissenschaftler verglichen anschließend Urin-Proben der Probandinnen, die vor und nach dem Experiment abgegeben wurden.

Deutlicher Rückgang

Das Ergebnis: Nach dem fünftägigen Experiment wurde im Urin der jungen Frauen 22 Prozent weniger Monomethylphthalat nachgewiesen, das insbesondere zur Fixierung von Duftstoffen verwendet wird.

Zudem wurden 30 Prozent weniger Methylparaben nachgewiesen, einem Konservierungsmittel, das nach Einschätzung der EU zu den sogenannten endokrinen Disruptoren gehören könnte, die die normale Funktion der Hormone beeinträchtigen.

Festgestellt wurde außerdem ein Rückgang von Bisphenol-A (BPA) um 39 Prozent. Der Stoff, der vor allem über die Innenbeschichtung der Verpackung in Pflege- und Kosmetikprodukte gelangt, gilt ebenfalls wegen seiner endokrinen Wirkung als gefährlich. Als Inhaltsstoff in Pflege- und Kosmetikprodukten ist BPA in Frankreich schon seit 2005 verboten.

Forderung nach strengeren Regeln

Als Konsequenz aus der Studie empfehlen die Forschenden nun strengere Vorschriften für die Bestandteile, die Produktion und die Verpackung von Pflege- und Kosmetikprodukten.

Das Europaparlament entscheidet Ende April über Änderungen an der EU-Kosmetikverordnung. Verbraucherschützer kritisieren eine dabei geplante Lockerung der Auflagen für krebserregende, erbgut- und fortpflanzungsschädliche Stoffe. (afp/red)



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