In Kürze:

  • Mehrere Heizungsfirmen registrieren eine gestiegene Nachfrage nach Wärmepumpen.
  • Der anhaltende Zuwachs an Solarleistung kann Deutschlands Nachfrage nach Erdgas senken.
  • Ein starkes Absatzplus verzeichnete im März auch die Elektromobilität.

 

Der seit Ende Februar eskalierte Konflikt zwischen den USA, Israel und dem Iran wirkt sich bereits spürbar auf die Energiepreise aus. Höhere Kosten für Erdgas und Erdöl belasten Haushalte und Unternehmen zusätzlich.
Weiterhin ist unklar, wann die Lage in der Straße von Hormus vollständig stabilisiert wird. Reedereien können derzeit nur eingeschränkt planen, wann Gas-, Öl- und Containerschiffe die Meerenge wieder sicher passieren können.

Boom bei Wärmepumpen

Mehrere Heizungsbetriebe in Deutschland haben in den vergangenen Wochen laut „Bild“ eine deutlich höhere Nachfrage nach Wärmepumpen erlebt.
So berichtet Youri Kissner, Geschäftsführer der Waermequelle GmbH, dass sich viele Verbraucher derzeit aus Kostengründen für eine Wärmepumpe entscheiden. Er führt aus, dass der Heizölpreis am 7. Februar 2026 bei 94 Cent pro Liter lag und zwei Monate später auf 1,57 Euro gestiegen sei. Wer bereits eine Wärmepumpe nutze, heize aktuell in vielen Fällen am günstigsten.

Ein von der „Bild“ dargestelltes Beispiel zeigt zudem mögliche Einsparungen: Ein Lehrer aus Hessen rechne demnach mit jährlichen Heizkosten von etwa 1.200 Euro für seine Wärmepumpe. Zuvor habe er mit einer Ölheizung rund 3.900 Euro pro Jahr für etwa 2.500 Liter Heizöl ausgegeben.

Stromkosten

Wenn Besitzer von Wärmepumpen rechtzeitig aktiv werden, können sie Geld sparen.

Schwankender Absatz in den vergangenen Jahren

Der Einbau einer Wärmepumpe sollte sorgfältig geplant werden. Die Installations- und Betriebskosten können stark variieren. Maßgebliche Faktoren sind Art der Immobilie, Baujahr und der Dämmwert des Hauses. Besonders bei älteren Gebäuden kann eine umfassende Sanierung erforderlich sein, die jedoch ohnehin geplante Maßnahmen sinnvoll ergänzen kann. In solchen Fällen kann der Umstieg auf eine Wärmepumpe wirtschaftlich attraktiv sein. Eine individuelle Beratung durch Fachleute vor Ort ist daher empfehlenswert.

Im Jahr 2024 ging der Absatz von Wärmepumpen nach zuvor starkem Wachstum aufgrund politischer Debatten und Unsicherheiten deutlich zurück, von rund 356.000 auf etwa 193.000 Geräte. Im Vorjahr war die Nachfrage hingegen wieder höher, mit insgesamt rund 299.000 installierten Anlagen.

Die gestiegenen Preise für fossile Brennstoffe infolge des Irankrieges machen das Heizen mit Öl und Gas derzeit weniger attraktiv im Vergleich zu strombasierten Wärmepumpen. Gleichzeitig können staatliche Förderprogramme die Anschaffungskosten erheblich reduzieren und den Umstieg zusätzlich begünstigen.

Spart der Solar-Boom LNG?

Der Ausbau an Solaranlagen zur Stromerzeugung setzt sich in Deutschland fort. Laut dem US-amerikanischen Nachrichtenunternehmen Bloomberg könnte der weitere Photovoltaik-Zubau die inländische Nachfrage nach Flüssigerdgas (LNG) spürbar reduzieren.
Demnach soll die Solarleistung von April bis September durchschnittlich rund 16,5 Gigawatt (GW) erreichen. Im Vorjahreszeitraum lag der Zubau noch bei etwa 8,1 GW. Bloomberg erwartet daraus eine deutliche Steigerung der Solarstromerzeugung, die den Gasbedarf in der Stromproduktion um rund 29 Prozent senken könnte – was etwa neun LNG-Schiffsladungen entspräche.

Das nun von Bloomberg erwartete Plus von rund 31 Prozent bei Photovoltaik gegenüber dem Vorjahr soll demnach den Gasbedarf bei der Stromerzeugung im gleichen Zeitraum um rund 29 Prozent reduzieren. Das entspreche etwa neun LNG-Schiffsladungen.

Zudem prognostiziert Bloomberg, dass die Zahl der Solarmodule in Deutschland in diesem Jahr um 15 Prozent steigen wird. Bereits 2025 war ein Zuwachs von 100,7 auf 117,8 GW zu verzeichnen – ein Zuwachs von 17 Prozent.
Der weitere Zubau soll den Wettbewerb mit asiatischen LNG-Käufern dämpfen. Gleichzeitig soll der mögliche geringere Gasbedarf in der Stromerzeugung Deutschland mehr Spielraum geben, seine erschöpften Gasspeicher vor dem nächsten Winter aufzufüllen. Der aktuelle Füllstand liegt bei etwa 23,5 Prozent (Stand: 19.04.2026).

Absatzplus bei E-Mobilität

Zuletzt hat der Absatz von Elektrofahrzeugen deutlich zugelegt. Insgesamt verzeichneten im März alle Antriebsarten einen spürbaren Anstieg bei den Neuzulassungen. Laut den Märzzahlen des „ADAC“ lagen Hybridfahrzeuge mit 87.850 Neuzulassungen weiterhin an der Spitze.

Mit 70.662 Autos liegen die reinen E-Autos auf Platz zwei. Im Vergleich zum Februarabsatz überholten sie die Benziner, die mit 66.959 Neuzulassungen auf dem dritten Rang landeten. Deutlich dahinter lag der Diesel mit 37.664 Neufahrzeugen.



Source link

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert