US-Vizepräsident JD Vance hält die Feuerpause im Krieg der USA und Israels gegen den Iran für stabil. „Derzeit hält die Waffenruhe“, sagte er und fügte an, Präsident Donald Trump wolle nicht nur keinen kleinen Deal, er wolle ein großes Abkommen.

„Der Grund, warum noch kein Deal zustande gekommen ist, ist, dass der Präsident wirklich einen Deal will, bei dem der Iran keine Atomwaffen besitzt“, sagte der US-Vize. Der Iran dürfe Terrorismus nicht staatlich fördern.

 

Die Entwicklungen im Nahen Osten am 15. April:

 

Pakistans Premier besucht Saudi-Arabien, Katar und die Türkei

Pakistans Premierminister Shehbaz Sharif reist vor einer möglichen 2. Runde der Friedensgespräche zwischen den USA und dem Iran für mehrere Tage nach Saudia-Arabien, Katar und die Türkei.

Er werde vom 15. bis 18. April offizielle Besuche unternehmen, schreibt das pakistanische Außenministerium. Geplant sind Treffen mit den Staats- und Regierungschefs der Länder. Themen seien die laufende bilaterale Zusammenarbeit und die Lage im Nahen Osten. Der stellvertretende Premier und Außenminister Ishaq Dar werde den Premier begleiten.

Im Streit mit Papst Leo XIV. um dessen Appell für ein Ende der verschiedenen Kriege auf der Welt hat US-Präsident Donald Trump noch einmal nachgelegt. „Kann bitte jemand Papst Leo sagen, dass der Iran in den letzten zwei Monaten mindestens 42.000 unschuldige, völlig unbewaffnete Demonstranten getötet hat?“, schrieb Trump am späten Dienstagabend (Ortszeit) auf der Plattform Truth Social. Es sei „absolut inakzeptabel“, dass der Iran über eine Atombombe verfüge.

Ende Dezember hatten Proteste begonnen, die zunächst durch eine Wirtschaftskrise ausgelöst worden waren. Rasch entwickelten sich die Demonstrationen zu politischen Aufständen gegen das autoritäre Herrschaftssystem der Islamischen Republik. Der Sicherheitsapparat ging brutal gegen die Proteste vor.

Ergebnisse des Treffens Israel-Libanon in Washington

US-Außenminister Marco Rubio empfing am 14. April die israelischen und libanesischen Botschafter in den Vereinigten Staaten zu einer Reihe direkter Gespräche. Die Parteien berichteten von konstruktiven Gesprächen. „Alle Seiten einigten sich darauf, direkte Verhandlungen zu einem gemeinsam vereinbarten Zeitpunkt und Ort aufzunehmen“, erklärte das US-Außenministerium anschließend.

Es gehe nicht nur darum, einen Waffenstillstand zwischen Israel und dem Libanon zu erreichen, so Rubio. Es gehe auch darum, die Hisbollah zu marginalisieren – eine als terroristisch eingestufte Organisation, die im Libanon aktiv ist. „Es geht darum, dem 20- oder 30-jährigen Einfluss der Hisbollah in diesem Teil der Welt ein endgültiges Ende zu setzen“, sagte er bereits im Vorfeld der Gespräche.

Das Treffen – an dem auch der israelische US-Botschafter, Yechiel Leiter, und die libanesische US-Botschafterin, Nada Hamadeh Moawad, teilnahmen – war das erste Mal seit 1993, dass die israelische und die libanesische Regierung offen direkte diplomatische Gespräche miteinander führten.

Seit Oktober 2024 sind israelische Streitkräfte im Südlibanon vor Ort, um gegen die Hisbollah vorzugehen. Israel und der Libanon hatten im November 2024 einen Waffenstillstand vereinbart, doch die israelischen Streitkräfte setzten ihre Militäroperationen im Libanon fort.

Das US-Außenministerium teilte mit, die Parteien hätten darüber beraten, den Waffenstillstand vom November 2024 in ein umfassenderes Friedensabkommen umzuwandeln. Zudem könne die libanesische Regierung durch die Fortsetzung der Gespräche möglicherweise Zugang zu Wiederaufbauhilfe und Unterstützung für ihre wirtschaftliche Erholung erhalten.

Die libanesische Botschafterin fordert einen Waffenstillstand, die Rückkehr der Vertriebenen in ihre Heimat und humanitäre Hilfe für den Libanon.

Sri Lanka fliegt gestrandete iranische Seeleute aus

Rund sechs Wochen nach der Versenkung eines iranischen Kriegsschiff durch einen US-Angriff hat Sri Lanka 238 seither in dem Land gestrandete iranische Marinesoldaten in deren Heimat zurückgebracht.

32 von der versenkten „IRIS Dena“ gerettete iranische Seeleute sowie 206 Besatzungsmitglieder der „IRIS Buschehr“ seien mit einem Charterflug in den Iran zurückgekehrt, sagte Verteidigungsstaatssekretär Aruna Jayasekara am Mittwoch.

Die „IRIS Dena“ war Anfang März zu Beginn des Irankriegs durch einen Torpedo-Treffer eines US-U-Boots vor Sri Lanka versenkt worden. 104 Besatzungsmitglieder wurden nach iranischen Angaben bei dem Angriff getötet. Nach dem Angriff hatte die „IRIS Buschehr“ Zuflucht in einem srilankischen Hafen gesucht. Sie ankert weiterhin vor der Nordostküste des Landes.

Zehn Länder fordern Ende der Kampfhandlungen im Libanon

Kanada, Großbritannien, die Schweiz und sieben weitere Staaten fordern gemeinsam „ein unverzügliches Ende der Kampfhandlungen im Libanon“. Die Länder seien „zutiefst besorgt über die sich verschlechternde humanitäre Lage und die Vertreibungskrise im Libanon“, heißt es in der von Kanada verbreiteten Stellungnahme. Vor allem Zivilisten und zivile Infrastruktur müssten vor den Auswirkungen der Feindseligkeiten geschützt werden.

Die Länder begrüßten die jüngst zwischen den USA, Israel und dem Iran vereinbarte zweiwöchige Waffenruhe. Auch im Libanon müssten nun die Waffen schweigen. Zu den Verfassern der Mitteilung gehören Australien, Brasilien, Kanada, Kolumbien, Indonesien, Japan, Jordanien, Sierra Leone, die Schweiz und das Vereinigte Königreich.

Sie mahnten in ihrer Stellungnahme auch eine „Achtung des humanitären Völkerrechts“ an, um die Menschenwürde zu wahren, Schäden für die Zivilbevölkerung gering zu halten und humanitäre Hilfe zuzulassen. „Wir verurteilen aufs Schärfste Handlungen, die zum Tod von UN-Friedenstruppen geführt und die Risiken für humanitäres Personal im Südlibanon erheblich erhöht haben“, hieß es weiter.

UNIFIL soll den Waffenstillstand zwischen den Libanon und Israel überwachen, die libanesischen Streitkräfte unterstützen und das Waffenembargo gegen die Hamas durchsetzen. Die UN haben seit 1978 Blauhelmsoldaten in der Grenzregion stationiert. Aktuell sind daran rund 7.500 Soldaten aus fast 50 Ländern beteiligt.

Optimismus an ostasiatischen Börsen hält weiter an

Der südkoreanische Leitindex Kospi kletterte bis zum Vormittag (Ortszeit) um ganze drei Prozent, der japanische Nikkei 225 stieg bis zum selben Zeitpunkt um 0,8 Prozent.

Hongkongs Hang Seng Index legte rund eine Stunde nach Handelsstart etwa ein Prozent zu. Der CSI-300-Index, der die wichtigsten Aktien auf dem chinesischen Festland abbildet, kletterte um 0,3 Prozent. Der australische S&P ASX 200 gewann bis zu Mittag leicht um 0,2 Prozent.

Die Ölpreise sind unterdessen am Mittwoch weiter gesunken. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Nordseesorte Brent mit Lieferung im Juni liegt bei derzeit rund 94,5 Dollar.

Vance: Waffenruhe im Irankrieg hält

Aus Sicht von US-Vizepräsident JD Vance ist die Feuerpause im Krieg der USA und Israels gegen den Iran stabil. „Derzeit hält die Waffenruhe“, sagte der Republikaner bei einer Veranstaltung in Athens im US-Bundesstaat Georgia. Präsident Donald Trump wolle allerdings keinen kleinen Deal, sondern ein großes Abkommen.

Laut Vance wurden bei den Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran in Pakistan am vergangenen Wochenende enorme Fortschritte erzielt. Allerdings sei noch kein Abkommen zustande gekommen, weil „der Präsident wirklich einen Deal will, bei dem der Iran keine Atomwaffen besitzt“, sagte der US-Vize.

Der Iran dürfe Terrorismus nicht staatlich fördern. Zudem müsse laut Trump auch „das iranische Volk gedeihen und wachsen und an der Weltwirtschaft teilnehmen“ können.

Die Waffenruhe läuft in der kommenden Woche aus. Unbestätigten Berichten zufolge steht der Donnerstag als möglicher Termin für weitere Gespräche im Raum.

Trump glaubt an baldiges Ende des Irankriegs

Trump selbst sieht den Krieg im Iran kurz vor dem Ende. „Ich glaube, er ist fast vorbei“, sagte er dem US-Fernsehsender „Fox News“. Er ergänzte: „Ich meine, ich sehe es so, dass er fast vorbei ist.“ Auszüge aus dem Interview wurden bereits im Vorfeld von Fox-Moderatorin Maria Bartiromo auf der Plattform X verbreitet.

Sollten die USA sich nun zurückziehen, würde der Iran 20 Jahre brauchen, um das Land wiederaufzubauen, sagte Trump demnach weiter. „Und wir sind noch nicht fertig. Wir werden sehen, was passiert“, sagte er. Er glaube, der Iran wolle unbedingt einen Deal eingehen, betonte der US-Präsident.

Zuvor hatte Trump vage Andeutungen über eine mögliche weitere Verhandlungsrunde in dem Konflikt gemacht. In Pakistan „könnte in den nächsten zwei Tagen etwas passieren“, sagte er der „New York Post“ am Telefon, ohne weitere Details zu nennen.

US-Militär: Blockade iranischer Häfen umgesetzt

„Die Blockade iranischer Häfen ist vollständig ausgeführt worden“, teilte der Kommandeur des US-Regionalkommandos CENTCOM, Admiral Brad Cooper, zur Lage in der Straße von Hormus auf der Online-Plattform X mit.

Die US-Streitkräfte hätten ihre Überlegenheit auf dem Meer im Nahen Osten behauptet, erklärte Cooper. In weniger als 36 Stunden seit Beginn der Blockade hätten US-Streitkräfte den Handel in den Iran und aus dem Iran über das Meer vollständig zum Erliegen gebracht, hieß es weiter.

Parallel erklärte CENTCOM in einem weiteren X-Beitrag, dass Zerstörer mit Lenkflugkörpern der Marine an der Blockade-Mission beteiligt seien. „Die Blockade wird unvoreingenommen gegen Schiffe aller Nationen durchgesetzt, die in die Küstengebiete oder Häfen des Irans einlaufen oder diese verlassen“, hieß es darin.

Mit der Hormus-Blockade will Trump verhindern, dass der Iran Gebühren von Reedereien für eine Durchfahrt durch die Meerenge verlangt und das Land gleichzeitig von Öleinnahmen abschneiden. Der Iran ist einer der größten Ölproduzenten der Welt. Die Straße von Hormus ist daher auch für Teheran enorm wichtig, um seine Ölexporte an die internationalen Märkte zu bringen.

Mit Material der Nachrichtenagenturen



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