„Schwachsinn“, „Haben Sie was an den Ohren?“, „Gehen Sie in die Gosse und diskutieren Sie dort“ – die Diskussion zwischen Bernhard Heinzlmaier und dem Standard-Journalisten András Szigetvari in der ServusTV-Sendung „Links. Rechts. Mitte“ gestern, Sonntag, eskalierte völlig. 

Töchter sollen angstfrei im öffentlichen Raum sein

Heinzlmaier machte sich Szigetvari und Sigrid Maurer von den Grünen zu Feinden, als er sagte, er würde die FPÖ aus zwei Gründen wählen. Der erste Grund wäre der Islam, „weil ich ihn für die größte Gefahr für Europa halte“, und der zweite Grund wären seine zwei Töchter, „weil ich einfach möchte, dass sich die österreichischen Frauen und meine zwei Kinder wieder angstfrei im öffentlichen Raum bewegen können“. Und er wolle, wie die Mehrheit in Österreich, einen Asylstopp. 

Heinzlmaier meinte, dass er nicht glaube, dass seine Erwartungen in einer Koalition mit der ÖVP durchsetzbar seien. Deshalb glaube er, dass es ohne eine absolute Mehrheit der FPÖ in diesem Land keine Veränderung geben werde. 

Meinl-Reisinger für EU-Beitrittsverhandlungen mit Türkei

Diese klaren Aussagen schmeckten Maurer und dem Standard-Schreiber freilich ganz und gar nicht. Die Diskussion eskalierte, als das Thema auf Neos-Außenministerin Beate Meinl-Reisinger gelenkt wurde, die anlässlich des Besuchs ihres türkischen Amtskollegen Hakan Aidan allen Ernstes die seit Jahren eingefrorenen Beitrittsverhandlungen zwischen der Türkei und der EU als „Stolperstein“ bezeichnete. 

Politik der “leeren Vokabulare”

Heinzlmaier bewertete Meinl-Reisingers Aussage als für die Verlierer-Ampel typische Politik der „leeren Vokabulare, in denen sich jeder hineindenken kann, was er will, und die nur darauf ausgerichtet sind, zu manipulieren – und kein Mensch denkt die Dinge zu Ende“. 

Jeder würde etwas daher plaudern und die Außenministerin sei das beste Beispiel dafür. Heinzlmaier sagte, er halte einen EU-Beitritt der Türkei für „hochgradig problematisch“. Man habe sich bei Viktor Orbán in Ungarn jeden Tag drei Mal „in die Hose geschissen“, weil man dies als gelenkte Demokratie angesehen habe, „jetzt frage ich mich, was ist das für eine Demokratie in der Türkei?“. Der ehemalige Bürgermeister von Istanbul sei in politischer Gefangener, die Türkei unterstütze weltweit Islamisten. Und das alles wäre für Meinl-Reisinger kein Problem? 

In der Gosse redet man so miteinander

Heinzlmaier wandte sich dann direkt an Szigetvari, und zwar mit dem Vorwurf, dass dieser ständig moralisch argumentiere. Der wehrte sich dagegen und sagte: „Das ist ein Schwachsinn“. Darauf Heinzlmaier: „Wenn Sie sagen, dass ich ein Schwachsinniger bin, dann gehen Sie in die Gosse und diskutieren dort. Weil dort redet man so miteinander“. 

Heinzlmaier warf dem Standard-Wirtschaftsjournalisten vor, nichts darüber geschrieben zu haben, als bei der Spritpreisbremse die rund tausend Tankstellen von Wirtschaftskammer-Funktionären ausgenommen wurden. In diesem Kammerstaat würden schmutzige Geschäfte abgewickelt, die Bevölkerung werde belogen und die Presse würde schweigen. 

Moderator führte Maurer vor

In diese Auseinandersetzung mischte sich dann Sigrid Maurer ein – mit folgender Bemerkung: „70 Prozent der Österreicher wollen keinen Kanzler Kickl, und zwar ganz klar, weil er ihnen zu extrem ist“. Aber es würden 38 Prozent FPÖ wählen, konterte Heinzlmaier, „und den Stocker wollen noch viel weniger“. Maurer wich aus und sagte: „75 Prozent sind übrigens für eine Millionärs-Steuer“. Da musste sogar Moderator Michael Fleischhacker eingreifen: „Ich glaube, dass das mit den Zahlen schwierig ist. Wenn es so ist, dass 75 Prozent der Österreicher für eine Millionärs-Steuer sind und die Parteien, die sie fordern, nicht einmal 25 Prozent kriegen, stimmt vielleicht irgend etwas nicht“. 



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