Der Lehrermangel in Wien bleibt akut, insbesondere vor dem Schulstart an den Pflichtschulen: Demnach fehlen kurz vor oder zu Beginn des Schuljahres noch hunderte Lehrkräfte, vor allem an Volksschulen sowie in den Fächern Deutsch und Sport – besonders für Mädchen – und in der sonderpädagogischen Betreuung. Die Bildungsdirektion Wien muss deshalb zusätzliche Anwerbemaßnahmen und Bewerbungsfenster im Sommer aktivieren, weil die regulären Versetzungen und Neueinstellungen den Bedarf nicht decken.

Wiederkehr maßgeblich verantwortlich

Die Freiheitlichen sehen darin ein „hausgemachtes Problem“ und das „bildungspolitische Erbe“ des ehemaligen pinken Bildungsstadtrats Christoph Wiederkehr: Die tatsächlichen Herausforderungen im österreichischen Bildungssystem würden nicht im Bereich von PR-Auftritten oder medial inszenierten Ankündigungen liegen, sondern zeigten sich täglich in den Klassenzimmern, sagte FPÖ-Bildungssprecher Hermann Brückl. Die daraus resultierenden Probleme seien von Wiederkehr maßgeblich mitverursacht worden:

Er war schließlich fünf Jahre Bildungsstadtrat in Wien. Dort erleben wir heute die Realität an den Schulen mit einem massiven Lehrermangel, zunehmenden Sprachdefiziten bei Schülern sowie einem System, das seine Kernaufgabe – die Vermittlung von Grundkompetenzen – immer weniger erfüllen kann.

Strukturproblem statt kurzfristiger Engpass

Prognosen der Statistik Austria zeigen, wie dramatisch die Situation ist: Zum Schuljahr 2029/2030 wird ein deutlicher Anstieg der Schülerzahlen erwartet, während gleichzeitig die Pensionierungswelle von Lehrkräften ihren Höhepunkt erreicht. „Damit müsste für den zuständigen Minister längst klar sein, dass der Lehrermangel kein kurzfristiges Phänomen ist, sondern ein strukturelles Problem“, merkte Brückl an.

Statt jedoch realistische und nachhaltige Lösungen zur Attraktivierung des Lehrerberufs vorzulegen, reihe man ein Ankündigungsprojekt an das nächste. Wiederkehr habe kürzlich wieder versucht, seinen „Plan Z“ der Bevölkerung schmackhaft zu machen, aber ein Plan B zur Lösung des akuten Lehrermangels „wäre der bessere Zugang für ein zukunftsfittes österreichisches Bildungssystem“, erklärte Brückl.

Forderung nach Reformen im Bildungssystem

Für den freiheitlichen Abgeordneten ist klar: „Anstelle immer neuer Leuchtturmprojekte, die an der Lebensrealität der Lehrer vorbeigehen, braucht es eine grundlegende Attraktivierung des Berufs.“ Das bedeute bessere Arbeitsbedingungen, eine spürbare Entlastung von Bürokratie und eine klare Fokussierung auf die Vermittlung von Grundkompetenzen wie Lesen, Schreiben und Rechnen.

Ebenso notwendig sei es, „durch eine konsequente Integrations- und Sprachpolitik die Herausforderungen in den Klassenzimmern zu reduzieren, damit Unterricht überhaupt wieder in geordnetem Rahmen stattfinden kann“. Für die Bildungspolitik der letzten Jahre sei es jedoch bezeichnend, dass man lieber an Symptomen herumdoktere, anstatt die Ursachen konsequent zu bekämpfen, kritisierte Brückl. Die „Vielzahl an Ankündigungen von Neos-Minister Wiederkehr“ würden daher „reine Symptombekämpfung“ bleiben und „das Problem des Lehrermangels nicht lösen“.



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