Wann und ob eine zweite Verhandlungsrunde in Islamabad stattfindet, ist offen. US-Präsident Trump schrieb, es gebe „innerhalb ihrer „Führung“ enorme interne Streitigkeiten und Verwirrung“. Niemand wisse, wer das Sagen habe, „nicht einmal sie selbst“.
Die Anreise der US-Unterhändler wurde erneut kurzfristig abgesagt. Trump begründete dies unter anderem mit einem inakzeptablen Vorschlag des Irans.
Teheran hatte zuvor signalisiert, nicht an direkten Verhandlungen mit der US-Seite teilnehmen zu wollen. Außenminister Abbas Araghtschi reiste zwar nach Pakistan, nach eigener Darstellung allerdings nur, um die pakistanischen Vermittler zu treffen. Er habe seine Ideen für eine dauerhafte Beilegung des Krieges übermittelt.
Die aktuellen Entwicklungen im Nahen Osten am 26. April:
Iran legt neues Papier vor
Der Iran hat den USA ein Papier vorgelegt, dass von US-Präsident Donald Trump abgelehnt wurde. „Interessanterweise erhielten wir, sobald ich ihnen abgesagt hatte, innerhalb von zehn Minuten ein neues Papier, das viel besser war.“
Trump sah in seinen Äußerungen von weiteren Drohungen oder Beleidigungen ab, stattdessen gab er sich demonstrativ gelassen. Die USA hielten alle Trümpfe in der Hand, sagte er. „Wenn sie sprechen wollen, müssen sie nur anrufen.“
Streitpunkte in den Verhandlungen der Kriegsparteien sind unter anderem das iranische Atomprogramm und Teherans Entwicklung ballistischer Raketen. Die USA bestehen zudem auf einer uneingeschränkten Öffnung der strategisch bedeutenden Straße von Hormus für den Schiffsverkehr. Der Iran wiederum fordert Wiedergutmachung für Kriegsschäden.
Drei Flugzeugträger: USA sammeln militärische Kräfte in der Region
Das US-Militär bündelt seine Kapazitäten in der Golfregion. Auch der Flugzeugträger „USS George H.W. Bush“ befindet sich nach US-Angaben mittlerweile im Zuständigkeitsbereich des Regionalkommandos CENTCOM.
Es ist das erste Mal seit 2003, dass drei US-Flugzeugträger gleichzeitig im Nahen Osten eingesetzt werden. Auf den Schiffen sind zusammen mehr als 200 Flugzeuge und rund 15.000 Matrosen und Marineinfanteristen stationiert.
Mit einer Seeblockade wollen die USA den Druck auf Teheran erhöhen. Sie gilt für alle Schiffe, die iranische Häfen ansteuern oder verlassen haben.
Der Iran attackiert derweil immer wieder Containerschiffe, die sich durch die Straße von Hormus bewegen.
US-Militär fängt Schiff der iranischen „Schattenflotte“ ab
Das US-Militär fing einen mit Sanktionen belegten Frachter der iranischen „Schattenflotte“ ab. Ein vom Zerstörer „USS Pinckney“ abgehobener Helikopter habe das Schiff im Arabischen Meer gestoppt, es werde zurück in Richtung Iran eskortiert, teilte das US-Regionalkommando Centcom auf der Plattform X mit.
Das Schiff „M/V Sevan“ gehört demnach zu den 19 Frachtern, die am Freitag mit US-Sanktionen belegt wurden. Diese zielen auf die sogenannte Schattenflotte des Irans ab – also Schiffe mit verschleierter Eigentümerschaft, die nach US-Angaben von zentraler Bedeutung für Teherans Einnahmen aus dem Öl- und Gasexport sind.
Nouripour reist in den Nahen Osten
Bundestagsvizepräsident Omid Nouripour (Grüne) ist zu einer Reise nach Saudi-Arabien und in die Vereinigten Arabischen Emirate aufgebrochen. Nouripour sei in der saudiarabischen Hauptstadt Riad eingetroffen, teilte sein Büro mit.
Auf seiner Reise wolle er sich „über die Lage in der Region und insbesondere über die Sicherheit der Golfstaaten und die Auswirkungen auf den weltweiten Öl- und Energiemarkt informieren“.
Ach der Stand der Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA Thema bei Nouripours Gesprächen sein. In Riad steht ein Treffen mit dem saudiarabischen Außenminister Adel Al-Dschubeir auf dem Programm, ebenso eines mit dem jemenitischen Präsidenten Raschad al-Alimi, der sich derzeit in Riad aufhalte. Daneben seien zivilgesellschaftliche Gespräche in Saudi-Arabien vorgesehen.
In Abu Dhabi soll ein Austausch mit dem Industrieminister und Sonderbeauftragten für die Beziehungen zu Deutschland, Sultan Ahmed Al-Dschaber, sowie mit dem Sprecher des Föderalen Nationalrates, Sakr Ghobasch folgen. Außerdem werde Nouripour voraussichtlich von dem Präsidentenberater Abdulchalek Abdulla empfangen.
Mit Material der Nachrichtenagenturen