Der Regulierungswahn der EU kennt offensichtlich keine Grenzen. Um den neuesten Öko-Vorgaben aus Brüssel gerecht zu werden, müssen Kaffeekonzerne und Rohstoffhändler künftig auf eine völlig absurde Maßnahme zurückgreifen: Sie müssen ihre Pflanzen aus dem Weltall per Satellit überwachen lassen!
Die sogenannte „Entwaldungsverordnung“ (EUDR) ist die neueste wirtschaftsfeindliche Kopfgeburt der Brüsseler Eurokraten. Schon ab dem 30. Dezember dieses Jahres schlägt die EU-Knute für Großunternehmen gnadenlos zu. Mittelständler haben gnädigerweise noch bis 2027 Zeit, bevor auch sie die neuen Auflagen erfüllen müssen. Besonders im Visier der Öko-Bürokraten liegt unsere geliebte Tasse Kaffee.
Hinter dem Deckmantel des Umweltschutzes verlangt die EU von Herstellern und Importeuren den bizarren Nachweis, dass für ihren Kaffee seit 2020 kein Baum mehr gefällt wurde. Wer in diesem Regulierungslabyrinth auch nur einen Fehler macht, wird gnadenlos bestraft. Es drohen unfassbare Bußgelder von bis zu vier Prozent des weltweiten Jahresumsatzes und die sofortige Beschlagnahmung der Ware. Eine extrem teure Angelegenheit für die betroffenen Unternehmen.
Weil die Beweislast, die Brüssel den Unternehmen aufbürdet, auf normalem Wege gar nicht mehr zu stemmen ist, greifen Kaffeegiganten jetzt zu teuren Maßnahmen. Konzerne und Händler haben die „Coffee Canopy Partnership“ gegründet. Reuters berichtet: Um den irrsinnigen EU-Vorgaben gerecht zu werden, nutzen Unternehmen wie JDE Peet’s, Tchibo und die Neumann Kaffee Gruppe jetzt Airbus-Satelliten und Künstliche Intelligenz (!), um Kaffeefarmen in Afrika aus dem Weltraum zu kartieren.
Dabei droht ohnehin eine soziale Tragödie: Weil viele altgediente Kaffee-Plantagen in fehlerhaften Karten fälschlicherweise als Waldgebiet verzeichnet sind, könnten unzählige hart arbeitende Kleinbauern über Nacht von der Europäischen Union als „Umweltsünder“ gebrandmarkt werden. Wegen der Erbsenzähler in Brüssel droht ihnen nun der komplette Ausschluss vom europäischen Markt. Nicht nur die Kaffeeindustrie stöhnt unter dem EUDR-Wahnsinn. Der grüne Kontrollwahn betrifft auch Holz, Kakao, Palmöl, Soja, Kautschuk und Rindfleisch. Und wie so oft im Brüsseler Bürokratiedschungel strotzt das Gesetz vor Widersprüchen und völliger Ahnungslosigkeit der Politik.
Ein Beispiel für diesen Irrsinn lieferte Thomas Uhlig von KPMG Law im Handelsblatt: „Schokolade und reines Kakaopulver sind beispielsweise erfasst, nicht aber der mit Kakaobutter gebackene Keks.“ Auch bei Kautschuk wird es bizarr: Reifen und Schläuche fallen unter die strengen Regeln, das fertige Fahrrad oder Auto aber nicht. Das ist wieder einmal so ein Paradebeispiel für die realitätsfremde Politik der Brüsseler Eurokraten.
Als wäre der Beweis per Satellit nicht schon teuer und absurd genug, mutiert die EUDR auch noch zu einem weltweiten Erziehungsprogramm. Brüssel verlangt den lückenlosen Nachweis, dass in den Ursprungsländern von den Menschenrechten über Steuergesetze bis hin zur Korruptionsbekämpfung alles strikt eingehalten wird. Die europäische Wirtschaft wird gezwungen, als Weltpolizei aufzutreten. Vor allem für kleinere Bauern und Betriebe ohne millionenschwere IT-Infrastruktur ist das das sichere Todesurteil.
Die Kosten für dies alles wird am Ende jedoch der Konsument tragen. Den auf Steuerzahlerkosten gut lebenden Brüsseler Eurokraten dürfte es ziemlich egal sein, wenn die Preise für Kaffee, Schokolade, Reifen und dergleichen weiter in die Höhe schießen. Immerhin leben sie fürstlich von deren hart erarbeitetem Geld. Doch für den Normalverbraucher, der ohnehin schon unter den stark steigenden Lebenshaltungskosten leidet, sind dies keine positiven Entwicklungen.