China hat vor dem Iran-Krieg massive Ölreserven aufgebaut und profitiert nun vom Energieschock. Während die Straße von Hormus den Markt belastet, steigen die Preise und damit die Vorteile für Peking – die USA sind deutlich schlechter abgesichert.

China hat laut in dieser Woche veröffentlichten Daten der US-Regierung deutlich mehr Öl eingelagert als jedes andere Land. Die im vergangenen Jahr stark gewachsenen Reserven erweisen sich angesichts des aktuellen Ölschocks – ausgelöst durch die weitgehende Schließung der Straße von Hormus – als strategischer Vorteil, berichtete Axios .

China zählt zu den größten Profiteuren des Iran-Kriegs, vor allem aufgrund seiner energiepolitischen Positionierung, einschließlich seiner umfangreichen Ölreserven. Zudem kontrolliert das Land mehr als 70 Prozent der globalen Lieferketten für Solarenergie, Windkraft, Batterien und Elektrofahrzeuge. Diese Bereiche profitieren derzeit davon, dass importabhängige Länder verstärkt von Öl und Gas auf erneuerbare Energien umsteigen.

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„Der Krieg ist genau der Stresstest, auf den Pekings Energiestrategie ausgelegt war“, schrieb der Mitgründer und CEO von Axios , Jim VandeHei, kürzlich in einer Kolumne.

Der starke Ausbau der chinesischen Ölreserven im Jahr 2025 hatte laut einer Studie des Oxford Institute for Energy Studies mehrere Gründe: vergleichsweise niedrige Ölpreise infolge schwächerer Nachfrage, steigende geopolitische Risiken – etwa durch Sanktionen gegen wichtige Lieferanten wie Russland, Venezuela und Iran – sowie ein neues nationales Energiegesetz, das Unternehmen zu höheren Lagerbeständen verpflichtet.

Laut der US-Energieinformationsbehörde (EIA) stockte China im Jahr 2025 seine strategischen Ölvorräte täglich um durchschnittlich 1,1 Millionen Barrel Rohöl auf, sodass diese im Dezember einen Stand von fast 1,4 Milliarden Barrel erreichten.

Noch vor Ausbruch des Iran-Kriegs Ende Februar deuten vorläufige Regierungsdaten darauf hin, dass China seine Lagerbestände auch im laufenden Jahr weiter ausgebaut hat. Da Peking keine offiziellen Daten zu seinen Ölreserven veröffentlicht, basieren die Schätzungen auf Import-, Export- und Raffineriedaten sowie Informationen aus Drittquellen.

Die Internationale Energieagentur koordinierte am 11. März die bisher größte Freigabe von Ölreserven und stellte bis zu 400 Millionen Barrel bereit. China ist jedoch kein Mitglied der Organisation und beteiligte sich daher nicht an dieser Maßnahme.

Die strategische Reserve der USA mit einer Kapazität von rund 714 Millionen Barrel lag im Dezember bei etwa 413 Millionen Barrel und sank nach der Freigabe im März auf rund 409 Millionen. Damit liegt sie weiterhin deutlich unter ihrer maximalen Kapazität, nachdem sie 2022 infolge des Ukraine-Krieges stark abgebaut wurde. Eine Wiederauffüllung erfolgt nur schrittweise – auch weil auf niedrigere Preise gewartet wird.

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