Millionen Deutsche wissen nicht mehr, wie sie ihre Tankfüllung bezahlen sollen. Doch bei Caren Miosga verhöhnt die Chef-Wirtschaftsweise Monika Schnitzer die Pendler und die einfachen Bürger: Wer ein Auto hat, sei ohnehin nicht arm. Man könne ja einfach den Urlaub streichen oder weniger Pullover kaufen!
Die Spritpreise explodieren, die Inflation frisst das hart Ersparte auf, und unzählige arbeitende Deutsche verzweifeln an den Zapfsäulen. Doch während die Bürger um ihre wirtschaftliche Existenz kämpfen, zeigt sich einmal mehr, wie meilenweit die sogenannten Spitzen-„Experten“ der Regierung von der Lebensrealität im Land entfernt sind. Die Vorsitzende der „Wirtschaftsweisen“, Professorin Monika Schnitzer, lieferte am Sonntagabend im ARD-Talk Caren Miosga ein Paradebeispiel für die grenzenlose Arroganz der „Eliten“ im Land. Ihr Thema: Hohe Preise und wenig Zuversicht. Ihre Botschaft an die Menschen im Land: Stellt euch nicht so an!
Schnitzer, die als Professorin und Regierungsberaterin von Steuergeldern lebt (und das nicht schlecht – in den sozialen Netzen recherchierten wütende User, dass allein ihre Schuhe in der Sendung mit über 400 Euro zu Buche geschlagen haben dürften), wischt die Existenzängste von Millionen Deutschen einfach beiseite. Nur die wenigsten Menschen seien von den massiv gestiegenen Spritpreisen wirklich betroffen, behauptete sie. Ihr unglaubliches Argument: „Wer Auto fährt, kann sich schon mal zumindest ein Auto leisten. Das heißt, wir reden hier nicht über die Allerärmsten.“
Für die Top-Verdienerin im GEZ-Studio sind 300 Euro Mehrkosten im halben Jahr eine Lappalie. „Das werden die allermeisten tragen können“, rechnete Schnitzer kühl vor. Was das für die Kassiererin, den Handwerker oder die Pflegekraft auf dem Land bedeutet, die ohne Auto gar nicht erst zu ihrer Schicht kommen, ist der Professorin völlig egal. Ihr scheint es völlig zu entgehen, dass ein nicht unerheblicher Teil der Bürger beispielsweise nicht einmal genügend Ersparnisse hat, um eine defekte Waschmaschine austauschen zu können, oder dringend benötigte Reparaturen am Auto so nebenbei durchführen zu lassen.
Und wenn einem normalen Arbeitnehmer am Ende des Monats dann doch das Geld ausgeht? Dann hat die hochbezahlte Beraterin des Wirtschaftsministeriums den ultimativen Marie-Antoinette-Ratschlag parat. Wer wegen der Rekord-Spritpreise in Not gerät, soll gefälligst verzichten: „Vielleicht fahren sie dann zwei Tage weniger in den Urlaub, vielleicht kaufen sie sich den einen oder anderen Pullover weniger.“ Die kleinen Freuden des Lebens, für die man eigentlich jeden Tag aufsteht – ein Familienurlaub oder ein neues Kleidungsstück – sind für die Spitzenverdienerin (neben ihrem Professorengehalt erhält sie für ihren Job als Chef-Wirtschaftsweise rund 120.000 Euro pro Jahr plus Sitzungsgelder und Zusatzvergütungen) bedeutungslos. Wie viele Deutsche fahren eigentlich überhaupt noch in den Urlaub? Online ist die Wut über Schnitzers Aussagen immens. Keinerlei Bodenkontakt, keinerlei Berührungspunkte zum realen Leben der Bevölkerung – aber ganz viel zu predigen? Das kommt schlecht an.
Für eine Frau, die monatlich insgesamt wohl so zwischen 9.000 und 12.000 Euro netto zur Verfügung hat, sind 300 Euro Mehrkosten (und das ist nur die Tankfüllung, die sonstigen Kostensteigerungen in den Lieferketten sind da noch nicht einmal inkludiert) ein Klacks. Doch für die Normalbürger in Deutschland, die schon in den vergangenen Jahren finanziell ausgeblutet wurden, ist jede weitere Erhöhung der Lebenshaltungskosten ein Schlag in die Magengrube.
Auch für den Mittelstand, das Rückgrat unserer Wirtschaft, verströmt Schnitzer nur die kalte Theorie nordkoreanischer Planwirtschaft. Als der CDU-Politiker Jens Spahn darauf hinweist, dass für kleine Transport- und Busunternehmen die Gewinnmargen komplett wegschmelzen, zuckt die Professorin nur mit den Schultern. Man stehe ja nicht im internationalen Wettbewerb. Die eiskalte Lösung der Wirtschaftsweisen: „Dann wird er seine Preise anheben müssen.“
Das Credo lautet mittlerweile augenscheinlich: Du lebst nur noch, um zu arbeiten. Der Bürger soll gefälligst dankbar sein, dass er den Weg zur Arbeit noch bezahlen darf, um mit seinem Lohn mit viel Glück gerade so die exorbitant gestiegenen Kosten für Miete, Heizung und Lebensmittel zu decken. Für den Rest, für Freude und Wohlstand, ist kein Platz mehr im „besten Deutschland aller Zeiten“.