Äußerungen des Virologen Christian Drosten zu Fragen der Medienpraxis haben eine Debatte über Mechanismen der Qualitätssicherung im Journalismus ausgelöst. In einem Interview sprach er sich dafür aus, stärker auf „berufsständische Qualitätssicherung“ in Bereichen wie Publizistik, Film oder Podcasts zu setzen. Dabei betonte er, es gehe nicht um direkten Druck oder staatliche Eingriffe, sondern um eine Art Filterwirkung innerhalb der jeweiligen Berufsgruppen selbst.

Selbstregulierung: Einengend?

Konkret stellte er die Überlegung in den Raum, dass Akteure innerhalb der Medienbranche eigenständig Kriterien entwickeln könnten, nach denen Inhalte bewertet und eingeordnet werden. Ziel sei es demnach, die Verlässlichkeit von Informationen zu stärken. Gleichzeitig regte er an, dass qualitativ geprüfte Informationsangebote unter Umständen auch finanziell unterstützt werden könnten, ohne dass dies zwingend durch direkte politische Steuerung erfolgen müsse.

Diese Vorschläge berühren einen sensiblen Bereich des Mediensystems. Formen der Selbstregulierung existieren bereits, etwa durch Pressekodizes oder institutionalisierte Gremien. Neu ist jedoch die Diskussion darüber, ob und in welchem Umfang solche Mechanismen ausgeweitet oder stärker institutionalisiert werden sollten. Dabei stellt sich die Frage, wie solche Filterprozesse konkret ausgestaltet würden und wer über die zugrunde liegenden Kriterien entscheidet.

In der medienwissenschaftlichen Einordnung wird darauf hingewiesen, dass jede Form von Vorauswahl oder Gewichtung von Inhalten – auch wenn sie aus dem System selbst heraus entsteht – Auswirkungen auf die Bandbreite öffentlich sichtbarer Positionen haben kann. In diesem Zusammenhang wird teilweise darauf verwiesen, dass solche Prozesse als eine Form indirekter Steuerung oder auch als Selbstbeschränkung innerhalb der Branche interpretiert werden können.





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