Von Thomas Rießinger.

Er versucht es immer wieder, aber er schafft es nicht.

Zu guter Politik ist Friedrich Merz nicht fähig, das hat man ihm bei BlackRock nicht beigebracht, und wenn er einmal eine brauchbare Idee hat, dann fallen ihm die Fahnenträger des unbeugsamen Sozialismus, Klingbeil und Bas, ungesäumt in den Rücken. Aber auch die Präsentation nach außen, der Kontakt mit den lästigen Wählern ist von überschaubarer Qualität, da man ihm erstens nach fast einem Jahr im Kanzleramt nicht einmal dann Glauben schenken mag, wenn er einen guten Morgen wünscht, und er zweitens nicht immer die allerbesten Auftritte zuwege bringt.

Nun hatte er vor wenigen Tagen wieder einmal eine Gelegenheit, dem staunenden Publikum seine Leistungen zu erklären: Es war der „Tag des Lokaljournalismus“ in Salzwedel, auf dem er sich unter dem schönen Titel „Bundeskanzler Merz im Bürgerdialog“ den Fragen der Anwesenden stellte – und nicht nur der Anwesenden, denn eine der schönsten Fragen stellte etwa in der neunzehnten Minute schriftlich ein Abwesender, ein Leser des Isenhagener Kreisblattes, der wissen wollte: „Was ist eigentlich für die Bürgerinnen und Bürger besser geworden, seit Sie Kanzler sind?“