Das Meinungsforschungsinstitut INSA hat vor einigen Tagen für „exxpress“ die politische Stimmung in Österreich erhoben. Die Umfrage wurde online vom 13. bis 16. April durchgeführt. Die Stichprobe umfasste 1.000 Personen ab 16 Jahren. Bei der Sonntagsfrage kommt Herbert Kickls FPÖ auf 38 Prozent und liegt damit weit voran. ÖVP und SPÖ schaffen nämlich jeweils gerade einmal 19 Prozent.
Von Eric Angerer
Im Vergleich dazu lag die FPÖ bei den letzten Nationalratswahlen (2024) bei knapp 29 Prozent, die ÖVP bei gut 26 Prozent und die SPÖ bei gut 21 Prozent. Damit gab es in der Wählergunst also in den vergangenen zwei Jahren vor allem eine starke Bewegung von den Christdemokraten zu den Blauen. Hier berichtet der Exxpress über das Ergebnis.
Wählerpotenziale
Die wirkliche Brisanz liegt jedoch in den unterschiedlichen Wählerpotenzialen. Laut INSA liegt das Gesamtpotenzial der FPÖ bei 48 Prozent. Nicht nur würden 38 Prozent derzeit die Freiheitlichen wählen – weitere 10 Prozent können sich das grundsätzlich vorstellen. Damit würde die FPÖ sogar in die Nähe einer absoluten Mehrheit kommen.
Das zusätzliche Potenzial der ÖVP beträgt weitere 19 Prozent. Selbst im optimalen Fall käme sie damit auf 38 Prozent. Das zusätzliche Potenzial der SPÖ liegt sogar nur bei 17 Prozent. Damit kommt sie insgesamt auf rund 36 Prozent – und bleibt beim Spielraum sogar noch hinter der ÖVP zurück.
Eine noch deutlichere Sprache sprechen die sicheren Wähler: Die FPÖ ist nicht nur die mit Abstand stärkste Kraft, sie verfügt auch über ein festes Wählerfundament, das ihre Konkurrenz weit hinter sich lässt. 31 Prozent der Befragten sind sich bereits sicher, die FPÖ zu wählen. Bei der ÖVP sind es nur 12 Prozent, bei der SPÖ sogar nur 11 Prozent.
Gründe: Islamisierung und Corona
Die FPÖ verfügt über einen authentischen Spitzenkandidaten. Er steht zu seinen Grundsätzen und Zielen und schielt nicht auf kurzfristige Effekte. Er verweigert eine Anbiederung an die Systemparteien und die Systemmedien und wirkt deshalb auf die Bevölkerung glaubwürdig.
Vor allem aber verfügt die FPÖ in der politischen Auseinandersetzung über einige Alleinstellungsmerkmale. Das Wichtigste ist die Frage von Massenzuwanderung und Islamisierung. Die Mehrheit der Bevölkerung lehnt das ab, und immer mehr Menschen verstehen, dass den Lippenbekenntnissen der ÖVP nicht zu trauen ist und ein Stopp und eine partielle Rückabwicklung dieser Entwicklung nur mit der FPÖ möglich werden.
Dazu kommen die Erfahrungen mit dem totalitären Corona-Regime. 26 Prozent der erwachsenen Österreicher haben die Gen-Injektionen verweigert, und für sie war die FPÖ die einzige Partei, die ihre Rechte verteidigt hat. Dazu kommen viele weitere, die dem System den durch beruflichen oder sozialen Druck erzwungenen Eingriff in ihre körperliche Integrität nicht so leicht verzeihen werden.
Gründe: Energiepolitik und Neutralität
Zusätzlich ist die FPÖ die einzige Partei, die zumindest auf Bundesebene bei der Klimareligion und der daraus folgenden irrwitzigen Energiepolitik nicht mitzieht (auf Landesebene schaut es teilweise anders aus). Und die FPÖ ist die einzige Partei, die – so wie die Mehrheit der Österreicher – die österreichische Neutralität gegen die NATO-Ambitionen und den proukrainischen Fanatismus insbesondere der Außenministerin verteidigt.
Aufgrund dieser Themenlage hat die FPÖ durchaus das Potenzial, ihre Zustimmungswerte bei der Sonntagsfrage weiter auszubauen. Die Anfeindungen des Systems dürften immer weniger Wirkung zeigen. Eine absolute Mehrheit ist aus heutiger Sicht unwahrscheinlich, aber eine Überschreitung der symbolträchtigen 40-Prozent-Marke scheint bei fortgesetzter Dynamik durchaus möglich.