Von Thomas Rießinger.

Am 18. April fanden in verschiedenen deutschen Städten Demonstrationen statt, mit deren Hilfe den sogenannten Erneuerbaren Energien ein wenig auf die Sprünge geholfen werden sollte. Man stößt netzweit auf verschiedene Videos, die dieses bedeutende Großereignis dokumentieren, und zwei ganz besonders deutliche will ich hier kurz präsentieren. Ich werde nur ein wenig kommentieren, die Ausschnitte sprechen für sich.

Das erste Video zeigt die allseits beliebte und vielseitig begabte Katharina Schulze, ihres Zeichens Fraktionsvorsitzende der Partei des infantilen Totalitarismus, die man auch als Grüne bezeichnet, im bayerischen Landtag. Dass sie inzwischen den Kinderschuhen entwachsen ist und immerhin 40, bald sogar 41 Lenze zählt, hat sie nicht daran gehindert, sich eine gewisse unbekümmerte Kindlichkeit zu bewahren, die sie während der Münchner Demonstration eindrucksvoll unter Beweis gestellt hat. Man kann sich den kognitiv bedeutsamsten Teil ihres dortigen Wirkens ansehen, er wurde im Video festgehalten.

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Schulze steht bei strahlendem Sonnenschein auf einem Balkon und versucht, das Strahlen der Sonne mit ihrem eigenen zu überbieten, denn schließlich blickt sie in eine Kamera, und ruft voller Begeisterung „Bayern braucht die …“ ins Mikrophon, das sie anschließend in Richtung der begeisterten Menge hält, die treu und brav „Freiheitsenergie!“ skandiert. So ist das also. Bayern braucht die Freiheitsenergie, und das heißt: die sogenannte Erneuerbare Energie, um frei zu werden von gesicherter Energieversorgung zu vertretbaren Preisen. Vielleicht hat sie noch nicht mitbekommen, dass die Sonne nicht immer so schön scheint wie am Tag ihrer Demonstration.

Mitstreiter hatte sie aber offenbar in stattlicher Zahl, und das gilt auch für ihre Schwester im Geiste Luisa Neubauer. Die trieb sich in Berlin herum und zeigte ihre Verzückung auf einem eigens erstellten Video, mit dem sie den Erfolg der Aktion bejubelte.

Die Sonne schien auch in Berlin, man kann es nicht leugnen, und Neubauer war ähnlich euphorisiert wie Schulze. Sie hat allerdings etwas mehr mitzuteilen als die Fraktionsvorsitzende: „Wir sind über 20.000 Menschen in Berlin, über 80.000 in ganz Deutschland, die Sonne und Wind in das Land lassen, komme, was wolle, auch gegen die fossilste aller Wirtschaftsministerinnen. Die Leute sind am Start, die sind da, die haben keinen Bock mehr auf die fossilen Märchenerzählungen, auf immer mehr Abhängigkeiten von Putin und Trump. Und wir machen die Energiewende, wir machen sie gerecht, wir machen sie dezentral, demokratisch und europäisch, am liebsten mit der Regierung, aber im Zweifel auch eben gegen die Regierung.“

Jetzt wissen wir es genau. 80.000 Menschen wollen Sonne und Wind in das Land lassen. Sind die anderen etwa dagegen? Wollen sie Sonne und Wind aus dem Land ausschließen, und wenn ja: mit welchen Methoden? Aber die 80.000 Erleuchteten haben jedenfalls „keinen Bock mehr auf fossile Märchenerzählungen“, sie hören sich lieber grüne Märchengeschichten an, wie zum Beispiel, dass man mit Sonne und Wind, sofern man sie denn „in das Land lassen“ will, den Energiebedarf eben dieses Landes überall und zu jeder Zeit abdecken kann. So ganz hat es sich bei dieser Sekte noch nicht herumgesprochen, dass es Zeiten gibt, zu denen nicht nur der Wind nicht scheint und die Sonne nicht weht – das würden sie vielleicht noch zugeben – sondern auch der Wind nicht weht und die Sonne nicht scheint, was die „fossilste aller Wirtschaftsministerinnen“ – wie misst man eigentlich den Fossilitätsgrad einer Wirtschaftsministerin? – allem Anschein nach verstanden hat.

Wichtig ist jedoch, dass „wir“ die Energiewende machen, „am liebsten mit der Regierung, aber im Zweifel auch eben gegen die Regierung“. Wir nehmen zur Kenntnis, dass Neubauer sich anschickt, ihre Vorstellung von Energiepolitik auch gegen jedwede Regierung durchzusetzen. Soll es einen Putsch geben? Will sie persönlich ins Kanzleramt marschieren und Friedrich Merz absetzen? Mit seinem politischen Abtreten könnte ich problemlos leben; wenn allerdings Leute wie Neubauer an seine Stelle treten, würde man sich an ihn später wohl als an den Kanzler der guten alten Zeiten erinnern.

Zwei Protagonisten der schönen neuen Welt.

Deutschland geht es jetzt schon schlecht.

Aber man kann es dem Abgrund immer noch ein Stückchen näher rücken.

Der Autor:

Thomas Rießinger ist promovierter Mathematiker und ehemaliger Professor für Mathematik und Informatik. Er publiziert Fachbücher, philosophische Aufsätze und Beiträge zur Unterhaltungsmathematik.
Bild: Symbolbild/KI/Grok





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