Volle Terminkalender, zahlreiche Verpflichtungen. In der heutigen Zeit bleibt manchmal nur wenig Raum, Luft zu holen. Doch wenn sich der Vorhang für Shen Yun öffnet, verblassen Alltagssorgen und die Zuschauer tauchen ein in eine Welt voller Mythen und Legenden.
Bevor die Naturwissenschaftlerin die Luft- und Raumfahrt zu ihrem Hauptberuf kürte, studierte sie Philosophie, Literatur und Publizistik. Danach arbeitete sie viele Jahre als Kulturredakteurin für das Fernsehen. Nach Shen Yun fühlte sie sich inspiriert.
„Im ersten Moment habe ich gedacht, das wäre wie eine Geschichte, wie eine Schöpfung. Und eigentlich bräuchten wir mehr davon … eigentlich geht es wirklich darum, dass wir mit dem Himmlischen seelisch verbunden sind. Das geht uns hier in der heutigen Zeit leider auch sehr verloren“, sagte die Unternehmerin nach der Aufführung.
„Wir sind alle so hektisch. Wir haben immer nur Terminplan, To-do-Listen und Uhrzeiten, auf die wir gucken müssen … wer glaubt denn heutzutage noch an himmlische Helfer? Die wenigsten Menschen. Ich glaube aber, dass es diese himmlischen Helfer gibt. Ja, vielleicht sind sie wirklich da.“
Besonders gefiel ihr die Verbindung zwischen der Musik und Spiritualität. Denn in zahlreichen Tanzgeschichten ging es um Mythologie, Gottheiten und himmlische Welten – kein Wunder, denn Shen Yun hat es sich zur Aufgabe gemacht, die 5.000 Jahre alte chinesische traditionelle Kultur wiederzubeleben.
„Das hat mir sehr gut gefallen und mich daran erinnert, dass wir das auch mehr erleben sollten“, so die Unternehmerin, beispielsweise in Bezug auf die Werte, bei denen es um das menschliche Miteinander geht. „Was sehr typisch ist: wie man sich zu Menschen verhält, die ärmer sind, dass man sie in unserer Gesellschaft nicht akzeptiert und belächelt.“
Auch die Tanzgeschichte mit dem Pfirsichbaum erwähnte sie lobend. Das Fazit: Man erntet, was man sät. „Das war sehr schön dargestellt, nach dem Motto: Wenn du gut zu jemandem bist, der deine Hilfe braucht, dann wird es irgendwann in dein Leben zurückkommen. Wenn du aber überheblich bist und die Menschen mit Füßen trittst, die deine Hilfe brauchen, dann wird das Göttliche dir auch irgendwann übel einschenken“, so Henschel.
Das sei etwas, das in heutiger Zeit immer mehr in Vergessenheit gerate. „Wir denken immer, wir können alles, wir sind toll, wir sind großartig. Wir vergessen oft die Menschen, die im Schatten stehen.“
Dabei handele es sich nicht nur um chinesische Werte, sondern universelle, die man auch in der Philosophie und Religion antreffe – Werte, die das Menschsein ausmachen.
„Deshalb hoffe ich, dass es die Menschen auch wieder inspiriert“, äußerte Henschel, das sei für die heutige Gesellschaft sehr wichtig.
Dass Shen Yun Menschen inspiriert, steht für sie außer Frage. Das Engagement der Künstler sei deutlich zu spüren – „mit ihrem tollen Tanz, mit unglaublich viel sportlicher Leistung auch. Ich glaube, diese Kombination aus diesen eigentlichen Werten des Menschseins und dieser Farbenpracht und Freude, das macht eigentlich diese Show so richtig großartig.“
Die von Shen Yun präsentierte „göttliche Schönheit“, wie der Name besagt, sei auch ins Publikum übergeschwappt. „Das ist mir in meinem persönlichen Leben sowieso sehr wichtig und deshalb hat mich das sehr angesprochen.“
Bevor sie ging, dankte sie ihrem Mann für diesen wundervollen Abend. Er hatte ihr die Eintrittskarte geschenkt, weil er weiß, „dass ich sehr stark mit China verbunden bin“, so Henschel. „Die Show hat mir ausgezeichnet gefallen. Die Farben, der Tanz, die Choreografie, die Kultur, alles wunderschön.“
Tourneeplan in Europa
Bis Anfang Mai 2026 gastiert Shen Yun in Europa. Hier ein Überblick über die verbleibenden Termine in Deutschland:
| Deutschland | |
| 2.–4. Mai 2026 | Frankfurt am Main |