Führende internationale Medien haben von der israelischen Regierung mehr als zweieinhalb Jahre nach dem Hamas-Überfall auf Israel und dem dadurch ausgelösten Krieg im Gazastreifen Zugang zu dem Palästinensergebiet gefordert.
Seit „mehr als 930 Tagen“ habe Israel unabhängigen ausländischen Berichterstattern den Zutritt zu dem Küstengebiet verwehrt, hieß es in einem am Donnerstag, 30. April veröffentlichten offenen Brief internationaler Medien, darunter die Nachrichtenagentur AFP. Es sei „an der Zeit, die Verzögerungen zu beenden“.
31 internationale Medien fordern Zugang zum Gazastreifen
Der Brief wurde von der Organisation der Auslandspresse in Israel (FPA) veröffentlicht, den die Chefredaktionen von 31 internationalen Medien unterzeichneten, darunter neben AFP die Nachrichtenagenturen AP und Reuters.
Auch die renommierten Zeitungen „New York Times“, „Washington Post“ und „Le Monde“ sowie die BBC gehören zu den Unterzeichnern.
Seit dem Hamas-Überfall und dem dadurch ausgelösten Krieg gegen die islamistische Palästinenserorganisation hat die israelische Regierung ausländischen Journalisten die unabhängige Einreise in das abgeriegelte Gebiet untersagt.
Internationale Journalisten durften den Gazastreifen seit Oktober 2023 nur vereinzelt und in Begleitung der israelischen Armee betreten.
Medien kritisieren Zugangsbeschränkungen trotz Waffenruhe
Journalisten stießen in jedem Konflikt „auf Einschränkungen beim Zugang zu Kriegsgebieten“, hieß es in dem Schreiben weiter. Seit Kriegsbeginn habe Israel „verschiedene Gründe für die Aufrechterhaltung der Sperrung angeführt“, darunter die Gefährdung von Soldaten und Journalisten.
Doch nun seien „die schwersten Kämpfe vorbei, und es herrscht eine Waffenruhe“, erklärten die Unterzeichner.
Überdies wurde kritisiert, dass die israelischen Behörden nicht auf Anfragen nach Zugang und Dialog reagiert hätten. Auch eine von der FPA vor Israels Oberstem Gericht eingereichte Petition sei unbeantwortet geblieben.
Die islamistische Palästinenserorganisation Hamas und ihre Verbündeten hatten mit ihrem Überfall auf Israel am 7. Oktober 2023 den Krieg im Gazastreifen ausgelöst.
Krieg nach 7. Oktober – Waffenruhe bleibt fragil
Bei Massakern an dem Tag töteten die Islamisten 1221 Menschen, 251 Opfer verschleppten sie als Geiseln in den Gazastreifen. Israel startete daraufhin eine Militäroffensive im Gazastreifen.
In den zwei sich anschließenden Kriegsjahren wurden nach Hamas-Angaben mehr als 70.000 Palästinenser getötet.
Seit dem 10. Oktober gilt zwischen Israel und der Hamas eine Waffenruhe. Beide Seiten werfen sich immer wieder Verstöße vor. Im Januar hatten die USA mitgeteilt, dass die Waffenruhe im Zuge eines von Präsident Donald Trump vermittelten Friedensplans in ihre zweite Phase eingetreten sei.
Diese Phase sieht vor, dass die Hamas ihre Waffen abgibt, um erneute Massaker wie das vom 7. Oktober auszuschließen. Bisher ist dies aber nicht geschehen. (afp/red)