Mundus vult decipi – der Satz ist 500 Jahre alt und aktueller denn je – die Welt will betrogen sein. Diese alte Weisheit kam mir sofort in den Sinn, als ich bei „Focus Online“ einen Artikel las mit der Überschrift: „Liebe auf den ersten Blick“: Markus Söders Frau Karin spricht über ihr Eheglück.

Eins vorweg: Ich bin der festen Auffassung, dass das Privatleben von Politikern und Prominenten privat zu bleiben hat. Solange sie es nicht selbst in die Öffentlichkeit zerren. So wie Söder es hier tut. Und nur deshalb schreibe ich diesen Text. Und schreibe darüber, worüber ich nie schreiben wollte: Dass ich vor einigen Jahren aus seinem Umfeld sehr unappetitliche Nachrichten über sein Privatleben zugetragen bekam. Und mir eine zweite Quelle das bestätigte – eigentlich genug für einen Journalisten, um zu schreiben. Aber ich sagte mir: privat ist privat. Punkt. Auch bei Markus Söder, dem sein Ex-Chef Horst Seehofer eine Neigung zu „Schmutzeleien“ und „maßlosen Ehrgeiz“ bescheinigte (siehe hier).

Über Söders Privatleben werden in einschlägigen Kreisen Dinge erzählt, bei denen mir das Wort „Eheglück“ im Halse stecken bleibt – Dinge, die ich hier nicht wiederholen will, und zwar aus Überzeugung, nicht aus Feigheit. Wenn sich also nun ausgerechnet dieser Söder als treusorgender Ehemann in einer perfekt harmonierenden Ehe inszeniert bzw. dazu seine Frau an die vordere Front schickt, dann ist das einfach zu viel, als dass man schweigen könnte.