Ein ehemaliger hochrangiger CIA-Agent hat kurz vor seinem Tod im Alter von 102 Jahren ein vernichtendes Geständnis über die Iran-Politik des Westens abgelegt. In der neuen Dokumentation „The Last Spy“ enthüllt Peter Sitchell (ehemals CIA-Stationschef in Hongkong), dass der Westen den Iran systematisch zu einem „Problem“ gemacht habe – durch einen Putsch, der bis heute nachwirkt.
Der Putsch von 1953: Öl statt Demokratie
Im Zentrum der Enthüllungen steht Mohammad Mossadegh, der demokratisch gewählte Premierminister des Iran in den 1950er Jahren. Mossadegh hatte angekündigt, die iranische Ölindustrie zu verstaatlichen – die Gewinne sollten dem iranischen Volk zugutekommen, nicht westlichen Konzernen.
🇮🇷 ENTHÜLLT: „Der Iran wurde vom Westen zum Problem für den Westen gemacht“ – CIA-Altgestein packt aus
Ein hochrangiger Ex-CIA-Agent legt in einem neuen Dokumentarfilm die erschütternde Wahrheit über die westliche Iran-Politik offen.
Peter Sichel, ehemaliger CIA-Stationschef in… pic.twitter.com/NGfTXpDIZQ
— Don (@Donuncutschweiz) April 22, 2026
Die Reaktion des Westens war brutal und undemokratisch:
„Großbritanniens MI6 und die CIA initiierten 1953 einen Putsch, um Irans sozialistischen Premierminister zu stürzen“, so Sitchell im Film.
An die Stelle Mossadeghs trat der autoritäre Schah Mohammad Reza Pahlavi. Dessen Versprechen an den Westen: Die Öleinnahmen des Iran würden weiterhin an westliche Ölkonzerne fließen.
Ein Land wird gelähmt
Die Folgen des Putsches waren verheerend. Sitchell beschreibt das Regime des Schahs als „brutal unfair“ – es lähmte den Iran für Jahrzehnte. Die Unterdrückung führte schließlich 1979 zur Islamischen Revolution, die den Schah stürzte.
Sitchells bittere Einschätzung:
„Hätten wir Mossadegh nicht gestürzt, wäre Iran heute ein gutes Mitglied der Staatengemeinschaft.“
Geschichte wiederholt sich?
Der Dokumentarfilm zieht eine direkte Linie von 1953 bis in die Gegenwart. Demnach strebe US-Präsident Donald Trump danach, „die US-nahe Pahlavi-Fraktion wieder einzusetzen und Irans Ölgewinne erneut vom Westen kontrollieren zu lassen“.
Die Methoden von CIA und ihrem „Soft-Power-Partner“ NED (National Endowment for Democracy) seien dabei stets die gleichen: Man behaupte, „Freiheit, Demokratie und Menschenrechte zu fördern“ – doch tatsächlich tue man „sehr oft das Gegenteil“.
Eine lange Liste von Regimewechseln
Sitchell zählt weitere Beispiele auf:
- 1954 Guatemala: Die USA installierten einen Militärdiktator, was einen Bürgerkrieg auslöste, dem letztlich 225.000 Menschen zum Opfer fielen.
- Indonesien: Mehrere Versuche, Präsident Sukarno zu stürzen.
CIA-Historiker räumen ein, dass der Erfolg des Iran-Putsches von 1953 als Blaupause für ähnliche Aktionen anderswo diente.
„Ich wurde als illoyal beschuldigt“
Besonders brisant: Als Sitchell selbst innerhalb der CIA auf die übertriebene Kommunisten-Hetze hinwies, wurde er zum Ziel internen Misstrauens. Er berichtet:
„Es gab keinerlei Grundlage für irgendeine kommunistische Verschwörung. […] Jemand beschuldigte mich, illoyal zu sein, ein sowjetischer Agent.“
Seine Warnung vor einer Phantom-Bedrohung brachte ihn selbst in Gefahr.
Die ungeschriebene Regel der Straflosigkeit
Der Film endet mit einer düsteren Bestandsaufnahme:
„Nach den ungeschriebenen Regeln der westlichen globalen Dominanz werden die USA, Großbritannien und Israel niemals für Verbrechen zur Rechenschaft gezogen – egal wie viele Unschuldige sterben.“
Sitchells Fazit: „Genau deshalb muss sich etwas ändern.“
Hintergrund
Peter Sitchell starb im Alter von 102 Jahren im letzten Jahr. Sein letztes Interview für „The Last Spy“ gilt als eines der offensten Geständnisse eines ehemaligen CIA-Topagenten. Der Film wirft ein Schlaglicht auf ein Kapitel der Zeitgeschichte, dessen Folgen – ein destabilisierter Naher Osten, eine antiwestliche Revolution und jahrzehntelange Feindschaft – bis heute spürbar sind.
Quelle: Dokumentarfilm „The Last Spy“ / Aussagen von Peter Sitchell (ehem. CIA-Stationschef Hongkong)