Die „Freie Presse“-Mediengruppe versammelt Entscheider und Fachleute. Neben Austauschformaten zu Transformation, Medien und Unternehmensentwicklung gibt es exklusive Einblicke in Redaktion und Marketing. Außerdem auf dem Programm: eine Premiere. Hier die ersten Eindrücke.

Chemnitz.

Volles Haus im Kraftverkehr Chemnitz: 550 Menschen haben sich in der ehemaligen Halle des VEB Kraftverkehr Karl-Marx-Stadt zusammengefunden, um unter dem Motto „Zukunft. Machen wir hier“ zu diskutieren und Netzwerke zu spannen. Das Event „Next Level Media“ der „Freie Presse“-Mediengruppe ist ausgebucht.

(Nicht nur) Kundinnen und Kunden und Partner der „Freie Presse“-Mediengruppe beteiligen sich an der Veranstaltung.

(Nicht nur) Kundinnen und Kunden und Partner der „Freie Presse“-Mediengruppe beteiligen sich an der Veranstaltung.

Foto: Ulf Dahl

Was auf dem Programm steht: Eine offene Diskussionsrunde mit Sachsens Wirtschaftsminister Dirk Panter (SPD), dem Vorsitzenden des Industrievereins Sachsen, Martin Dix, und dem Chef des Spezial-Karosseriebauers Indikar in Wilkau-Haßlau, Ronald Gerschewski. Das Thema: „Industrieller Niedergang oder Pionierstandort – Wie sieht Sachsens Zukunft aus?“

Premiere: „Science Fiction Made in Chemnitz“

Die MDR-Moderatorin und ehemalige Eisschnellläuferin Franziska Schenk begrüßte die Gäste.

Die MDR-Moderatorin und ehemalige Eisschnellläuferin Franziska Schenk begrüßte die Gäste.

Foto: Ulf Dahl

Stichwort Zukunft: Am Nachmittag wird es in Chemnitz eine Premiere geben, es geht um das autonome Fahren. Moderatorin Franziska Schenk – die ehemalige Eisschnellläuferin und MDR-Journalistin führt durch das Programm – sagte dazu: „Das ist Science-Fiction made in Chemnitz.“

Die Business-Veranstaltung im „Kraftverkehr“ ist ausgebucht.

Die Business-Veranstaltung im „Kraftverkehr“ ist ausgebucht.

Foto: Ulf Dahl

Durch alle Programmpunkte zieht sich das Thema Digitalisierung und KI. Passend dazu hat die „Freie Presse“ im Vorfeld mit dem Bundesminister für Digitalisierung und Staatsmodernisierung, Karsten Wildberger, gesprochen. Er kündigte eine deutschlandweite Digitalplattform für die Verwaltung an und ließ erkennen, dass Südwestsachsen als Modellregion für eine weitgehend digitalisierte Verwaltung dienen könnte.

Leichtathletik-Weltmeisterin: Man muss wissen, was man will

Ist Erfolg ein Sprint oder ein Marathon? Die 400-Meter sind jedenfalls die längste und für viele die anstrengendste Sprint-Disziplin der Leichtathletik. Anja Rücker, mit 13 Jahren erstmals DDR-Meisterin und als Erwachsene Weltmeisterin in der 4×400-Meter-Staffel, erzählte von ihrem Weg. Von dem Mut, sich nach dem sportlichen Staffel-Erfolg mit einer neuen Trainerin neu zu starten und schließlich den Weltmeistertitel und den bis heute gültigen deutschen Rekord auf der 400-Meter-Einzelstrecke zu erreichen. Heute will sie ihre Erfahrungen an Unternehmerinnen und Unternehmer weitergeben. Sie wirbt für Mut und Klarheit: „Viele Menschen sich nicht darüber im Klaren, was sie im Leben wollen.“

Dateninformierter Journalismus: Was funktioniert?

Daniel Daum präsentierte das neue Stadtmagazin Zwickau.

Daniel Daum präsentierte das neue Stadtmagazin Zwickau.

Foto: Ulf Dahl

Einen Blick in den „Maschinenraum“ von „Freie Presse“ und „Blick“ ermöglichte Daniel Daum, der Geschäftsführer der Mediengruppe. Er betonte, dass das regionale Medium inzwischen 2,2 Millionen Online-Nutzer erreicht und mit manchen Inhalten ein Publikum weit jenseits des Verbreitungsgebiets anspricht. Wie sind die 32.000 Digitalabos im Jahr 2025 gelungen? Daniel Daum: „Wir lieben Daten.“ Aber auch Papier sei nicht tot, sagte er und präsentierte das neue Magazin „Zwickau – Stadt mit Ecken und Kanten.“

Werkstattbericht: Das neue WE-Magazin

Anne Lena Mösken, stellvertretende Chefredakteurin der „Freien Presse“, erzählte von der Entstehung des WE-Magazins. Foto:

Anne Lena Mösken, stellvertretende Chefredakteurin der „Freien Presse“, erzählte von der Entstehung des WE-Magazins. Foto:

Bild: Ulf Dahl

Datenbasiert argumentierte auch Anne Lena Mösken, stellvertretende Chefredakteurin der „Freien Presse“: 84 Prozent der Menschen interessieren sich laut Studien für Nachrichten aus ihrer Region, 60 Prozent vertrauen regionalen Medien. Grund genug für die „Freie Presse“, ein neues Wochenend-Magazin (print und online) herauszubringen. Vom Gesundheitscheck über die leeren Chemnitzer Stadtkassen nach dem Kulturhauptstadt-Jahr bis hin zu Prominenten aus Ostdeutschland, die etwas zu sagen haben: Das WE-Magazin ist wichtiger Teil der Zukunftsstrategie der „Freien Presse“.

Lokale Relevanz gegen Tech-Konzerne

Next Level Local: Alexander Rausch-Arnold (links) und Matthias Greiner (Head of Publisher Traffective) sprachen über Veränderungen auf dem Werbemarkt.

Next Level Local: Alexander Rausch-Arnold (links) und Matthias Greiner (Head of Publisher Traffective) sprachen über Veränderungen auf dem Werbemarkt.

Foto: Ulf Dahl

Transformation erlebt auch „Next Level Media“ selbst – die Werbeprofis der „Freie Presse“-Mediengruppe gaben auf der Hauptbühne Einblicke. CEO Alexander Rauscher-Arnold tauschte sich mit Matthias Greiner aus, Spezialist für digitale Werbung bei „Traffective by Showheroes“. Rauscher-Arnold erklärte, dass sich der regionale Werbemarkt längst weiterentwickelt habe von Anzeigen und Beilagen: „Wir verstehen uns als 360-Grad-Lösungsanbieter.“ Der Kunde verlange vor allem Beratung und Messbarkeit. Greiner verwies auf die Kernkompetenz der Mediengruppe: „Ihr seid vor Ort, ihr habt Qualitätsjournalismus.“ Diese lokale Relevanz sei auch die Chance, um im Wettbewerb gegen große US-amerikanische Tech-Plattformen zu bestehen.

„Speaker Corner“ zur Energiewende in Chemnitz

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnten zwischen drei Aktionsflächen wählen. Im „Speaker Corner“ ging es zum Beispiel darum, wie der Energieversorger Eins Energie den Weg zur Klimaneutralität schaffen will. Dabei lag der Fokus auf der Fernwärmeversorgung und der geplanten Anschlussleitung zum Wasserstoffkernetz. Wie kann die Umstellung der Erdgasnetze auf Wasserstoff gelingen, wie bringt man Versorgungssicherheit und Bezahlbarkeit in Einklang? Darum ging es in der anschließenden Diskussion.

Sächsischer Humor von @schnappatmig

Einblick ins „Speaker Corner“: Dr. Reik Liebmann von der Eins Energie informierte über den Weg zur Klimaneutralität.

Einblick ins „Speaker Corner“: Dr. Reik Liebmann von der Eins Energie informierte über den Weg zur Klimaneutralität.

Foto: Ulf Dahl

Tina Goldschmidt, Video Creator und Comedienne, gab Tipps aus ihrem Arbeitsalltag.

Tina Goldschmidt, Video Creator und Comedienne, gab Tipps aus ihrem Arbeitsalltag.

Foto: Ulf Dahl

Humor aus Sachsen – das geht auch so, dass es digital und bei jungen Zielgruppen funktioniert. Tina Goldschmidt, die als @schnappatmig eine knappe Viertelmillion Follower allein auf Instagram hat, macht es vor. Auf der Next-Level-Media-Hauptbühne zeigte die studierte Soziologin anschaulich und offen, wie sie ihre Reichweite – bei Instagram monatlich zuletzt gut sechs Millionen Aufrufe – vermarktet. Wie macht man einen professionellen Social-Media-Clip? Was erwarten Unternehmen, die ein Produkt über Goldschmidt bewerben wollen? Wie viel Geld lässt sich damit verdienen? Wie geht sie mit Hasskommentaren um?

Transformation bei Falke: mehr als nur Socken

Martin Winkler, CEO des Familienunternehmens Falke, eröffnete das Businesstreffen im Chemnitzer Kraftverkehr.

Martin Winkler, CEO des Familienunternehmens Falke, eröffnete das Businesstreffen im Chemnitzer Kraftverkehr.

Foto: Ulf Dahl

Martin Winkler, seit 2017 CEO des Familienunternehmens Falke mit Sitz im Sauerland, gab Einblicke in die Transformation des Unternehmens. Schnell wurde klar, dass es in seinem Vortrag nicht „nur um Socken“ geht, sondern um Themen, die auch mittelständische Unternehmen in Südwestsachsen bewegen: stockende Innovationen, Veränderungen in den Vertriebswegen, wobei bei Falke vor allem das Sterben der großen Warenhausketten wie Karstadt und die zunehmende Leere in den Fußgängerzonen eine Rolle spielten.

Er nannte Erfolgsrezepte: „Wir müssen eine lernende Organisation sein und wir müssen datengetrieben Entscheidungen treffen.“ Wichtig seien Wertschätzung und Kommunikation mit der Eigentümerfamilie und den Mitarbeitern: „Reden, reden, reden.“ Gleichzeitig dürfe man, bei aller Veränderung, nicht die Zielgruppe und den eigenen Markenkern vergessen. Für Falke heiße das: „Wir sind Handwerker.“

Inzwischen, so Winkler, verdient Falke ein Drittel seines Umsatzes digital, hat weltweit mehr als 100 eigene Läden, etwa in Dubai oder Kuwait. Obwohl diese Weltregion vom Nahost-Krieg betroffen ist, schätzt Winkler das Unternehmen als robust ein und rechnet für die kommenden Jahre mit einem stetigen Wachstum. Ein Vorbild für sächsische Mittelständler in der Transformation? Martin Winkler sprach die Menschen im Publikum, die unternehmerische Verantwortung tragen, direkt an. Eine stringente Führung sei wichtig: „Ich schaue mir jeden einzelnen Vertriebskanal an, gehe tief in die Daten rein. Die Verantwortlichen aus den Abteilungen müssen mir alles genau erklären.“ (eva/mit sas)



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