Am späten 21. April läuft die zwischen Washington und Teheran vereinbarte zweiwöchige Waffenruhe aus. Trump kündigte an, dem Iran einen „vernünftigen Deal“ anzubieten. Pakistan bereitet sich auf die nächste Gesprächsrunde vor – obwohl noch unklar ist, ob der Iran teilnimmt.

Pakistan, Ägypten und die Türkei bemühen sich darum, eine dauerhafte Friedenslösung zu finden. Die Anstrengungen werden durch die erneute iranische Sperrung der Straße von Hormus erschwert.

 

Die Entwicklungen im Nahen Osten am 20. April:

 

Pakistan bereitet sich auf Gespräche vor

In Islamabad laufen die Vorbereitungen für eine neue Verhandlungsrunde zwischen den USA und dem Iran. Sicherheitsvorkehrungen werden sichtbar: Die „Rote Zone“ mit Botschaften und Regierungsgebäuden, in der bereits die erste Gesprächsrunde stattfand, wurde wieder abgesperrt.

Seitens der pakistanischen Regierung wurde offiziell noch nichts zu neuen Verhandlungen in Islamabad mitgeteilt. Kurz nach Trumps Ankündigung neuer Gespräche hatte das Außenministerium mitgeteilt, Ressortchef Ishaq Dar habe in einem Telefonat mit seinem iranischen Kollegen Abbas Araghchi betont, ein kontinuierlicher Dialog sei entscheidend, um die Spannungen rasch zu entschärfen und Frieden in der Region zu fördern.

Sicherheitskräfte sichern am 20. April 2026 einen Kontrollpunkt in der Nähe des Serena Hotels im sogenannten „Red Zone“-Gebiet in Islamabad. Hier werden wieder die Friedensgespräche USA-Iran stattfinden.

Foto: Aamir Qureshi/AFP via Getty Images

CENTCOM veröffentlicht Video zur Übernahme des iranischen Handelsschiffes Touska

Das US-Marinekommando für den Nahen Osten, CENTCOM, veröffentlichte ein Video. Es zeigt, wie sich Marines auf das unter iranische Flagge fahrende Schiff Touska abseilen. Dessen Antrieb wurde außer Gefecht gesetzt, nachdem das Schiff sechs Stunden lang nicht auf Warnungen des US-Militär reagiertet hatte.

Iran richtet erneut Menschen hin

Im Iran sind erneut zwei Menschen hingerichtet worden. Auf der Justizwebsite Misan Online hieß es, die beiden Männer seien „Mitglieder eines Spionagenetzwerks mit Verbindungen zum Mossad“, dem israelischen Geheimdienst.

Zudem seien sie wegen „Zusammenarbeit mit feindlichen Gruppen und dem zionistischen Regime“ sowie wegen des Vorwurfs „Krieg gegen Gott“ (Moharebeh) verurteilt worden. Dabei handelt es sich nach Scharia-Recht um eine Straftat, auf die im Iran die Todesstrafe steht.

Es wurden keine Angaben dazu gemacht, wann sie festgenommen worden waren. Ausländischen Aktivisten zufolge gibt es nur in China mehr Hinrichtungen als im Iran.

Die zunehmende Spannung in der Straße von Hormus ließ die Ölpreise wieder steigen. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der US-Referenzsorte WTI stieg am Montag um 7,5 Prozent an, während der Preis für die Nordseesorte Brent um 6,5 Prozent zulegte.

Durch die Straße von Hormus verläuft normalerweise ein Fünftel der weltweiten Öl- und Flüssigerdgaslieferungen. Teheran hatte seit Ende Februar die Meerenge weitestgehend für die internationale Schifffahrt gesperrt.

JD Vance reist nach Istanbul

Vor dem Auslaufen der zweiwöchigen Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran wird eine US-Delegation mit Vizepräsident JD Vance an der Spitze ab Montag zu neuen Verhandlungen in Pakistan sein.

US-Präsident Donald Trump will dem Iran nach eigenen Angaben einen „vernünftigen Deal“ anbieten. Falls Teheran dies ablehnen sollte, würden die USA „jedes Kraftwerk und jede Brücke im Iran“ zerstören.

Teheran plant iranischen Staatsmedien zufolge keine Teilnahme an neuen Verhandlungen.

US-Kriegsschiff bringt iranischen Frachter im Golf von Oman auf

Die US-Marine hat ein iranisches Frachtschiff im Golf von Oman beschossen und unter ihre Kontrolle gebracht. In einer auf Truth Social veröffentlichten Mitteilung erklärte US-Präsident Donald Trump, das unter iranischer Flagge fahrendes Frachtschiff namens TOUSKA habe versucht, die seit dem 13. April bestehende Blockade des US-Militärs zu durchbrechen.

Nach stundenlangen vergeblichen Warnungen habe das Kriegsschiff „USS Spruance“ die Besatzung des iranischen Frachters aufgefordert, den Maschinenraum zu verlassen, teilte CENTCOM mit. Daraufhin sei der Antrieb außer Gefecht gesetzt worden, indem es ein „Loch in den Maschinenraum gesprengt“ hat, wie Trump schrieb.

„Derzeit befindet sich das Schiff in Gewahrsam der US-Marines“, fügte der Präsident hinzu. „Die TOUSKA unterliegt Sanktionen des US-Finanzministeriums aufgrund ihrer früheren illegalen Aktivitäten. Wir haben das Schiff vollständig in unserer Gewalt und prüfen derzeit, was sich an Bord befindet.“

Wie das US-Regionalkommando CENTCOM mitteilte, war das Schiff auf dem Weg in die iranische Küstenstadt Bandar Abbas in der Straße von Hormus. Laut CENTCOM wurden bereits 25 Schiffe angewiesen, umzudrehen oder in ihre iranischen Häfen zurückzukehren.

Laut MarineTraffic.com ist das Schiff rund 294 Meter lang, über 32 Meter breit, und käme laut dem iranischen Militär aus China.

Irans Militär wirft den USA „bewaffnete Seepiraterie“ vor und kündigte Vergeltung an.

Iranerin in Los Angeles festgenommen

Am internationalen Flughafen von Los Angeles ist eine iranische Staatsbürgerin nach US-Behördenangaben festgenommen worden.

Die 44-jährige Schanim M. wird beschuldigt, „den Verkauf von Drohnen, Bomben, Zündern und Millionen Schuss Munition vermittelt zu haben, die im Iran hergestellt und in den Sudan verkauft wurden“, erklärte US-Staatsanwalt Bill Essayli im Onlinedienst X.

Die mutmaßliche Waffenschmugglerin, die in Woodland Hills lebt, einem Vorort von Los Angeles, wurde den Behörden zufolge am 18. April festgenommen. Im Fall einer Verurteilung muss sie mit einer Höchststrafe von 20 Jahren in einem Bundesgefängnis rechnen. M. sei „eine iranische Staatsangehörige, die 2016 eine unbefristete Aufenthaltsgenehmigung in den USA erhalten“ habe, erklärte Essayli.

Die sudanesische Armee wird in dem Bürgerkrieg von Ägypten und Saudi-Arabien unterstützt und setzt türkische und iranisch produzierte Drohnen ein. Der Großteil der internationalen Kritik richtet sich gegen die Vereinigten Arabischen Emirate, denen vorgeworfen wird, Waffen an die RSF-Miliz zu liefern. Sudan ist der drittgrößte Goldförderer Afrikas.

Iranischer General: Raketen und Drohnenbestände aufgefüllt

Ein iranischer General, Seyed Majid Mousavi, Kommandeur der Luft- und Raumfahrtstreitkräfte der Iranischen Revolutionsgarde, erklärte laut halbstaatlichen Medien, dass die iranischen Streitkräfte während des Waffenstillstands ihre Drohnen- und Raketenbestände auffüllen.

„Während der Waffenstillstandsphase ist unser Tempo bei der Modernisierung und Wiederauffüllung von Raketen- und Drohnenabschussplattformen sogar noch höher als vor dem Krieg“, sagte er.

Iran will derzeit nicht an Verhandlungen teilnehmen

Der Iran hat einer neuen Verhandlungsrunde mit den USA vorerst eine Absage erteilt. „Es gibt derzeit keine Pläne, an der nächsten Runde der Gespräche zwischen dem Iran und den USA teilzunehmen“, berichtete der staatliche TV-Sender „Irib“ am 19. April unter Berufung auf iranische Quellen.

Pakistan, Ägypten und die Türkei bemühen sich darum, eine dauerhafte Friedenslösung zu finden. Die Anstrengungen wurden durch die erneute iranische Sperrung der Straße von Hormus erschwert: Teheran hatte am 18. April seine Öffnung der Meerenge nach nur einem Tag wieder rückgängig gemacht. Die iranische Armeeführung begründete dies mit der anhaltenden US-Blockade iranischer Häfen.

Mit Material der Nachrichtenagenturen



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