Die Bundeswehr kann einen weiteren Fortschritt bei der Aufrüstung der Marine verzeichnen: Die US-Regierung hat grünes Licht für einen Rüstungskauf in Milliardenhöhe gegeben. Der Auftrag an US-Rüstungsfirmen dient dem Aufbau der Fähigkeiten zur elektronischen Kampfführung.

Die Deutsche Marine ist das Sorgenkind von Verteidigungsminister Boris Pistorius, stellt sie doch die kleinste der Teilstreitkräfte der Bundeswehr dar. Aber nicht nur Personalmangel plagt die Marine. Auch das wichtigste Beschaffungsprojekt, der Bau der Fregatten der „Niedersachsen-Klasse“, geht nicht so recht voran. Immerhin einen Erfolg kann Pistorius jetzt für sich verzeichnen: Die US-Regierung hat Rüstungslieferungen im Umfang von zehn Milliarden Euro an die Bundesrepublik genehmigt.

Wie das US-Außenministerium gestern bekannt gab, wurde eine mögliche Lieferung von integrierten Kampfsystemen samt zugehöriger Ausstattung und Unterstützungsleistung an Deutschland genehmigt. Das Rüstungsgeschäft wird jetzt dem US-Kongress vorgelegt, der noch Einspruch einlegen kann. Als Begründung für die Zusage nannte das State Department das Ziel der Interoperabilität unter NATO-Verbündeten. Außerdem sei Deutschland „eine Kraft für politische Stabilität und wirtschaftlichen Fortschritt in Europa“. Der geplante Verkauf sei demnach den außenpolitischen und nationalen Sicherheitszielen der Vereinigten Staaten dienlich.

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Konkret geht es um Navigations- und Radarsysteme für die Deutsche Marine sowie um acht Schiffsausstattungen mit dem Luftverteidigungssystem AEGIS, das zur Abwehr ballistischer Raketen in der Lage ist. Auch drei Systeme des Typs AN/SLQ-32(V)6 zur elektronischen Kampfführung sind in der Bestellung enthalten, neun Marineartillerie-Lafetten des Typs MK 45, acht Senkrechtstartanlagen für Lenkflugkörper (MK 41 VLS) sowie weitere elektrotechnische Waffensysteme. In den Auftrag eingeschlossen sind auch logistische Unterstützung, Ersatz- und Reparaturteile und Schulungen.

Die nunmehr von den USA genehmigten Aufträge des Bundesministeriums für Verteidigung kommen vor allem den Rüstungs- und Technologie-Konzernen Lockheed Martin und RTX Corporation zugute. Zum Vergleich: Lockheed Martin erzielte im Geschäftsjahr 2025 einen Rekordumsatz von umgerechnet 64 Milliarden Euro, RTX Corporation erreichte im selben Zeitraum dank eines Höchststands an Aufträgen ebenfalls ein Spitzenergebnis von rund 75 Milliarden Euro. Der Zehn-Milliarden-Auftrag der Deutschen Marine wird also einen nicht unbeträchtlichen Anteil am Geschäft der beiden Rüstungsriesen ausmachen.

In den Jahren 2021 bis 2024 hatte Deutschland US-amerikanische Rüstungsgüter im Wert von insgesamt rund 29 Milliarden Euro gekauft, allein 2024 handelte es sich um ein Auftragsvolumen von etwa 17 Milliarden Euro. In den Jahren 2025 und 2026 waren nach einer Verlautbarung vom vergangenen September lediglich acht Prozent (also knapp sieben Milliarden) von einem Gesamtauftragsvolumen von rund 80 Milliarden Euro eingeplant, die an US-amerikanische Rüstungsfirmen gehen sollten. Der jetzige Rüstungsdeal übersteigt diese Summe allein für die Teilstreitkraft Marine bei weitem.

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Die deutsche (und europäische) Abhängigkeit von der US-amerikanischen Rüstungsbranche stößt dabei immer wieder auf Kritik. So mahnte Hans Christoph Atzpodien, der Hauptgeschäftsführer des deutschen Rüstungsverbandes BDSV, in einem Interview mit der taz vom Februar 2025, die Bundeswehr mit Lieferungen aus der heimischen Industrie auszustatten. Atzpodien machte dabei die Gesichtspunkte der Souveränität und der Sicherung von Arbeitsplätzen geltend.

Andere wiederum warnten, US-Präsident Trump könne die Abhängigkeit von der US-Rüstungsindustrie als Druckmittel gebrauchen. Sogar von einer Möglichkeit, die Waffensysteme aus der Ferne lahmzulegen, war die Rede, so etwa F-35-Kampfjets. Eine Besorgnis, die das Bundesministerium der Verteidigung bezüglich der elektronischen Ausstattung der Deutschen Marine offenbar nicht teilt.

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