Als US-Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. Ende Januar den Austritt der Vereinigten Staaten aus der WHO erörterte, folgte vom WHO-Direktor Tedros Adhanom Ghebreyesus prompt eine “Klarstellung“, dass die umstrittene Weltgesundheitsorganisation ja gar keine Corona-Zwangsmaßnahmen gefordert habe: Das sei Sache der Regierungen gewesen. Doch warum genau wurden in der EU dann solch folgenschwere Restriktionen verhängt? Der freiheitliche EU-Abgeordnete Gerald Hauser fordert Antworten.

„Wir befinden uns mittlerweile sechs Jahre nach Corona und die Aufarbeitung wird von den Systemparteien noch immer verhindert!“, so der freiheitliche EU-Abgeordnete Gerald Hauser in einem aktuellen Statement: „Erst heuer am 24. Jänner stellte die WHO auf ihrer Website offiziell klar, dass sie unter anderem das Tragen von Masken, Impfungen und Abstandsregeln nur empfohlen hat. Sie hat sich jedoch zu keinem Zeitpunkt für eine Maskenpflicht, eine Impfpflicht oder Lockdowns ausgesprochen. Die Entscheidungen lagen laut WHO ausschließlich in der Verantwortung der einzelnen Regierungen. Nun schieben sich aber die Verantwortlichen gegenseitig den schwarzen Peter zu“, so Hauser weiter.

US-Gesundheitsminister RFK Jr. hatte der WHO im Januar vorgeworfen, nicht mehr die Interessen und die Gesundheit der Menschen im Sinn zu haben, sondern vielmehr zu einem Werkzeug der Interessen Dritter geworden zu sein (Report24 berichtete). Kennedy hatte dabei direkten Bezug auf die Corona-Jahre genommen, woraufhin der WHO-Direktor Ghebreyesus betonte, man habe zwar Masken, Abstandhalten und Impfungen empfohlen, aber die WHO habe Regierungen niemals nahegelegt, Impf- oder Maskenpflichten oder auch Lockdowns zu verhängen. Man schiebt die Verantwortung entschieden von sich.

Hauser erinnerte an die seiner Ansicht nach unwissenschaftlichen Maßnahmen in der EU: „Die EU und ihre Mitgliedsstaaten verhängten unter anderem Maskenpflichten auf Flügen und in einigen Ländern für die gesamte Bevölkerung. Zudem empfahlen sie ausdrücklich die Schließung von Schulen, Arbeitsplätzen sowie Kultur- und Sportveranstaltungen und verhängten massive Zutrittsbeschränkungen zu Alten- und Pflegeheimen – faktisch umfassende Lockdowns. Darüber hinaus forderte EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen die Prüfung einer EU-weiten Impfpflicht!“

Die WHO möchte dafür nun keineswegs verantwortlich sein und schiebt diese Entscheidungen rein auf die jeweiligen Regierungen. Hauser: „Wenn die WHO selbst erklärt, sie habe keine verpflichtenden Maßnahmen vorgegeben, dann steht fest: Alle Zwangsmaßnahmen während der Corona-Pandemie wurden politisch von der EU-Kommission und den jeweiligen nationalen Regierungen beschlossen und nicht aufgrund verbindlicher medizinischer Vorgaben der WHO. Damit ist klar: Es handelte sich um politische und nicht um gesundheitliche Entscheidungen“, betonte der freiheitliche EU-Abgeordnete.

Dass die Maßnahmen mehr Schaden als Nutzen brachten, zeigten inzwischen viele Analysen und Studien. „Auch in Österreich zeigt der Corona-Evaluierungsbericht des Landes Niederösterreich deutlich, dass diese Zwangsmaßnahmen keinen messbaren positiven Effekt auf die Pandemie hatten. Gleichzeitig verursachten sie jedoch erhebliche Schäden, wie etwa wirtschaftliche Einbußen, nachhaltige psychische Belastungen – insbesondere für Kinder und Jugendliche –, gesellschaftliche Spaltung sowie einen massiven Vertrauensverlust in Medien, Politik und Institutionen“, mahnt Hauser.

Er kündigte im Sinne einer umfassenden Aufarbeitung weitere Schritte an. Er werde eine Anfrage an die EU-Kommission richten, in der er Antworten auf folgende Fragen fordert:

  1. Warum empfahlen bzw. forderten die EU-Institutionen Lockdowns, Maskenpflichten und Impfpflichten, obwohl die WHO diese Maßnahmen nie gefordert hat?
  2. Gab es inoffizielle Empfehlungen der WHO an die EU, derartige weitreichende Maßnahmen umzusetzen?
  3. Wann, wo (z. B. im Rahmen von Planspielen wie „Blue Orchid“) und durch wen wurden diese Maßnahmen innerhalb der EU geplant, diskutiert und schließlich empfohlen?

“Die Corona-Politik der EU hat seit 2020 erheblichen und anhaltenden Schaden verursacht. Ich fordere daher weiter eine lückenlose Aufklärung und eine juristische Abarbeitung der desaströsen Corona-Maßnahmen. Das sind wir der Bevölkerung schuldig!“, so Hauser abschließend.



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