Der Goldfahrt folgte das Bad in der Menge: Bob-Pilotin Laura Nolte ist mit Deborah Levi erneut in den Olymp gerast.

Vier Jahre nach dem Überraschungssieg in Peking schaffte das Erfolgsduo im umgebauten Männer-Bob den zweiten Olympiasieg im Zweierbob. Im Zielraum wurden die Monobob-Zweite und ihre Anschieberin dafür von den Fans gefeiert.

Lisa Buckwitz fuhr mit Neele Schuten zu Silber und holte nach ihrem Sensations-Gold 2018 als Anschieberin von Mariama Jamanka erstmals eine Olympia-Medaille als Pilotin.

Laura Nolte (Pilotin) und Anschieberin Deborah Levi (Deutschland) legten im ersten Lauf gleich Start- und Bahnrekord hin.

Laura Nolte (Pilotin) und Anschieberin Deborah Levi (Deutschland) legten im ersten Lauf gleich Start- und Bahnrekord hin.

Dritte wurde die dreimalige Olympiasiegerin Kaillie Armbruster Humphries aus den USA, die mit Jasmine Jones fuhr. Ex-Weltmeisterin Kim Kalicki kam mit Talea Prepens auf den vierten Rang. Auf Bronze fehlten 0,15 Sekunden. Auch in Peking erreichte sie vor vier Jahren mit Anschieberin Buckwitz den vierten Platz.

Nolte und Levi legten mit Startnummer eins zum Auftakt gleich einen Start- und Bahnrekord hin. Doch optimal lief die Fahrt nicht.

„Ich hatte den Bügel zum Einklappen nicht schnell genug getroffen und war nicht schnell genug an den Lenkseilen. So habe ich die Kurve eins und die folgenden Kurven ein bisschen verhauen“, sagte Nolte. So konterte die 40 Jahre alte Armbruster Humphries prompt mit Bahnrekord.

Im Monobob wurde Nolte noch abgefangen

Im zweiten Lauf lief es besser. So ging Nolte mit 0,18 Sekunden auf Buckwitz in den Finaltag. Auch im dritten Lauf wackelte sie nicht, fuhr erneut Bestzeit und baute die Führung aus. Die routinierte Armbruster Humphries hatte Probleme beim Einstieg und kam somit spät an die Lenkseile, was etwas Zeit kostete. So lag sie vor dem Finallauf 0,54 Sekunden auf Nolte zurück.

Vorsicht war geboten. Denn im Monobob hatte Nolte nach drei von vier Läufen auch geführt und dann Gold um vier Hundertstel gegen Elana Meyers Taylor aus den USA noch verloren.

Zuspruch von Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius

Das sollte diesmal nicht passieren. Die Sportsoldatinnen Nolte und Buckwitz bekamen Zuspruch von Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD), der an der Eisbahn war.

„Es ist sehr spannend und großartig, dass drei deutsche Bobs vorne liegen. Ein Großteil der Medaillen wird ja von Bundeswehr-Soldaten und -Soldatinnen geholt. Da gehört es sich doch, dass man da auch vorbeischaut“, sagte Pistorius, der live miterlebte, wie sich Nolte und Buckwitz im zweiten Lauf an Armbruster Humphries vorbeischoben.

Verteidigungsminister Boris Pistorius sah sich an der Bahn Laura Noltes Rennen an.

Verteidigungsminister Boris Pistorius sah sich an der Bahn Laura Noltes Rennen an.

Nachtschicht für die Mechaniker

Auch dank der Extra-Arbeit bei den Mechanikern. Nach den Männer-Rennen im Zweierbob war klar, dass auch das US-Material von Ausnahmepilotin Armbruster Humphries exzellent laufen wird.

Also musste auch das letzte Hundertstel aus den deutschen Schlitten herausgeholt werden.

Der FES-Schlitten bei den Frauen wurde komplett mit Männer-Material ausgestattet.

Der FES-Schlitten bei den Frauen wurde komplett mit Männer-Material ausgestattet.

FES-Projektleiter Bob, Enrico Zinn, ordnete nach Rücksprache mit den deutschen Pilotinnen eine Nachtschicht an, schraubte stundenlang an den Schlitten herum und tauschte nach dpa-Informationen die Frauen-Bobs im Set-up mit den Männer-Schlitten der „211“-Serie um – mit Erfolg. (dpa/ks)



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