
Die drei roten Buchstaben kennt wohl jeder: Kik. Doch beim Textildiscounter ist offenbar nicht alles eitel Sonnenschein, nun soll das Filialnetz ausgedünnt werden. Auch im Freistaat?
Chemnitz.
Schon im vergangenen Herbst hatte der Textildiscounter Kik angekündigt, sich von unrentablen Filialen trennen zu wollen. Nun ist es soweit – europaweit sollen etwa 50 Standorte geschlossen werden, die Hälfte davon in Deutschland.
Das bestätigte der Discounter gegenüber der „Freien Presse“ am Dienstagvormittag. Bei Kik (steht für „Kunde ist König“) erklärt man den Schritt mit Rahmenbedingungen für Handelsunternehmen, die sich in den vergangenen Jahren deutlich verändert hätten: „Es gibt veränderte Wettbewerbsdynamiken und ein härter umkämpftes Marktumfeld, aber auch anhaltende Inflation, eine spürbare Kaufzurückhaltung der Kundinnen und Kunden sowie zeitweise beeinträchtigte Lieferketten.“
Diese Veränderungen stellten die gesamte Branche vor erhebliche Herausforderungen und gingen auch an der Firma aus Bönen (NRW) nicht spurlos vorbei. Man prüfe fortwährend, wie man sich produktiver und effizienter aufstellen könne.
50 Filialen schließen, 9 werden eröffnet
Nun werden die Nordrheinwestfalen im ersten Quartal 2026 europaweit rund 50 Filialen schließen, 25 davon in Deutschland. Gleichzeitig kündigt das Unternehmen gegenüber unserer Redaktion an: „Im selben Zeitraum eröffnen wir insgesamt neun Standorte, in Deutschland wird es eine neue Filiale geben.“
Die Mitarbeiter der bald geschlossenen Standorte müssten sich laut Pressestelle keine Sorgen um ihre Jobs machen: „Auf Grund unseres dichten Filialnetzes und unserer starken Präsenz in der Fläche können wir in der Regel Möglichkeiten zur Weiterbeschäftigung bieten.“
Ob von den Schließungen bzw. der Neueröffnung auch Sachsen betroffen ist, blieb am Dienstag unklar. „Wir bitten um Verständnis, dass wir auf einzelne Standorte aktuell nicht eingehen können“, teilte das Unternehmen diesbezüglich nur knapp mit.
Insgesamt betreibt Kik in Deutschland derzeit mehr als 2300 Filialen, europaweit sind es 4200 mit insgesamt über 32.000 Mitarbeitern.
Wie die „Lebensmittelzeitung“ recherchiert hat, gelten europaweit rund 400 Kik-Standorte als notleidend, hierzulande sollen knapp 170 Filialen rote Zahlen schreiben oder kurz vor der Verlustzone stehen. Gegenüber der Zeitung wollte der Konzern die Zahlen nicht bestätigen. Um Personalkosten zu sparen, stünden wohl auch kürzere Öffnungszeiten im Raum. (phy)